Bochums Wijnaldum ist ein Linksfuß mit Drang nach vorne

Tritt beim VfL Bochum in Konkurrenz zu Timo Perthel: Giliano Wijnaldum.
Tritt beim VfL Bochum in Konkurrenz zu Timo Perthel: Giliano Wijnaldum.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
Giliano Wijnaldum (22) will beim VfL Bochum vor allem eines: spielen. Dafür muss er auf der Linksverteidigerposition Timo Perthel verdrängen.

Bochum.. Die Umgebung ist Neuland für ihn, der Verein, die Mitspieler. Aber der Trainer, der ist „ganz der Alte“ geblieben, wie Giliano Wijnaldum es ausdrücken könnte, wenn er sich ein paar Monate eingelebt hat im Ruhrgebiet. Jetzt sagt er auf Niederländisch: „Der Trainer macht alles genauso wie damals in Alkmaar, er hat sich nicht verändert. Er hat seine eigene Vision, macht alles mit Ball.“ In Alkmaar hatte Wijnaldum mit 18 sein Debüt als Profi gegeben in der ersten Liga der Niederlande - Trainer: Gertjan Verbeek.

VfL Bochum Michael Maria, sein holländischer Mitspieler beim VfL Bochum, muss in den ersten Tagen und Wochen noch übersetzen, irgendwann will Giliano Wijnaldum, der Ende August 23 Jahre alt wird, auch sprachlich einen Schritt weiter sein - auf dem Platz soll der Durchbruch noch schneller gelingen.

Der junge Linksverteidiger spielt erstmals außerhalb seines Heimatlandes. Dort steht sein älterer Bruder vom Meister PSV Eindhoven, Georginio Wijnaldum, im Fokus der Öffentlichkeit, ist der Mittelfeldmann doch A-Nationalspieler.

Perthel bekommt nun ernsthafte Konkurrenz

[kein Linktext vorhanden] Ganz so weit nach oben wird es Wijnaldum, Giliano, vermutlich nicht mehr schaffen. Aber die Zeiten, in denen Timo Perthel keinen ernsthaften Konkurrenten fürchten musste auf der linken Abwehrseite des VfL, sind wohl vorbei. Wijnaldum scheint das Zeug zu haben, Perthel zu verdrängen, das Rennen ist offen. Beim zweiten Testspiel, beim A-Kreisligisten BW Weitmar 09, ließ Verbeek ihn im A-Team ran - ein unbedeutender Test, natürlich. Aber der Trainer wechselt nicht wild, setzt stets auf einen bewährten Stamm; Verbeek gibt nur jenen eine Bewährungschance in der ersten Reihe, denen er den Sprung in die Startelf alsbald auch in der Liga zutraut. Wijnaldum gehört dazu.

Nun sind Weitmar und auch Dülmen oder die Hattinger Stadtauswahl keine Gegner, nach denen ein Zweitliga-Profi mit stolz geschwellter Brust den Platz verlassen kann. „Dass ich in Weitmar von Beginn an gespielt habe“, sagt Wijnaldum, „hat nichts zu bedeuten, das war kein Gratmesser, der Gegner nicht stark genug.“ Aber „natürlich“ sei es sein Ziel zu spielen. Von Beginn an. In der Liga.

Wijnaldum gibt sich selbstbewusst

[kein Linktext vorhanden] Selbstbewusst ist der 1,81 Meter große, technisch versierte Linksfuß jedenfalls, schnell und dynamisch ohnehin. Er sei zwar einer der Jüngsten, sagt Wijnaldum, aber habe schon „drei, vier Jahre Erfahrung“ als Profi - nach Alkmaar wechselte er zum FC Groningen und ein Jahr darauf, 2014, zu Go Ahead Deventer Eagles. Er war zwar Stammspieler, stieg aber mit Deventer ab, wurde nach 65 Einsätzen in der Eredivisie dadurch ablösefrei. Und als Bochum anrief, als erster Interessent übrigens, „habe ich nicht lange gezögert“.

In der Jugend - bei Sparta Rotterdam und AZ Alkmaar - war er lange noch ein offensiver Außenspieler, sein Drang nach vorne kommt ihm unter Verbeek zugute. Eine Eigenschaft, die allerdings auch Perthel verkörpert. „Konkurrenz“, sagt Wijnaldum, sei immer gut, „das macht uns beide stärker.“