Heerwagen verlängert in Bochum
01.02.2010 | 10:59 Uhr 2010-02-01T10:59:00+0100
Bochum. Nach Andreas Luthe hat nun auch die Nummer eins des VfL Bochum, Philipp Heerwagen, seinen Vertrag beim Fußball-Bundesligisten verlängert. Damit hat der VfL sein favorisiertes Torhüter-Duo langfristig an sich gebunden, genau so, wie man es sich vorgenommen hatte.
Mit einem tollen Reflex, geboren aus „Talent”, wie er selbst frei heraus sagte, aber vielleicht auch aus urbayerischer Ruhe, bescherte Philipp Heerwagen am Samstag dem VfL Bochum einen Punkt, dem gerade in Berlin ansässigen Brasilianer Cicero das interessante Experiment Haareraufen mit Handschuhen und Friedhelm Funkel Kopfzerbrechen.
Wenig später plauderte die Nummer eins des VfL Bochum locker über seine Vorfreude auf das Spiel gegen Bayer Leverkusen und auf eine dann hoffentlich „volle Hütte”, um schließlich ungewohnt einsilbig zu werden. Es ging um seine Zukunft und um die Vertragsverhandlungen mit dem VfL. Das „schwebende Verfahren”, von dem Heerwagen daraufhin in Berlin sprach, hat aber nur einen Tag später bereits den Status eines abgeschlossenen Verfahrens gewonnen: Der 26-Jährige hat seinen Kontrakt nämlich bis 2013 verlängert.
Damit hat der VfL sein favorisiertes Torhüter-Duo langfristig an sich gebunden, genau so, wie man es sich vorgenommen hatte. Was man durchaus als Beleg für die mitunter unkalkulierbaren Wendungen im Profifußball betrachten kann. Über Luthe hatte man beim VfL nämlich sehr lange nachgedacht, bevor man ihm den ersten Profivertrag offerierte. Und Heerwagen spielte nach seinem Wechsel zum VfL zwei Jahre lang so gut wie keine Rolle. Drei Bundesliga-Einsätze in zwei Spielzeiten, den teuren Daniel Fernandes vor der Nase, andere Spieler seines Alters hätten vermutlich Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um möglichst schnell woanders unterzukommen.
„Philipp hat die Rückschläge gut weggesteckt und sich durchgeboxt”, lobt Sportvorstand Thomas Ernst nun den langen Bayern, dem man abnehmen sollte, was er sagt: „Bochum ist zu meiner zweiten Heimat geworden. Und beim VfL sehe ich die Chance, mich als Bundesliga-Torhüter weiterzuentwickeln.”
Was sicher möglich ist, denn tolle Reflexe, wie der in Berlin, wechseln sich oft ab mit vielen kleinen Ungenauigkeiten und Flüchtigkeitsfehlern. Auch im Olympiastadion ging der Ball dem Niederbayern einmal viel zu weit von der Fahne. Bislang hatte Heerwagen allerdings das Glück des Tüchtigen, dass sich die Abstauber-Könige von ihm fernhalten.
In der Summe haben die Verantwortlichen des VfL mit dieser Personalie einiges geschafft im Winter 2009/2010. Milos Maric und Lewis Holtby wurden verpflichtet, ebenso das Talent aus den eigenen Reihen, Mirkan Aydin. Beide Torhüter haben inzwischen ihre Verträge verlängert, von Shinji Ono und Daniel Imhof hat man sich getrennt und Daniel Fernandes - bei Iraklis Saloniki - leihweise wieder ins Schaufenster gestellt. Als größere Pflichtaufgabe bleibt noch die Einigung mit Mergim Mavraj, den man über das aktuell gültige Vertragsende 2011 hinaus binden möchte.

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