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Beim VfL Bochum dürften sieben Positionen vergeben sein

24.01.2016 | 18:38 Uhr
Beim VfL Bochum dürften sieben Positionen vergeben sein
Macht einen ordentlichen Eindruck: Rechtsverteidiger David Niepsuj, der aber an Celozzi nicht vorbeikommt.Foto: K. Pollkläsener

Bochum.  Vor dem Jahresauftakt gegen Freiburg sind beim VfL Bochum wohl sieben Positionen der Startelf vergeben. Timo Perthel ist noch nicht voll belastbar.

Vier Mal hat der VfL Bochum gegen Bundesligisten gespielt in der Vorbereitung des neuen Jahres bisher. Kein Mal hat er verloren. Drei Mal gewonnen. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass Testspiele einen ganz anderen Charakter haben als der Ernstfall, dann sah man ihn am Samstag.

Bei nasskaltem Fröstelwetter unterlag der Zweitligist nach all diesen Achtungserfolgen einem jungen, insgesamt eben etwas hungriger auftretenden Viertligisten. Die U23-Talente des FC Schalke 04 setzten sich auf dem tiefen Boden des unteren VfL-Trainingsplatzes mit 2:1 durch. Und Gertjan Verbeek, Bochums Trainer, zog schnurstracks zur Umkleide - einen Kommentar zum Spiel wollte er diesmal nicht abgeben.

Die Erkenntnisse, die er aus dieser Begegnung ziehen dürfte, sind sicherlich überschaubar. Verbeek begann diesmal nicht mit einer potenziellen Startelf. Die Viererkette führte Stammspieler Felix Bastians als Innenverteidiger an, die jungen David Niepsuj, Malcolm Cacutalua und Giliano Wijnaldum bekam er an seine Seite gestellt - in dieser Formation wird der VfL in der Liga zweifellos nicht antreten. Wobei Niepsuj in der Vorbereitung insgesamt einen ordentlichen Eindruck macht. Am gesetzten Leistungsträger Stefano Celozzi kommt der Rechtsverteidiger freilich nicht vorbei.

Perthel noch nicht einsatzbereit

Giliano Wijnaldum, der vor und nach der Winterpause immer wieder auch verletzt passen musste, ist auf der linken Seite weiterhin eher keine Alternative für ein Spitzenteam der 2. Liga. Timo Perthel spielte wegen seiner Rückenproblematik noch nicht, eine Rückkehr des Stammspielers bis zum Start gegen Freiburg am 5. Februar ist aber durchaus denkbar. Fällt Perthel aus, dürfte - Stand jetzt - Felix Bastians links agieren, als Innenverteidiger wären Patrick Fabian und Jan Simunek erste Wahl.

Kommentar
Kein Grund zur Beunruhigung

Der VfL kann tatsächlich noch Testspiele verlieren - das 1:2 gegen die U23 des FC Schalke 04, einem Viertligisten also, kam dabei als kleiner Dämpfer vielleicht zur rechten Zeit. Nun gilt es, die Spannung aufrecht zu erhalten, teils neu aufzubauen, bevor es wirklich ernst wird in zwölf Tagen.

Man muss dieses selten ansehnliche Duell gegen Schalke auf schwierigem Geläuf nicht dramatisieren;  genauso wenig boten die Siege gegen die Bundesligisten zuvor Anlass zur Euphorie. Hertha hatte den Zweikampf abgeschafft in Durchgang zwei und ebenso wie später Gladbach Bochum zum Tore schießen mehrmals eingeladen. Und gegen Leverkusen hatte der VfL auch eine Portion Glück.

Unterm Strich hat sich in der Vorbereitung bisher bestätigt, was der Liga-Alltag längst zeigte: Gegen spielstarke Teams tut sich Bochum leichter. Freiburg sollte der passende Auftaktgegner sein. (Ralf Ritter)

In der ereignisarmen ersten Halbzeit vergab Peniel Mlapa nach rund zehn Minuten die beste Bochumer Chance. Auf der anderen Seite hatte Torwart Felix Dornebusch, der sich zuvor zweimal auszeichnete, Glück bei einem Freistoß von Sercan Göcer an die Latte (41.). Torwart Andreas Luthe fehlte aus privaten Gründen (Trauerfall), Tobias Weis konnte wegen Rückenproblemen nicht mitmachen.

Nach dem Seitenwechsel brachte Verbeek neun neue Spieler, lediglich Anthony Losilla, der später für Piotr Cwielong Platz machte, und Felix Bastians blieben auf dem Feld. Dieses Team kam einer Startelf schon sehr nahe. Neben Torwart Riemann und der Viererkette würden aktuell auch die zentralen Mittelfeldspieler Losilla und Hoogland im Ernstfall loslegen.

Entscheidung fiel binnen fünf Minuten

Vorne darf man spekulieren: Janik Haberer hat sicherlich einen Bonus, Thomas Eisfeld hat auch als Zehner - wie gegen Schalke - aufgeholt. Über die Außen dürfte Onur Bulut aufgrund seiner Defensiv- und Laufstärke einen Voteil haben gegenüber Arvydas Novikovas. Auf der anderen Seite kämpfen Marco Terrazzino und Peniel Mlapa um den Platz, wobei Mlapa auch ganz vorne spielen kann. Dann müsste Simon Terodde, der gegen Schalke die Führung vergab (Pfosten/60.), wieder einmal weichen. Mlapa auf dem Flügel dürfte vor allem eine Option gegen spielstarke Gegner sein, die mehr Räume bieten.

Gegen Schalke fiel die Entscheidung binnen fünf Minuten, als Felix Platte mit einem trockenen Schuss ins untere Eck sowie Tanju Öztürk per Kopf nach einer Ecke trafen. Eisfeld konnte nur noch verkürzen, dann war dieses Spiel Geschichte - und dürfte kaum jemand länger in Erinnerung bleiben.

Ralf Ritter

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Beim VfL Bochum dürften sieben Positionen vergeben sein
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2016-01-24 18:38
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