Die Spieler des VfL Bochum schweigen – Trainer Neitzel kündigt harte Worte an

„Ich werde ein paar Dinge so diskutieren, dass es ungemütlich wird“, kündigte VfL-Coach Karsten Neitzel an
„Ich werde ein paar Dinge so diskutieren, dass es ungemütlich wird“, kündigte VfL-Coach Karsten Neitzel an
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Das passte ins Bild an diesem düsteren, kalten Abend in Bochum: Kapitän Andreas Luthe ließ nach dem 0:3 des VfL gegen den FC Erzgebirge Aue mitteilen, „dass kein Spieler etwas sagen“ werde. Eigens auferlegter medialer Maulkorb. Ratlos auf dem Platz, sprachlos daneben.

Bochum.. Was hätten die Spieler des VfL Bochum auch sagen sollen? Die (Durchhalte-)Parolen, die es in den letzten Wochen von den Bochumern zu hören gab, waren ohnehin durchtränkt von immer demselben Jargon. Vom „immer weitermachen“ war die Rede, vom „Kämpfen bis zuletzt“. Daneben wurde auch immer wieder vom Sturmproblem und der Anfälligkeit bei Standards parliert. Das werde man schon in den Griff bekommen, so der Tenor. Nach dem Spiel gegen Aue, in dem nichts im Griff der Bochumer auszumachen war, wären diese Äußerungen wohl schwer zu erneuern gewesen.

„Werde Dinge so diskutieren, dass es ungemütlich wird“

Einzelkritik Andere mussten reden. Karsten Neitzel, der Trainer, sprach von „Tiefschlaf“ bei den Gegentoren, von einer „grottenschlechten“ ersten Halbzeit. Und er kündigte harte Worte an: „Ich werde ein paar Dinge so diskutieren, dass es ungemütlich wird.“

Wenn er es denn noch darf. Andreas Bergmann, sein Vorgänger, wurde nach einer gleichsam düsteren Serie und der „finalen“ Pleite in Aue (1:6) entlassen. Neitzel freilich, beim Volk noch recht wohl gelitten, weil man ihm fehlendes Engagement ganz gewiss nicht vorwerfen kann, dürfte noch eine Chance erhalten. Auch wenn Jens Todt, der von den Fans weit heftiger kritisierte Sportvorstand, sich in die Diplomatie flüchtete am Freitagabend: „Ich will jetzt nicht über Trainer diskutieren. Wir werden eine Nacht schlafen und den Puls runterbringen.“

VfL Bochum „Nicht so verbissen, wie man im Abstiegskampf sein muss“

Todt hatte in der ersten Halbzeit eine „indiskutable“ Leistung einer Mannschaft gesehen, die „ängstlich war und nicht so verbissen, wie man im Abstiegskampf sein muss“. „Wir haben einfach keinen Spieler, der verlässlich seine Grundleistung bringt“, sagte Todt.

Vielleicht hat ja ein VfL-Profi eine Erklärung dafür. Am Samstag steht wieder Training an. Und dann, ließ Andreas Luthe ausrichten, wolle man auch wieder sprechen.