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Gesucht: Der Mann für Maric

19.02.2010 | 18:41 Uhr
Gesucht: Der Mann für Maric

Diego Klimowicz und Andreas Johansson rücken für Milos Maric (Leistenprobleme) und Mimoun Azaouagh (nach Virus-Infekt) in den Kader des VfL für das Spiel am Samstag beim FSV Mainz 05. Völlig offen ist, wer für Maric im defensiven zentralen Mittelfeld spielt.

Sollten sich Mainzer Spione auf das Trainingsgelände des VfL verirrt haben am frühen Freitagnachmittag, sie werden nicht schlauer geworden sein was die vermeintliche Startelf der Bochumer betrifft. Beim Abschluss-Spiel vor der Abreise zum Bundesliga-Mittelfeld-Duell an diesem Samstag (15.30 Uhr, Bruchwegstadion) wechselte Heiko Herrlich auf den vakanten Positionen munter durch. Milos Maric fällt ja – wie Mimoun Azaouagh, der nach Virus-Infekt nur Lauftraining absolvierte – wegen seiner Leistenprobleme aus, gesucht wird also vor Torwart Philipp Heerwagen und der zuletzt bewährten Abwehrreihe ein neuer „Sechser” neben Christoph Dabrowski.

Andreas Johansson und Anthar Yahia spielten gestern mal neben ihm, mal gegen ihn; zudem hatte Herrlich auch Marc Pfertzel als Option genannt. Praktisch ungefragt übrigens, was dafür sprechen könnte, dass er ganz anderes im Sinn hat. Gemeinhin legt man seine Karten schließlich nicht offen und öffentlich auf den Tisch.

Vielleicht sorgt Herrlich wieder für eine Überraschung, es wäre nicht das erste Mal. Lewis Holtby nämlich durfte im Training auch für ein paar Minuten neben Dabrowski ran. Laufstark ist der eigentlich auf Offensive geschulte 19-Jährige ja, das schnelle Umschalten zählt ebenfalls zu den Stärken des spielfreudigen Technikers, und in Dabrowski hätte er einen erfahrenen Mann neben sich, der den defensiveren Part übernehmen würde. Allerdings wirkte Holtby vor allem gegen Hoffenheim doch ein wenig hibbelig für diese strategisch-taktisch so wichtige Position, in der es weniger auf den einen genialen, finalen Pass ankommt als auf viele sichere Bälle, auf Ruhe und Übersicht, auch auf Robustheit. Es wäre jedenfalls eine Variante, mit der Herrlich Mainz überraschen könnte – und es wäre eine mutige Wahl.

Vielleicht bleibt Holtby aber auch auf der Außenbahn (und Epalle wie zuletzt hinter Sestak im Zentrum). Drei weiteere Spieler könnten – links oder rechts – hier zum Zuge kommen. Zlatko Dedic, als Joker gegen Leverkusen und Hoffenheim so stark wie erfolgreich, Slawo Freier und der Defensivste des Trios, Roman Prokoph. Der hatte seinen Stammplatz zuletzt an Freier verloren – und was sah man im Training? Beide spielten mal im A- und mal im B-Team.

Klar ist, dass Herrlich, der trotz des Respekts vor der Leistung des zu Hause noch unbesiegten Aufsteigers natürlich „möglichst viel mitnehmen” will, im Angriff auf Stanislav Sestak setzen kann. Der wieder erstarkte Slowake trainierte nach seiner Auszeit am Donnerstag (Rückenprobleme) gestern mit und gab grünes Licht: „Alles okay”, sagte Sestak. Diego Klimowicz, im vergangenen Kalenderjahr noch kaum wegzudenken aus dem Team des VfL, bleibt nur ein Platz auf der Bank. Immerhin ein erster Schritt zurück ins Team für den 35-Jährigen: Sieben Partien oder knapp drei Monate nach seinem letzten Einsatz beim VfB Stuttgart, als er die Rote Karte sah, gehört der Ende des vergangenen Jahres auch durch Verletzungen und Krankheit zurückgeworfene Klimowicz erstmals wieder zum 18-Mann-Kader. In den kehrt zudem Johansson zurück.

Nicht dabei sind erneut Dennis Grote, der es weder unter Koller noch unter Heinemann noch unter Herrlich schaffte, auf sich aufmerksam zu machen, Philipp Bönig, Kevin Vogt (nach Bänderris nur im Lauftraining) und Innenverteidiger Patrick Fabian.

SERIENSPIELE: MAINZ GEWANN ALLE FÜNF ERSTLIGA-DUELLE

Gemessen an den jüngsten Vorstellungen und Ergebnissen von Mainz und Bochum läuft alles auf ein Geduldsspiel mit wenigen Chancen hinaus – und auf ein Remis. Dann würden fast alle Serien halten: Mainz ist zuhause unbesiegt (7 Siege, 3 Remis), Bochum ist seit sechs Spielen insgesamt und seit fünf Auswärtsspielen ungeschlagen. Eine „schwarze” VfL-Serie würde dann aber reißen, denn alle fünf bisherigen Erstliga-Duelle gewann der FSV Mainz 05.

Ralf Ritter

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