Der VfL geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge in die Pause

Zwischen Wehmut und Freude: Michael Esser, Andreas Luthe.
Zwischen Wehmut und Freude: Michael Esser, Andreas Luthe.
Foto: Udo Kreikenbohm / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Das 0:0 gegen Sandhausen war ein bisschen wie ein Spiegelbild der gesamten VfL-Saison: Es gab ein wenig was zu feiern, aber irgendwie war auch mehr drin.

Bochum.. Es war ein unspektakulärer Schlusspunkt der Bochumer Zweitliga-Saison. Torlose 90 Minuten, größtenteils Sommerfußball, Zieleinlauf als Tabellenelfter. Immerhin: Es war das erste Heimspiel unter Gertjan Verbeek, das der VfL ohne Gegentor über die Zeit brachte. Immerhin: Die Fans feierten, bereiteten Esser, Tasaka und Co. einen schönen Abschied. Unterm Strich bestätigte diese Partie aber die Erkenntnis, mit der sich Simon Terodde in den Sommerurlaub verabschiedete: „Wir haben einiges zu tun.“Saisonende

Der VfL Bochum verabschiedet sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge in die Sommerpause. Wegen des Saisonausklangs gegen Sandhausen, wegen der ganzen Saison. Bei beiden gilt: Irgendwie war mehr drin. In den ersten Saisonwochen, in den ersten Spielen nach dem Trainerwechsel begeisterte der VfL, zeigte Spielkultur, wie man sie in den drei Jahren zuvor nicht gesehen hatte. Im Pokal scheiterte mit dem VfB Stuttgart ein Bundesligist an den Bochumern. Auf der anderen Seite gab’s aber auch diese irritierende Remis-Serie vor eigenem Publikum, das Pokal-Aus gegen Drittligist Dresden, Verletzungspech und immer wieder Rückfälle in Zeiten des Rumpelfußballs. „Wenn man sieht, wie die letzten Jahre gelaufen sind, können wir mit dem Jahr ganz zufrieden sein“, sagte Felix Bastians nach dem Spiel. Ganz zufrieden, also nicht schlimm, aber auch nicht toll.

Viel hängt von der Kaderplanung ab

VfL-Noten Fraglos: Eine Weiterentwicklung der Mannschaft, wie sie Sportvorstand Christian Hochstätter ausgemacht hat, ist nicht von der Hand zu weisen. Aber auch der Sportvorstand kam nicht umhin einzugestehen: „Es hätten ein paar Punkte mehr sein können.“ Nichtsdestotrotz wolle man nicht von der Philosophie Verbeeks abrücken. Was dann möglich ist, das hängt maßgeblich von Hochstätters Arbeit in den kommenden Wochen ab. „Wir müssen sehen, was der Sportdirektor aus dem Hut zaubert, welche Mannschaft wir in der nächsten Saison beisammen haben, und dann werden wir in Ruhe schauen, was möglich ist“, sagte Felix Bastians beim Blick voraus.

Und der Sportvorstand? Will gar nicht viel rumzaubern. Die Leihspieler Weis und Eisfeld würde man gerne weiter in Bochum sehen, Torjäger Simon Terodde freilich genauso. „Wir verfolgen den Gedanken, den Kader weitestgehend so zusammenzuhalten, wie er momentan ist“, wird Hochstätter in der VfL-Stadionzeitung zitiert. Auch vom Trainer hätte man gerne erfahren, wie seine Sicht auf die nächste Saison ist. Doch der ist nicht gerade redselig gegenüber der Öffentlichkeit. Fokussiert könnte man das nennen.

So oder so: Mit Blick auf die nächste Saison wird viel gegrübelt in Bochum. Zumindest aber die letzten Minuten auf dem Rasen hatten mehr Leichtigkeit. Von der Osttribüne gab's trotz der mauen Schlussvorstellung warmen Applaus und Sprechchöre. Auch zur Freude von Simon Terodde: "Wir können froh sein, so gefeiert worden zu sein. Das ist auch nicht selbstverständlich."