Die zweite Reihe des VfL Bochum braucht noch Zeit

Stefano Celozzi im Kopfballduell beim Testspiel gegen Dülmen.
Stefano Celozzi im Kopfballduell beim Testspiel gegen Dülmen.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
Gertjan Verbeeks B-Elf ist zu weit weg vom A-Team. Trotzdem standesgemäßer 11:0-Erfolg beim Bezirksligisten TSG Dülmen. Rafael erzielt drei Tore.

Dülmen.. Vielleicht, schloss Gertjan Verbeek am sonnigen Samstagabend zu Dülmen, waren einige Spieler auch „ein bisschen müde“. 20 Einheiten in 14 Tagen hatten die Profis des VfL Bochum hinter sich. Gnade von dem nicht gerade gut gelaunten Coach konnten die Profis und Jugendlichen aber trotzdem nicht erwarten. Mit der ersten Halbzeit, mit dem Kern des Teams vom Vorjahr, war er ja zufrieden beim standesgemäßen 11:0-Sieg (6:0) beim durchaus ordentlichen Bezirksligisten TSG Dülmen.

Trainingslager „Wir waren sehr aggressiv, haben Druck gemacht, mit und ohne Ball“, lobte der Niederländer seinen Stamm – und grantelte über Durchgang zwei. „Da gelingt uns das nicht, die Spieler kapieren nicht, was wir wollen. Das ist schade“, sagte Verbeek. Sein aktuelles B-Team mit all’ den Nachwuchsspielern konnte wie schon in den vorherigen Testspielen nicht an die Qualität der Gestandenen anknüpfen. „Es ist auch die Konsequenz, wie wir trainieren“, schränkte der Niederländer ein: „Es waren allein vier Spieler aus der U19 dabei. Wir müssen den Jungen auch eine Chance geben.“ Irgendwie klang das wie ein versteckter Hilferuf: Die junge Garde packt es (noch) nicht. Ohne zwei, drei neue Profis steht der VfL vor einer harten Saison.

Pavlidis konnte zumindest ein paar Akzente setzen

Es wäre allerdings nicht fair, alle Jungspunde über einen Kamm zu scheren. Görkem Saglam mag sich in der A-Jugend-Bundesliga noch wohl fühlen, Gökhan Gül ist offensichtlich einen Schritt weiter. Der Innenverteidiger, der erst Mitte Juli 17 Jahre alt wird, strahlt für sein Alter eine erstaunliche Sicherheit und Ruhe aus, erzielte per Kopf obendrein ein Tor. Nicht „umsonst“ hat der VfL ihn bereits langfristig gebunden, bis 2018 gilt sein Vertrag. Evangelos Pavlidis, auch noch 16, konnte bei seiner Premiere im Profiteam zumindest ein paar Akzente setzen auf dem linken Flügel.

Gregoritsch Zudem hoben ja drei Routiniers den Altersschnitt im B-Team, auch hier: mit Licht und Schatten. Nando Rafael, der neue Terodde-Back-Up, erzielte drei Treffer; Tim Hoogland zeigte sich bei seinem ersten Einsatz im VfL-Trikot als Sechser präsent, man wird den Neuzugang vom FC Fulham bald sicherlich auch im A-Team sehen. Dagegen scheint Außenstürmer Piotr Cwielong von Jahr zu Jahr schwächer zu werden. Selbst gegen Kreis- und Bezirksligisten fällt es dem Polen schwer, sich durchzusetzen im eins gegen eins.

Cwielong wird immer schwächer

Umso dringlicher ist der Bedarf an offensiver Verstärkung: Selim Gündüz ist noch nicht fit, Stanislav Sestak nicht mehr da, auch Michael Gregoritsch dürfte alsbald im Norden des Landes seine neue Wahlheimat haben, beim HSV. In der ersten Halbzeit durfte gestern Michael Maria (20) auf dem rechten Flügel ran in Verbeeks System, das einen zentralen Sechser (Anthony Losilla) und zwei leicht nach links und rechts versetzte Achter (Onur Bulut, Janik Haberer) vorsieht, die idealerweise ständig rochieren. Davor gibt es zwei Außen- und einen Stoßstürmer. Michael Maria, erstmals im A-Team, bestätigte dabei seine guten Trainingsleistungen, nicht nur wegen seiner zwei Treffer. Überhaupt gab es einige gute Aktionen zu sehen vor 1500 Zuschauern auf der schmucken Anlage der TSG Dülmen.

[kein Linktext vorhanden] Dabei hatte Verbeek im Vergleich zum letzten Test vier Wechsel vorgenommen: Neben Maria (für Gregoritsch) rückten Malcolm Cacutalua (für den angeschlagenen Felix Bastians), Timo Perthel (für Giliano Wijnaldum) und Torwart Andreas Luthe (für Manuel Riemann) in die Startelf. Perthel machte einen guten Eindruck, Terodde hatte mit seinen Treffern per Flugkopfball und nach einer Traumkombination sowie mit einem Volleykracher an die Latte die spektakulärsten Szenen zu bieten. Nicht nur deshalb hatte er auch in der Pause am meisten zu tun: Fast alle Autogrammjäger umlagerten „Simon“, den Torjäger.

  • TSG Dülmen - VfL Bochum 0:11 (0:6)

  • VfL in der 1. Halbzeit: Luthe – Celozzi, Fabian, Cacutalua, Perthel – Bulut, Losilla, Haberer – Maria, Terodde, Terrazzino

  • VfL in der 2. Halbzeit: Dornebusch – Niepsuj, Lach, Gül, Wijnaldum – Gulden, Hoogland, Saglam – Pavlidis, Rafael, Cwielong

  • Tore: 0:1 Losilla (10.), 0:2/0:4 Terodde (13./28.), 0:3/0:6 Maria (12./45.), 0:5 Haberer (39.), 0:7/0:9/0:11 Rafael (47./60./72.), 0:8 Gül (54.), 0:10 Cwielong (66.)