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Ein Aha-Erlebnis für den VfL Bochum gegen 1860 München

16.09.2012 | 18:51 Uhr
Ein Aha-Erlebnis für den VfL Bochum gegen 1860 München
Gehörten am Freitag zu den Stärksten ihrer Teams: Christoph Kramer (links) und Daniel Bierofka.Foto: Lars Baron/Getty

Bochum.  „Es gibt eine Entwicklung in der Mannschaft - und die ist positiv.“ Wer am Freitagabend den VfL Bochum spielen und rennen gesehen hat gegen den TSV 1860 München, dürfte Sportvorstand Jens Todt trotz des 0:0 derzeit nicht widersprechen wollen.

„Es gibt eine Entwicklung in der Mannschaft - und die ist positiv.“ Wer am Freitagabend den VfL Bochum spielen und rennen gesehen hat gegen den TSV 1860 München, dürfte Sportvorstand Jens Todt derzeit nicht widersprechen wollen. Es war für die Mehrzahl der 13000 auf den Tribünen eine Art Aha-Erlebnis nach einer ausgedehnten Dürreperiode. Fußball mit Mut und Herz , von Trainer Andreas Bergmann - ungeachtet der Ergebnisse - immer wieder gefordert, war da zu besichtigen. Man mochte sich fast die Augen reiben.

Zum Glück fehlte nur ein cooler Knipser

Wenn die öffentliche und veröffentlichte Meinung, was selten genug vorkommt, kaum ein Haar in der Suppe zu finden vermag, muss eine Mannschaft in ihrer Gesamtheit schon gut funktioniert haben. Und so war es ja auch am Freitag, als den Bochumern zum ganzen Glück nur ein cooler Knipser fehlte. Dennoch darf man nach diesem Abend einige Akteure herausheben, zum Beispiel, weil in der Vergangenheit oft kritisiert, Lukas Sinkiewicz, der es unter anderem als Innenverteidiger auf 90 Ballkontakte brachte, oder Carsten Rothenbach. Rothenbach ist nun nicht gerade der wendige, ballgewandte Typ Fußballer, auch kein Flügelflitzer, und dennoch hat er enorm viel Druck über die rechte Seite entwickelt, war immer anspielbar und damit ein zusätzliches Schwungrad für das Bochumer Offensivspiel.

Und dann wären da ja noch - neben dem „alten“ Mann mit der unglaublichen Ballbehauptung und der guten Rundumsicht, Alexander Iashvili, und dem deutlich verbesserten Yusuke Tasaka - die drei Jungs im diesmal sehr starken Mittelfeld. Marc Rzatkowski (22), Christoph Kramer (21) und Leon Goretzka (17) verkörpern derzeit am ehesten die Zukunft des VfL , wobei Zukunft ein schwieriger Begriff im Profifußball ist. Rzatkowskis Vertrag läuft Ende der Saison aus, Kramer muss dann, wenn Bayer Leverkusen Bedarf anmeldet oder andere Pläne verfolgt, weiterziehen. Das wäre für den VfL ausgesprochen schade, denn der mitunter zu Schnörkeln neigende defensive Mittelfeld-Spieler legte gegen die „Löwen“ eine Partie ohne jeden Schnickschnack hin - und war deshalb besonders wertvoll.

Goretzka wird eine Pause benötigen

Über Leon Goretzka zu sprechen, bereitet Freude . In seinem erst fünften Zweitliga-Spiel wirkte der 17-Jährige bereits so, als hätte er überhaupt keine Manschetten mehr vor dieser Leistungsebene. Und wenn wir alle zusammen Glück haben, bleibt Goretzkas Familie ihrer Linie treu und belässt das Ausnahmetalent in seiner gewohnten Umgebung, bis Leon 2014 mit dem Abitur in der Tasche die Schule verlässt. Das ist der Zeitrahmen, der dem VfL maximal zur Verfügung steht.

Dass man mit 17 oder 18 nicht eine komplette Zweitliga-Saison auf stabilem Niveau wird absolvieren können, dürfte jedem einleuchten. Auch Goretzka wird einmal eine Pause benötigen. Deshalb ist es gut, dass Andreas Bergmann so langsam Michael Ortega in Stellung bringt. Der ist übrigens nur ausgeliehen - für diese Saison.

Michael Eckardt



Kommentare
19.09.2012
15:47
Ein Aha-Erlebnis für den VfL Bochum gegen 1860 München
von brianeno | #14

Bei allem Respekt für meine Vorschreiber, aber eines muss mal gesagt werden: Ein Jens Todt ist ja auch dazu da, dass die entsprechenden auslaufenden Verträge verlängert werden. Dass ein Vertrag ausläuft, heißt ja nicht, dass der Spieler wieder weg ist. Immer laufen irgendwo die Verträge aus.

Ratsche kann erstmal froh sein, wenn er beim VfL bleiben darf. Nicht umsonst hat man ih erstmal nach Bielefeld gegeben - damit er sich weiterentwickelt. Warum sollte er den Verein verlassen, ein Überfußballer ist auch er nicht!

Iashvili und Dedic hingegen sind keine Leute für die Zukunft. Der eine ist schon jetzt zu alt und Dedic trifft auch nur, wenn er ein Dynamo-Trikot trägt.

Was soll also die Angst vor der Zukunft? Der Umbruch ist doch schon eingeläutet, jetzt werden zwei, drei Jahre vergehen, bis man sich stetig nach oben arbeiten kann und dann kann man auch wieder vom Aufstieg reden.

Keine Frage: Das Spiel am Freitag war toll, geholfen hats nichts, aber man hat trotzdem gesehen: es geht!

17.09.2012
21:31
@ 11 Carluccino
von moellera | #13

Das sehe ich genauso. Man kann sich über das schöne Spiel freuen, vom Ergebnis enttäuscht sein und sich vor der Zukunft eher fürchten.
Vor allem habe ich im Hinterstübchen irgendwo noch eine "Stadioncenter GmbH" oder so ähnlich. Darüber wurde bei der JHV gar nicht gesprochen, Die Zahlen muss man meines Erachtens aber eigentlich addieren, so dass der effektive Schuldenstand meiner Meinung nach noch höher ist as 6,8 Millionen.
Ausserdem - das Protokoll liegt noch nicht vor - habe ich für diese Saison einen geplanten Zuschauerschnitt von 13.500 Zuschauern im Gedächtnis, oder habe ich das verwechselt? Wenn ich diese Planzahl richtig verstanden habe, dann ist sie bei einem Saisonverluaf ohne Aufstiegs-Chance viel zu hoch gegriifen, oder?
Über die Diffamierung der "erfahrenen User" kann ich nur grinsen, denn meist behalten wir doch recht.
Die "Aufsteiger" und "rosige Zukunft" - Seher kann man nicht ernst nehmen.

17.09.2012
18:56
Ein Aha-Erlebnis für den VfL Bochum
von dete48 | #12

nunja, die probleme wurden doch hier schon angesprochen! in den kommenden 2 jahren wird sich die mannschaft verändern! leider gottes! kramer, ortega, scheidhauer, alle ausgeliehen, da gibt es keine klausel die der vfl hat! die gehen weg!
ratsche, iashvilli, dedic, usw da laufen die verträge aus! die nächsten 24 monate wird es ein personalkarussel geben ersten grades! diese truppe zur zeit ist aus der not geboren um überhaupt eine mannschaft zu stellen! viel zu viel spieler sind ausgeliehen und bei viel zu vielen laufen die verträge aus. das ein dabrowski nicht schmerzlich vermisst wird ist mir klar! aber was ist in 2 jahren? da muss JT sich ganz schnell was einfallen lassen. denn das kann ganz böse nach hintenlosgehen!!!

17.09.2012
18:13
Kassandra klatscht und warnt
von Carluccino | #11

Keine Frage, es war ein tolles Spiel des VFL. Mir taten bis gestern die Hände noch weh vom Klatschen. Raztkowski stark, Kramer mit Übersicht, Goretzka schon erststaunlich gut - für 17. Aber: Keine Tore. 13.000 Zuschauer- Gegen einen attraktiven Gegner. Und ein Mittelfeld, dass zwar sehr gelobt werden, aber wohl schnell verkauft oder zurückgegeben werden muss. Der VFL als Durchgangsstation. Wie soll da eine Mannschaft entstehen, die wieder in die erste Liga aufsteigen kann. Die Schuldenspirale wird unerbittlich Spieler und Verkäufe fordern. Und Spiele die zwar begieistern können aber den Club nicht in der Tabelle nach oben bringen sind schöne Momente aber keine Wende zum wirklich Guten.
Und wer hier die kritschen Stimmen immer wieder abqualifiziert und als "ewige Nörgler" oder "Alles schlecht Redner" diffamiert hat die Kommentare entweder nicht richtig gelesen oder verstehen wollen. 6;8 Millionen Miese sind beängstigend. Weiter notwendige Verkäufe junger, guter Spieler traurig und fatal

17.09.2012
17:59
Noch nichts erreicht
von bochumerjunge1965 | #10

Rein gar nichts.

Ich lese hier von einem Aha-Erlebnis, und auf der VfL Seite von: Wir haben eine Marke gesetzt. (so etwas machen nur Hunde)
Gegen die Löwen haben Sie den Ball laufen lassen. Keine Frage, aber wo war das Tor ???

Die Zahlen sprechen eine andere Sprache:
Aus fünf Spielen nur sieben Punkte bei drei geschossenen Toren.
Das ist zu wenig.
Und am Sonntag geht es zum MSV.
Die haben die Schlinge am Hals und der Stuhl wackelt schon.

Was da abgeht brauche ich wohl keinem erzählen.
Also am Sonntag. Alle Mann nach Duisburg.
Unterstützt unseren VfL.


GlückAuf VfL Kämpfen und siegen

17.09.2012
15:06
Ein Aha-Erlebnis für den VfL Bochum
von freddie10000 | #9

Vor ein paar Wochen hatten wir noch gar keine Mannschaft. Dann haben uns ein paar nicht mehr zu ertragende Söldner verlassen und die Chance auf einen Neuanfang war da. Leider fehlt auf Grund von hier schon mehrfach von allen geäußerten Gründen das nötige Geld um echte "Kracher" zu verpflichten. Und doch hat man offensichtlich, auch ohne Geld, nicht die schlechtesten Spieler verpflichtet, um aus Ihnen eine neue Mannschaft zu formen. Natürlich ist es im Augenblick viel zu früh um sich ein abschließendes Urteil bilden zu können. Aber ich finde der Weg, der sicher noch beschwerlich werden wird, ist machbar. Wenn ich überlege, das wir noch einige Pfeile im Köcher haben ( Aydin, Toski, der Apache und wenn der Fussballgott will auch noch Delura) wird mir meine Angst um meinen VfL schon ein wenig genommen. Doch das aller aller wichtigste ist das sich unsere Mannschaft endlich wieder als solche präsentiert. Auch wenn das eine Selbstverständlichkeit sein sollte, war das im letzten Jahr anders.

17.09.2012
11:00
Ein Aha-Erlebnis für den VfL Bochum
von haruo | #8

Bei aller Euphorie, jetzt muss nachgelegt werden. Gegen 1860 hat der VfL immer gut ausgesehen, weil die 60er offen stehen und uns oft mit wunderschönen Fehlpässen beschenken. Das darf man nicht vergessen und gegen den MSV wird´s wieder ein ganz anderes Spiel.

Iashwilli ist und bleibt ein enorm wichtiger Spieler, gerade wenn es mal nicht so läuft. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass ihm so langsam "die letzte Frische" abhanden geht. Die Tabellensituation wird klarer, weshalb man sich Gedanken machen sollte, wann (gegen welchen Verein) man ihm eine Pause gönnt. Außerdem steht jetzt eine englische Woche an. Und Scheidhauer hat ja schon bewiesen, dass er es auch kann.

17.09.2012
10:39
Ein Aha-Erlebnis für den VfL Bochum
von brianeno | #7

Ich bin auch kein Freund von Euphorieausbrüchen nach einer gut gespielten Partie. Aber: Was der VfL am Freitag zeigte, machte wirklich Mut für die kommenden Monate.

Die Offensive wirkte ballsicher wie selten zuvor. Ein Goretzka, ein Rzatkowski oder auch ein Kramer spielten frisch und dynamisch im Gegensatz zu alten Mittelfeldakteuren wie Dabrowski, Johannson oder Freier.

Dass diese Talente, allen voran Leon Goretzka, nicht auf ewig beim VfL bleiben werden, ist doch nur all zu verständlich. Wer anderes verlangt, ist mehr als naiv. Man sollte den jungen solange er in Bochum ist genießen und dann , so ist es leider in dem Geschäft, eine ordentliche Ablöse kassieren. So ist es beim VfL schon immer gewesen. Der VfL ist eine Aufbaustation für höhere Aufgaben. Wer will es den jungen Leuten verdenken?

So lange sich der VfL nicht dauerhaft in Liga 1 etabliert, wird es schwierig sein, konstant mit der selben Mannschaft anzutreten. Aber genau das muss das Ziel sein - Hannover als Beispiel!

17.09.2012
09:48
Ein Aha-Erlebnis für den VfL Bochum
von FelixUndercover | #6

Trotzdem für immer 2te Liga.

17.09.2012
08:12
90 Ballkontakte machen noch keinen Sommer!
von DerKenner | #5

Dieses alte chinesische Sprichwort passt hier wohl haargenau. Gegen die 60er war die Unterstützung des Mittelfeldes für die Abwehr super. Daher sind auch nicht viele Brände im Strafraum zu löschen gewesen.
Was aber leider immer noch auffällt, ist das fehlende Selbstvertrauen Luthes und die damit wohl vorhandene Angst, bei Flanken und Standards herauszulaufen. Dabei ist die Strafraumbeherrschung eines Torwarts für die ganze Mannschaft enorm wichtig. Luthes Stärke ist die Linie, aber er sollte wenigstens den Fünfmeterraum wieder für sich beanspruchen.

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