DFB-Pokal
Kampf allein reicht nicht gegen Schalke
22.09.2009 | 22:30 Uhr 2009-09-22T22:30:00+0200
Bochum. "Ihr habt gekämpft, wir haben es gesehen." Mit Applaus wurden die Spieler des VfL Bochum verabschiedet. Die Fans haben eben ein gutes Gefühl dafür, ob man was tut auf dem Rasen oder nicht. Gereicht hat es nicht. Nach dem 0:3 gegen Schalke 04 ist der Pokaltraum früh ausgeträumt.
Wie versucht man in prekärer Situation von heute auf morgen den Hebel umzulegen und zu signalisieren, dass ein neuer, frischer Wind weht? Indem man ein Zeichen setzt. Frank Heinemann, der Mann nach Marcel Koller, tat das gestern, indem er für eine faustdicke Überraschung sorgte. Andreas Luthe, seit Saisonbeginn Profi, aber eigentlich die Nummer eins des Regionalliga-Teams, stand in diesem für die Stimmung in Bochum so wichtigen Pokalspiel gegen Schalke 04 zwischen den Pfosten. Heinemann riskierte mit dieser Entscheidung viel, machte damit keinen Fehler, gewann aber am Ende nichts. Im Gegenteil: Eine deutlich unterlegene Bochumer Mannschaft wurde erneut mit 0:3 von den Schalkern abgewatscht.
Auch Dennis Grote war von Anfang an dabei, womöglich weil Mimoun Azaouagh wegen Wadenproblemen passen musste. Aber die Bochumer auf den Rängen interessierte weniger die Auf- als die Einstellung ihrer Mannschaft, die nach der Trainerentlassung in der Pflicht stand, sich wenigstens den Hintern aufzureißen. Was sie, das kann man ohne wenn und aber sagen, taten, sogar so sehr, dass sich die Hausherren im Spiel eins nach Koller innerhalb von 45 Minuten fünf Gelbe Karten abholten.
Dass robuster Einsatz nicht alles ist im Fußball, machten jedoch die Schalker deutlich. Das junge Gelsenkirchener Mittelfeld, geführt von dem an allen Ecken und Enden auftauchenden Rafinha, beherrschte die Szenerie. Weil die Gäste auch in den Standardsituationen deutlich überlegen waren, bekam Luthe reichlich Gelegenheit sich auszuzeichnen. Das machte der lange Schlacks glänzend, zum Beispiel, als er Christoph Moritz' Geschoss parierte, oder Marcelo Bordons Freistoß. Luthe zeigte keine Nerven, und dass sein Team bereits nach zehn Minuten ins Hintertreffen geriet, dafür konnte er nichts. Heiko Westermann war nach Levan Kenias Freistoß einfach gedankenschneller als Bochumer Innenverteidigung. Der Nationalspieler überwand die neue Nummer eins des VfL per Kopf.
So richtige Tormöglichkeiten eröffneten sich den Gastgebern nicht, zu aufmerksam, laufstark und gut strukturiert waren die Schalker, auf deren Seite der einstige Bochumer Regionalliga-Akteur Lukas Schmitz eine gute Figur abgab. Ein beherzter Schuss von Dennis Grote, mit mehr musste sich Schlussmann Manuel Neuer im ersten Abschnitt nicht beschäftigen.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit sah es so aus, als ob der VfL noch einmal aufdrehen und das Blatt wenden könnte, aber eine einzige Nachlässigkeit genügte und das Spiel war entschieden. Farfan verpasste dem schwachen Christian Fuchs einen Beinschuss, ließ auch noch gleich Mergim Mavraj hinter sich und passte wunderbar auf Halil Altintop. Ein Treffer, der die Hoffnung der Bochumer auf einen Befreiungsschlag zerstörte.
Nun aber brachen alle Dämme. Vielleicht wäre es noch einmal eng geworden für die Schalker, hätte Daniel Imhof, der den Vorzug vor Andreas Johansson bekommen hatte, Neuer den Ball nicht aus kurzer Distanz in die Arme geschossen hätte. Doch weil das dem Kanadier eben nicht gelang, geriet der VfL am Ende aus allen Fugen. Immer wieder wirbelte Farfan mit seinen Läufen die nun aufgerückte Bochumer Abwehr durcheinander, und dass Fuchs nach einem dieser Ausflüge per Eigentor das 0:3 besorgte, war symptomatisch für das Geschehen auf dem Rasen.
Engagiert, mit dem Willen es besser zu machen als in den Wochen der Lethargie, war der VfL Bochum angetreten - hilflos und überfordert endete er an diesem Abend. Noch ein 0:3 gegen die Schalker, die sogar noch höher hätten gewinnen können, das ist das Gegenteil von Befreiung. Für Frank Heinemann und die Mannschaft wird es nun ganz schwer. Am Freitag schon geht's weiter, in Nürnberg, und da muss gepunktet werden. Sonst sieht's finster aus.
08:48
Wer hier nach einem Spiel den Stab über Dennis Grote bricht, hat vom Fussball keine Ahnung und hat auch das ganze Drama um Koller nicht verstanden.
Dass der Junge nach 70 Minuten völig platt war (wie fast alle seine Mitspieler), hat sicherlich auch mit dem schlechten Training beim VfL und der fehlenden Spielpraxis zu tun. Warum meint ihr Schlaumeier eigentlich, brauchen Spieler, die lange ausgefallen waren, ein paar Spiele Zeit, um ihre Topform abrufen zu können. Das sollte man gerade auch einem jungen Spieler zugestehen.
Ein Spieler mit den Offensivqualitäten wie Grote muss auch nicht zwangsläufig der perfekte Abwehrspieler zu sein, oder?
23:18
P.S.
Falls hier jemand meint, Schalke hätte so was auch nicht, im aktuellen Profikader stehen 10! Spieler aus der eigenen A-Jungend, dazu noch die in der Bundesliga eingesetzen Moritz und Schmitz, die wahrscheinlich auch bald einen Profivertrag unterschreiben werden. Deshalb ist mir auch nicht bange, falls wir wirklich den ein oder anderen Spieler in der Winterpause verkaufen müssen (Wenn es nicht gerade Manuel ist).
23:08
Verfolge als Schalker nicht ständig den VfL, aber vielleicht wird es jetzt Zeit für einen Neuaufbau. Die Mannschaft hat nicht genug Qualität. Wo sind eigentlich Spieler aus der Jugend, bzw. hoffnungsvolle Jungtalente? Außer dem Torwart, der sein erstes Spiel gemacht hat, ist kein Spieler unter 23. Ich denke auch da liegt der Hase im Pfeffer. Kaum aufstrebende junge Leute, die die älteren Spieler herausfordern und so Druck aufbauen. Ein Gündogan wurde vergrault und in Nürnberg entwickelt er sich zum Stammspieler. Da hat Koller auf jeden Fall Fehler gemacht. Ich habe ein paar VfL Freunde und die meckern seit Jahren über Koller. Ich denke aus der Entfernung auch, dass er den VfL nicht wirklich weiter gebracht hat. Vielleicht ist es manchmal besser abzusteigen, um dann eine neue Mannschaft aufzubauen.
22:28
@45: Hast Recht, Grothe hat sicher auch Fehler gemacht. Ich würde ihm sogar das 3. Tor anlasten. Aber wer macht keine Fehler? Das ist doch ein Henne-Ei Problem: Wie soll er sich verbessern, wenn er nie spielen darf. Und er ist nun mal der beste Nachwuchsspieler den wir haben.
Nenn mir mal einen Spieler, den Koller weiterentwickelt hat. Ich kenne keinen, der unter ihm besser geworden ist. Aber Gegenbeispiele gibts genug. Sieh Dir mal an, was aus Zwetschke geworden ist. Top Fit ist der jetzt und einer der Top Spielmacher der Liga. Koller kriegt so etwas einfach nicht hin. Er kann Talent weder erkennen noch fördern. Stani ist auch so ein Fall. Im ersten Jahr Top, dann ging es rückwärts mit ihm.
Nein, ich bin froh, dass diese Ära vorbei ist und jemand anderes die Chance bekommt, es besser zu machen.
18:14
Genau wie ich es vorausgesagt habe, wir schießen Bochum ab.
16:38
@44: Deine Argumente haben einen Harken oder Du hast das Spiel gestern nicht gesehen, sonst würdest Du nicht Fragen warum Grothe nicht ins Team integriert wurde. Technik alleine ist es auch nicht, Taktik und kleveres Zweikampfverhalten gehört auch dazu. Ach Sorry das ist ja nicht Schuld des Spielers sondern nur des Trainers.
14:07
Klar, ab sieh die doch die 3 Jahre mal an: ohne Gekas (und der geht doch auf Kuntz zurück, oder) wäre im 1. Jahr schon Schluss gewesen (Mann, hast Du gesehen wie wir in der 2. Liga gespielt haben? Damit wäre in Liga 1 kein Spiel zu gewinnen gewesen (was ja dann zunächst auch nicht passiert ist).
Und im letzten Jahr? Wer hat denn die Gurken zusammengeholt? Wir sind doch nur noch in der Liga, weil das untere Ende so schlecht war, wie schon seit Jahren nicht mehr. Knapp über 30 Punkte, mein Gott!.
Nein, nein, kein Träne für Herrn Koller. Wirklich nicht.
PS
Wie kann man es versäumen, jemanden wie den Grothe nicht in Team zu integrieren? Einer der wenigen, der wirklich Fussball spielen kann beim VFL?
13:58
Der Kenner hat echt Ahnung.Taktisch 4 Jahre versaut ja?Deshalb auch 3 mal nicht abgestiegen und 1 mal 8.Ausserdem haben wir den Torschützenkönig gestellt,wieso sagt eigentlich jeder experte das Koller ein hervorragender Trainer sei,aber hier wissen es ja alle besser.Ich habe schon ewig nicht mehr so ein heimspiel gesehen wie gestern,so erbärmlich.1 Chance Grote das wars.
Mit Koller gab es auch Klatschen zur HZ,aber die Mannschaft hat sich immer wieder rangekämpft.
PRO KOLLER!!!
13:52
DerKenner hat doch Recht: Die Mannschaft ist 4 Jahre lang zurückentwickelt worden (mit kurzer Unterbrechung durch Kuntz). Das kann man so leicht nicht wieder aufholen. Und man wird es auch nicht aufholen, wenn Koller die einzige Änderung bleibt. Der Fisch stinkt doch vom Kopf her. Herr Altegoer hat gute Leute (Leute mit eigner Meinung) vertrieben und durch seine Ja-Sager ersetzt. Wenn das so bleibt, haben wir wirklich keine Zukunft. Irgendwie habe ich aber das Gefühl, seine Ära ist abgelaufen und das gibt mir Hoffnung auf einen Neuanfang mit langfristiger Perspektive für den Verein.
Ich gehe jedenfalls wieder mit mehr Freude zum Spiel, auch wenn wir, verständlicherweise, immer noch schlecht spielen.
12:48
An Alle, die geglaubt haben, mit der Entlassung von Koller wird sofort alles besser:
Wie soll eine Mannschaft, die 4 Jahre lang taktisch grundlegend versaut wurde, nach 2 Tagen das Fussballspielen wieder gefunden haben? Das wird noch ein langer Weg für die Mannschaft und erfordert auch eine grundlegend andere Aufstellung.
An Alle, die auf Funny Heinemann rumhacken:
Mir tut der Mann nur leid, da die Aufgabe von ihm gar nicht zu lösen ist. Dazu fehlt ihm einfach die Kompetenz. Er war eben seit 2005 der Mann hinter Koller. Dass er da auch nicht so schnell aus seiner Haut kann, zeigt sich deutlich in der Aufstellung von Maltritz und Dabrowski. Übrigens wieder 2 schöne Tore von Maltritz. Gratulation!
Natürlich haben die Schalker das größere spielerische Potential. Natürlich haben die Schalker auch einen Trainer, der über eine große Erfahrung, über das berühmte goldene Händchen und über eine große Motivationfähigkeit verfügt. Das allein reicht schon aus, um besser zu sein als unsere Jungs. Was man aber am gestrigen Abend, in einem kampfbetonten Spiel deutlich sehen konnte, war die wesentlich bessere körperliche Fitness. Diese Fitness kann und wird für den Rest der Saison wichtig sein. Warum unsere Jungs hier so deutlich abfallen müssen, ist mir allerdings ein Rätsel. Nach 70 Minuten waren die Jungs teilweise völlig platt. Scheinbar hat Marcel Koller in der Vorbereitung bei den Mannschaftssitzungen so langsam gesprochen, dass einfach keine Zeit mehr fürs Konditionstraining war.
Weiter so Jungs und vielleicht mal mit Concha und Pfertzel für Dabrowski und Maltritz. Dann noch mit Bönig und letzlich Fuchs für Imhof. Dann kann sogar in Nürnberg was gehen.