Der VfL Bochum in der Ergebniskrise - 0:2 bei RB Leipzig

Bochums Keeper Luthe ist geschlagen, der Leipziger Frahn bejubelt sein Tor zum 2:0.
Bochums Keeper Luthe ist geschlagen, der Leipziger Frahn bejubelt sein Tor zum 2:0.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Zum fünften Mal in Folge gab's für den VfL Bochum in der zweiten Liga keinen Sieg: Die Mannschaft von Trainer Peter Neururer verlor am Freitagabend bei RB Leipzig mit 0:2. Ein Eigentor von Fabian Holthaus und ein Treffer von RB-Kapitän Daniel Frahn brachten den Bullen den Erfolg.

Leipzig/Aalen/Fürth.. Der VfL Bochum, anders kann man es nicht sagen, steckt in der Krise, zumindest in einer Ergebniskrise. Die 0:2-Niederlage in Leipzig war bereits die fünfte sieglose Partie des VfL in Folge. Schlimmer noch: Die Mannschaft erspielt sich nach einigen unglücklichen Auftritten nur noch gelegentlich Torchancen, die Negativ-Ergebnisse geben recht gut die Leistungen auf dem Rasen wider.

Noch bevor die Reise nach Sachsen begann, musste VfL-Trainer Peter Neururer Verzicht üben. Tobias Weis, der im Abschusstraining noch zur vermeintlichen Startelf gezählt hatte, klagte anschließend über muskuläre Probleme und blieb zu Hause. Seinen Platz nahm aber nicht Michael Gregoritsch ein, sondern Marco Terrazzino. Auf der Gegenseite fand das ehemalige VfL-Talent Lukas Klostermann erstmals Aufnahme im Leipziger Kader, schaute sich die Partie aber nur von der Bank aus an - Marvin Compper, dessen Einsatz lange fraglich war, konnte doch mitwirken.

Compper war allerdings nicht dafür verantwortlich, dass die Hoffnung der Gäste, möglichst lange die Null halten zu können, schon nach wenigen Minuten einem Moment der Frustration wich. Dominik Kaisers Eckball lenkte Fabian Holthaus unfreiwillig ins eigene Tor. Ähnlich unglücklich war der VfL kürzlich gegen Darmstadt in Rückstand geraten.

Genauigkeit in der Offensive fehlt

Anschließend entwickelte sich das erwartete zähe Ringen mit einem Gegner, den neben einer guten Struktur auch eine sehr physische Spielweise - garniert mit etlichen Härten - auszeichnet. Dennoch konnte sich der VfL in dieser Phase gelegentlich ganz gut befreien, aber die Konsequenz und Genauigkeit im letzten Drittel des Spielfeldes fehlten, um zu klaren Möglichkeiten zu kommen. Allerdings hatten die Bochumer zunächst auch ein wenig Glück, dass eine weitere Standardsituation der Gastgeber erfolglos blieb. Tim Sebastian setzte sich in der Luft gegen Anthony Losilla durch, sein Kopfball strich aber knapp über das Bochumer Tor.

Nach einer halben Stunde legte der Aufsteiger noch einmal einen Zahn zu, nun rannten die Bochumer nur noch hinterher - weder von Yusuke Tasaka noch von Terrazzino war etwas zu sehen. Und Simon Terodde sowie Stanislav Sestak bissen in den Duellen mit den Leipziger Abwehrspielern immer wieder auf Granit.

Rangnick vs. Neururer Ganz anders dagegen die Leipziger Angreifer. Zum Beispiel Poulsen, der kaum zu halten war und mit einem Schuss am langen Eck vorbei knapp das 2:0 verfehlte. Ein Versäumnis, das nicht ins Gewicht fiel, weil nur zwei Zeigerumdrehungen später Stefano Celozzi und Jan Simunek nicht ganz im Bilde waren, weil Holthaus das Abseits aufhob. Für Leipzigs Kapitän Daniel Frahn war das die willkommene Gelegenheit, zweimal sein Glück zu versuchen: Beim ersten Mal - nach Rani Khediras “Mondball” mit dem Rücken zum Tor stand Frahn noch Andreas Luthe im Wege, doch der Nachschuss saß. Ebenso wie der Schock auf Bochumer Seite: Nach dem 2:0 ging erst einmal nichts mehr beim VfL, der zudem einen personellen Nackenschlag zu verdauen hatte. Simuneks Comeback war bereits in der ersten Halbzeit beendet - für den vom Platz humpelnden Tschechen kam Malcolm Cacutalua auf den Rasen. Möglich, dass Simunek nun erneut für längere Zeit ausfällt. Was perfekt passt zur Bochumer Herbst-Tristesse.

Latza trifft nur den Pfosten

Leipzig eröffnete die zweite Halbzeit mit einem Kopfball von Stefan Hierländer, den Luthe glänzend parierte. Und während die Leipziger Fans bereits den nächsten Heimsieg feierten, eröffnete sich dem VfL urplötzlich die Chance zu verkürzen. Danny Latza setzte sich auf der linken Seite gegen zwei Gegenspieler durch, scheiterte jedoch am Pfosten. Und den abgeprallen Ball köpfte der etwas zu dicht am Tor stehende Terodde, der seit einiger Zeit vom Glück verlassen scheint, über das Leipziger Gehäuse. Womit die Niederlage perfekt war. Lange Zeit über die erneute Niederlage zu lamentieren, sagte Terodde, der noch bei einer weiteren Möglichkeit an RB-Torhüter Fabio Coltorti scheiterte, habe man jedoch nicht: “Am Dienstag in Dresden wird es richtig zur Sache gehen, das wird kein Vergleich sein zu hier.”