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Der VfL Bochum im Pokal-Glück

31.07.2011 | 20:47 Uhr
Der VfL Bochum im Pokal-Glück
Als eine Einheit präsentiert sich der VfL nicht nur während des Elfmeterschießens - spielerisch aber läuft vieles überhaupt nicht rund. Foto: Thomas Haetschel/dapd

Rostock.„Schatzi schenk mir ein Foto“ dröhnte es am Samstagabend durch die Katakomben der DKB-Arena in Rostock, ein paar nicht näher zu bestimmende Männer in der Kabine des VfL Bochum stimmten ein. Unabhängig vom Musikgeschmack musste das den müden Profis von Hansa Rostock wie eine weitere Strafe vorkommen: Gekämpft hatten sie, das Spiel in den ersten 90 Minuten überlegen gestaltet - und doch verloren. Im Elfmeterschießen.

Der VfL im Glück. Mal wieder.

Die Party-Musik übertönte allerdings nicht die angebrachte Selbstkritik der Bochumer nach dem Pokalfight, am Ende im strömenden Regen auf tiefem Boden. „Wir können von Glück sagen, dass wir hier gewonnen haben“, sagte Trainer Friedhelm Funkel, und Jens Todt, der Sportvorstand, brachte es sichtlich ernüchtert auf den Punkt: „Das Beste war das Ergebnis.“ Erfreulich sei, dass „wir uns das Weiterkommen erkämpft haben, aber über 120 Minuten war das keine gute Leistung.“

Zweite Runde erreicht, auf Wiedersehen Rostock - bis in acht Tagen, wenn es in der Liga zum erneuten Aufeinandertreffen in der zuletzt von Starkregen und Unwettern geplagten Hansestadt kommt.

Der Tenor war eindeutig: Sollen dann Punkte her, „müssen wir einiges besser machen“, so Kapitän Christoph Dabrowski, dann „müssen wir uns steigern“, so Funkel. Und Jens Todt hob das weitgehend unansehnliche Geschehen auf eine grundsätzliche Basis: „Wenn wir in der Liga eine gute Rolle spielen wollen, müssen wir anders auftreten.“

Frech und rotzig, für diesen Fußball will Todt ja mittelfristig stehen, hatte er bei seinem Amtsantritt gesagt. Davon war der VfL in Rostock so weit entfernt wie vom Einzug ins Finale. Die erste Halbzeit war desolat, der VfL brachte nur einen - harmlosen - Distanzschuss (Federico) auf das Hansa-Tor. Die quirligen, schnellen Rostocker Offensivkräfte um Wirbelwind Lartey stellten die Bochumer vor große Probleme, führten hochverdient 1:0.

Langsam, behäbig, ohne Ideen und Zug nach vorne agierte der VfL, dessen einzige Spitze Daniel Ginczek - wie in den Vorwochen auch Mirkan Aydin - völlig in der Luft hing: Aus dem Mittelfeld, über die Außen kam kein Pass an, hinzu gesellte sich eine hohe Fehlerquote und mangelnde „Präsenz“, wie Funkel kritisierte, in den Zweikämpfen. So offenbarte auch die Defensivarbeit selten gesehene Schwächen. „Wir haben viel zu viele Chancen zugelassen und sind selbst nicht in den Sechzehner gekommen“, monierte Funkel.

„Zu statisch“ nannte Jungspund Ginczek das Quer-Geschiebe in Durchgang eins mit einer Mannschaft, die ein Durchschnittsalter von 28 auf den Rasen brachte: Außer Ginczek und dem phasenweise indisponierten Kopplin saßen ja diesmal alle jungen Kräfte auf der Bank. Funkel hatte mit Bönig, Berger und Federico für Ostrzolek, Kefkir und Vogt Routine in die Startelf rotiert, zudem begann Ginczek für Aydin. Berger enttäuschte erneut maßlos, Federico tauchte schnell ab, Bönig blieb blass. Aber auch Kapitän Dabrowski schaffte es erneut nicht, Linie, Ruhe, Ideen ins Spiel zu bringen. Im Gegenteil: Wie vielen seiner Kollegen - über die volle Distanz wussten nur Johansson und Luthe zu gefallen - unterliefen ihm zahlreiche Abspiel- und Stellungsfehler.

Erst als nach der Pause Aydin Ginczek unterstützte und so auch Platz schaffte für die Mittelfeld-Reihe dahinter, kam Bochum etwas besser ins Spiel - überlegen, druckvoll allerdings agierte der Gast erst in der zweiten Halbzeit der Verlängerung, als der spät eingewechselte Christoph Kramer für frische Impulse sorgte. Und beim FC Hansa, der den Schock durch Marek Mintals frühes Verletzungs-Aus (10.) lange mit Biss, Zielstrebigkeit und lautstarker Nonstop-Unterstützung seiner Fans vergessen ließ, schwanden die Kräfte.

Immerhin: Einsatz und Willen stimmten auch beim VfL nach der Pause, und die beiden Torjäger trafen eiskalt. „Kompliment an die Mannschaft, dass sie zweimal einen Rückstand weggesteckt, nie aufgegeben hat“, lobte Funkel.

Dass er „einige Schlüsse“ aus der Art und Weise des Auftritts ziehen werde, kündigte der Trainer an. Dass kommenden Montag in Rostock Ginczek und Aydin gemeinsam beginnen, bedeutet das aber (noch) nicht. „Das wird sicher mal so sein. Aber ich will mir alle Möglichkeiten offen halten und eine Option haben, im Laufe des Spiels zu reagieren“, meint Funkel zur Frage der „Doppelspitze“. Er will wohl weiter abwarten, bis er Chong Tese als dritten Stürmer auf der Bank als Alternative sieht.

AUSLOSUNG DER 2. RUNDE AM KOMMENDEN SAMSTAG

Die Auslosung zur 2. DFB-Pokalhauptrunde steigt am kommenden Samstag, 6. August, im Rahmen der Sendung „Samstag live“ (ab 20.45 Uhr) beim Pay-TV-Sender Sky. Die 16 Spiele finden am Samstag oder Sonntag, 25./26. Oktober statt. Das Achtelfinale steigt noch vor der Winterpause am 20./21. Dezember.

Ralf Ritter

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Kommentare
03.08.2011
15:51
Der VfL Bochum im Pokal-Glück
von sordini | #19

Bochum funkelt, der Gegner strahlt. Warum ist der VfL der einzige Profiverein, der glaubt, ohne Trainer auskommen zu können? Wir spielen komplett ohne System, ohne Plan, ohne kreative Kompetenz. Das ist doch nicht gut, das ist schlect. Und Schlechtes muss man ändern. Ändern, ändern ändern. Damit Bochum wieder mal glänzt, und der Gegner nicht mehr strahlt.

02.08.2011
11:47
Der VfL Bochum im Pokal-Glück
von Laufwunder | #18

Ich hoffe dass Inui mal wieder etwas Schwung in die Sache bringen kann.

01.08.2011
13:11
Blockierter Kommentar.
von juestahl | #17

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

01.08.2011
12:09
Der VfL Bochum im Pokal-Glück
von bl1848 | #16

Mund abwischen, weitermachen, auf Besserung hoffen!
Eine Runde weiter, das zählt erst einmal!
Montag noch mal Rostock putzen und die Welt sieht schon besser aus!
Wenn nicht muss FF wohl gehen - dann hat er nichts dazu gelernt!

Glück auf

01.08.2011
10:07
Der VfL Bochum im Pokal-Glück
von peppinjo | #15

Herr Todt, es wird Zeit, dass sie ein Gespräch mit FF suchen. Wie war das noch, der VfL ein Ausbildungsverein? Die Aufstellung hat`s gezeigt, die Auszubildenden saßen alle auf der Bank. Jeder Rostocker war auf einem Bein schneller als ein Dabrowski, Freier, Bönig und MM. So vergrault man die Zuschauer.

01.08.2011
09:43
Der VfL Bochum im Pokal-Glück
von FB-1848 | #14

Man sollte Herrn Funkel mal sagen das es in der Bundesliga weder Verlängerung noch Elfmeterschießen gibt.
Da muss man ein Spiel in 90 Minuten gewinnen.
Was ich aber am Samstag gesehen habe spottet jeder Beschreibung.

Einige Spieler liefen auf dem Platz rum, als hätten sie zum ersten mal im Leben Fussballschuhe an.
Allen voran unser Mann mit der Binde.
Spitzname Stolpervogel. Er sollte sich lieber eine andere Sportart aussuchen :-))

01.08.2011
09:43
Der VfL Bochum im Pokal-Glück
von AttaL | #13

Was will Funkel eigentlich machen wenn sich jetzt noch ein Stürmer verletzt? Ganz ohne Stürmer spielen? Damit es dann noch reagieren kann?
Der Mann hat doch wirklich ziemlich absurde Ideen. Ein VfL in der ersten Liga muß vielleicht Defensivfußball spielen. In der 2. Liga jedoch ist Dominanz angesagt.
Holt Neuruhrer heim. Und zwar nicht erst, wenn der Zug abgefahren ist.
Zur Erinnerung: Wir sind nicht aufgestiegen, weil wir ein unterirdisch schlechtes Torverhältnis hatten. Die Relegationsspiele waren unnötig.

01.08.2011
09:39
Der VfL Bochum im Pokal-Glück
von Blautobitus | #12

#9 das ist seit dem Amtsantritt FF´s mein reden!Bei allen Vereinen in denen er war, hat er so spielen lassen!Ich kann mir das auch nicht mehr angucken!

01.08.2011
09:12
Der VfL Bochum im Pokal-Glück
von tigerbeimvfl | #11

Jens Todt wird den Funkel zum Mitarbeitergespräch einladen müssen, wenn er sein Ziel, in der Liga eine gute Rolle zu spielen und auch frech und rotzig aufzutreten, nicht schon jetzt aus den Augen verlieren will. Als Vorgesetzter muss er jetzt die Reisleine ziehen. Entweder mit oder ohne Funkel.

Die Aussage, dass der Funkel keine Doppelspitze spielen lässt, damit er noch Alternativen auf der Bank hat, ist völlig abwegig. Kramer, der bei allen seine Spielen sehr präsent war; nicht zu bringen; ist nur durch Funkels Spielweise zu begründen.

01.08.2011
09:06
Der VfL Bochum im Pokal-Glück
von Kassandro | #10

@#9tagina
Ich glaube, dass ist keine so schlechte Idee. Ich werde es dir gleich tun, und mich auch zunächst verabschieden, denn der gegenseitige Meinungsaustausch ist doch sehr verfahren.
Bis irgendwann mal.

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