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Bochums "brauchbare" Leistung ist in Ingolstadt nicht "gut" genug

10.03.2013 | 18:07 Uhr
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Bochums "brauchbare" Leistung ist in Ingolstadt nicht "gut" genug
Die Enttäuschung ist ihnen ins Gesicht geschrieben: Christoph Kramer, der gegen Braunschweig gesperrt fehlen wird, Alexander Iashvili und Leon Goretzka, der den Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 erzielt hatte.Foto: Armin Weigel/dpa

Ingolstadt.   Sportvorstand Jens Todt sprach von einem „ganz bitteren Tag“ für den VfL Bochum. Vorausgegangen war eine 1:2-Niederlage in Ingolstadt, die man sich nie und nimmer hätte leisten dürfen.

Das Wort „gut“ nahm keiner in den Mund. Von einer „brauchbaren“ Leistung sprach Trainer Karsten Neitzel, Christoph Kramer nannte sie „vernünftig“ und Andreas Luthe „ordentlich“. Vor allem aber waren sie alle frustriert, enttäuscht, verärgert, sauer. Dieses Spiel, so der Tenor der Bochumer, hätten wir nie und nimmer verlieren dürfen. Jens Todt, der Sportvorstand, sagte: „Das ist ein ganz bitterer Tag für uns.“ Zumal Christoph Kramer noch die fünfte Gelbe Karte erhielt und am Samstag gegen Braunschweig ausfällt.

Die „Schuld“ an der Niederlage aber durfte der VfL bei sich selbst suchen. Bei beiden Gegentoren hatten zu viele Bochumer zu lange geguckt und gestaunt, und vorne traf der VfL schlichtweg das Tor nicht. Wieder einmal. Da nutzt eine fußballerische Überlegenheit letztlich nichts - und deshalb ist man vom Relegationsplatz nur zwei Punkte entfernt.

„Das ist ein ganz bitterer Tag für uns“

Dabei begann der Tag in Ingolstadt ganz gut für den VfL. Neitzel setzte wie erwartet auf die gleiche Startelf wie in Kaiserslautern, Zlatko Dedic blieb zunächst auf der Bank. Der VfL übernahm von Beginn an die Initiative gegen tief stehende Gastgeber, war sichtlich bemüht, etwas zu tun Richtung gegnerischem Gehäuse. Mehr Ballbesitz aber bedeutet noch lange nicht mehr Torgefahr. Die strahlte der VfL nur minimal aus in der ersten Halbzeit, spätestens am Strafraum zauderten der schwache Toski, der erst in der zweiten Halbzeit aufblühende Goretzka, der mitunter fahrige Lumb und Kollegen. Und in den seltenen Fällen, in denen sich mal Platz bot gegen die kompakten Gastgeber, fehlten Zug und Mut.

Live-Ticker
Rückschlag für den VfL Bochum in Ingolstadt

Der FC Ingolstadt kann doch noch im eigenen Stadion gewinnen. Die Oberbayern besiegten am Sonntag in der 2. Fußball-Bundesliga den VfL Bochum mit 2:1...

Lediglich der gute Marc Rzatkowski, der mit einem Distanzschuss die einzige echte VfL-Chance hatte (16.), konnte hier und da Impulse setzen. Immerhin: Die 540 km weit gereisten rund 500 VfL-Fans durften die Sonne genießen im fast frühlingshaften Ingolstadt. Noch.

Fast wäre ihnen allerdings dieser Spaß frühzeitig verhagelt worden: Ingolstadt, von Bochums gut sortierter Defensive um Marcel Maltritz ansonsten abgemeldet, kam nach einer von Kevin Scheidhauer unfreiwillig verlängerten Ecke zu einer von zwei Topchancen. Christian Eigler schoss aus vier Metern drüber (12.). Und Sekunden vor der Pause rettete Torwart Andreas Luthe an seinem 26. Geburtstag mit einer Glanzparade gegen einen Kopfball von Caiuby.

Nur zwei Punkte vom Relegationsplatz entfernt

Nach dem Wechsel wurde die Partie munter, weil auch Ingolstadt sich etwas öffnete, Goretzka häufiger seinen Turbo anschmiss – und Tore fielen. Tasakas Außenrist-Schuss ging noch knapp daneben, als auf einmal Ingolstadt die Führung gelang. Niemand griff Marvin Matip an, der eine gefühlte Ewigkeit über das halbe Feld rannte und dann Pascal Groß bediente. Jonas Acquistapace ließ dem 21-Jährigen zu viel Platz und Zeit, Groß vollstreckte souverän. Acquistapace war zur Pause für Holmar Eyjolfsson gekommen, der sich bei einem Zusammenprall eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte.

Doch Bochum schlug zurück: Freistoß-Flanke Rzatkowski, Kopfball Goretzka – das verdiente 1:1. Um das VfL-Juwel hatte es am Morgen, mal wieder, Wechselgerüchte gegeben, angeblich sollte Manchester United ein Angebot abgegeben haben – das entpuppte sich als ein neues „Twitter“-Märchen. „Es liegt nichts vor“, sagte Sportsvorstand Jens Todt dazu.

Doch als der VfL in der nun temporeichen Partie erneut Oberwasser bekam, schlug Bochum-Schreck Caiuby zu, der schon in den beiden letzten Spielen gegen den VfL entscheidend getroffen hatte. Keiner griff ihn beherzt an am Sechzehner, sein harmloses Schüsschen wurde von Maltritz unglücklich abgefälscht, so dass der Ball im linken Eck landete. 2:1 FCI. „Wahnsinn“, stöhnte später Jens Todt.

Bochum stand im Regen

Bochum wollte, zog mit Dedic für Toski und später noch Iashvili für Rothenbach in den letzten Minuten ein Powerplay auf wie im Eishockey. Aber Scheidhauer vergab auch seine Topchancen Nummer zwei und drei (80./87.), Kramer scheiterte an Torwart Öczan (86.).

Als Schiedsrichter Bandurski abpfiff, schien auch in Ingolstadt längst nicht mehr die Sonne: Bochum stand im Regen.

Ralf Ritter

Kommentare
11.03.2013
19:01
Wie
von michi5 | #31

oft habe ich mich über Ostrzolek und Kopplin geärgert - wenn ich aber den aktuellen Aussenverteidiger Rothenbach sehe, kann ich nur rufen : das muss!!! in Ingolstadt die allerletzte Chance gewesen sein !!!
A.Luthe hat nach dem "Alleingang" von Matip und dem folgenden 0:1 minutenlang den Kopf geschüttelt - hier wird ein Grundproblem der aktuellen Situation sichtbar - anstatt den Kopf zu schütteln, müssten die Spieler sich untereinander einige "Freundlichkeiten" an den Kopft werfen, da ist mir das Ganze viel zu ruhig und freundlich - hier muss Neitzel den Hebel schnellstens ansetzten. Aqistapace z.B. schien mir beim 0:1 eingeschlafen zu sein und ein "Weckruf" war dringend angezeigt.

11.03.2013
16:54
Relegation
von BlockB | #30

Wenn man auf das Restprogramm der beteiligten Vereine schaut, dann ist der schlimmste Fall die Relegation. Finanziell nicht unattraktiv, wenn es zum Beispiel gegen Bielefeld oder Preußen Münster geht.....lol....

Denn es werden in der Tat die Finanzen sein, die den Takt der neuen Saison vorgeben werden. Wer jedoch mit dem siebtgrößten Etat der Liga keine vernünftige Kaderplanung bewiesen hat, der soll nun mit einem deutlich bescheideneren Budget Wunder ("erstklassig") vollbringen. Das passt vorne und hinten nicht zusammen.

Wie hoffnungsfroh die Talentsituation sich darstellt, beweist auch die zweite Mannschaft, die sich schon bald auf einem Abstiegsplatz wiederfinden könnte. Jens, das wäre dann der perfekte Sturm ........

11.03.2013
16:26
emotionslos
von Mr.SlowHand | #29

also, ich kann eure emotionen und die wut mittlerweile nicht mehr mitgehen, wie es aussieht. lese mir das alles durch, gucke die spiele, sehe einen vfl der nicht überrannt wird, aber auch selber sich weder was erarbeitet oder wenigstens glück hat, oder was auch immer. so wie die gespielt haben, so empfinde ich jetzt seit ein paar wochen, es wird mir schon fast egal. schön das ich meine knochen für so einen verein eingebüßt habe.

11.03.2013
16:20
fortsetzung
von dete48 | #28

zumal aus sportlicher sicht evtl. mal wieder erfolge für den verein einzufahren sind. ich denke man spielt lieber vor 12000 leuten in liga 3 anstatt vor 3500 in liga zwei gegen aue oder ähnliches...
wie schon oben erwähnt hätten die zuschauer auch mal wieder ihren spass...und der verein könnte wenn er es richtig anstellt sich neu ordnen und reformieren...aber das bringt es nur in liga 3, wenn es ruhiger wird, als in liga 2.

1 Antwort
Bochums
von Dirk72 | #28-1

Wie kommst Du nur darauf,daß in der 3.Liga mehr Zuschauer hingehen als jetzt? Und das Beispiel mit Aue verstehe ich nicht.Hast Du dir mal die Vereine der 3.Liga angeschaut.Heidenheim,Unterhaching VfB Stuttgart II,Babelsberg usw..Alles Garanten für ein volles Stadion.Nein,ich bleibe dabei.Der Abstieg muss verhindert werden,sonst ist hier für immer Feierabend.

11.03.2013
16:00
Bochums
von dete48 | #27

@Dirk
das sehe ich anders, falls du meinen beitrag in einem vorherigen artikel gelesen hast.
im grunde genommen hättest du recht! aber die tatsache, das der abstieg wenn nicht dieses jahr schon nur aufgeschoben und nicht aufgehoben wäre, sollte man berücksichtigen! wie schon viele erwähnt haben wird es ein personalkarussel geben. viele werden den verein aufgrund auslaufender leihen verlassen, andere aufgrund des auslaufenden vertrages. andere weil man sie im endeffekt verkaufen muss!! was wird kommen? ablösefreie unterklassige spieler, die wir bereits in den eigenen reihen haben. diese werden nicht viel erfahrung mitbringen und werden im lernprozess sein.dafür hat der verein keine zeit und mittlerweile die erfahrung gemacht das solche spieler es nicht bringen können. was bleibt am ende? eine unerfahrene junge ablösefreie wild zusammengestellte truppe die spätestens nächstes jahr absteigen wird!!!von daher wäre ein gang in liga drei jetzt nicht der verkehrte weg...

11.03.2013
15:35
Bochums
von Fornax | #26

Lasst sie absteigen ...erst DANN werden unsere "Entscheidungsträger" endlich wach... Aber dann ist es zu spät !

11.03.2013
15:30
Ich glaube nicht,
von Dirk72 | #25

daß es in der 3.Liga einen Neuanfang geben würde.Vielmehr wäre es der Untergang.Ohne soviel Schulden könnte soetwas vielleicht funktionieren.Aber bei 7 Mio. +X und Wegbrechen der Fernsehgelder wäre dies das Ende und man geht den gleichen Weg wie Aachen oder Ulm.Man MUSS den Abstieg unter allen Umständen verhindern.Es sind noch neun Spiele.Wenn in den nächsten vier Spielen nichts Zählbares rauskommt und man auf einem Abstiegsplatz steht,dann stellt sich für mich auch die Trainerfrage.

11.03.2013
14:54
WAS wollen wir denn ??
von gtsyamaha | #24

Ja was wollen wir denn ? Wollen wir weiterhin so einenen schlechten Fussball sehen? Anscheinend jawohl doch sonst würden Verträge mit z.B. meinem Spezie Maltritz und andere unbeweglichen Profis nicht verlängert worden. Marc Rzatkowski !! Endlich mal einer der Ideen ins Spiel bringt. Endlich mal einer der die Standards gefährlich vors Tor bringt. Das gleiche gilt für Leon Goretzka. Beide, den einen sicher (Pauli) den anderen fast sicher (Hannover) werden wir im nächsten Jahr nicht mehr sehen. Ich bin langsam aber sicher soweit zu sagen, ob ein Neuanfang in der dritten Liga nicht besser wäre.Schade VFL

11.03.2013
14:42
Viele haben es noch nicht internalisiert....
von Querdenker79 | #23

mit reinem sicheren Ballgeschiebe, gehts direkt ab in die 3. Liga. Die meisten auf dem Feld meinten nicht mal Laufen zu müssen. Das geht schon mal gar nicht beim Fussball. Die Jungs müssen nur einmal in 7 Tagen Vollgas geben und dann sehe ich so eine 1. Hälfte, die zweite Hälfte war auch nicht viel besser.

Haben die überhaupt geschwitzt? Und wenn die gelaufen sind, dann noch hirn- und ahnungslos.Torschüsse werden bis auf einmal gar nie aus 20 Metern abgegeben. Die rechte Seite mit Rothenbach per Definition tot. Und zentral lief alles behäbig, lahm, ich hatte Angst da pennt einer auf dem Platz direkt ein.

Aber da war es schon passiert. Ein IV von Ingolstadt verirret sich in unsere Hälfte, weil niemand ihn wirklich angriff. Und Zack, unsere IV gucken wie immer nur zu statt anzugreifen, wohl die schlimmsten IV der Liga. Eyolffson noch ein Lichtblick, aber kaum war der weg und Malle allein zuhaus mit Aqui wars passiert.

11.03.2013
14:42
Sturm...
von Carluccino | #22

.... natürlich. Jetzt bin ich schon so weit, dass ich Sturm nicht mehr schreiben kann, weil ich so lange schon keinen mehr gesehen habe. Ich weiß kaum noch wie sich ein richtiger Sturm anfühlt. Wenn die Tribüne zittert vor lauter Sturm und sich die Flutlichtmasten biegen in schwerer See. Die Pfosten sich krümmen im beinharten Sturm. Immer nur heiße Lüftchen, laue Dampfplauderei, rhetorische Blumenkinderreigen. Schickt die Knaben nach Hause. Holt Männer, die nicht bei Schüssen Köpfe wegziehen. Männer mit Zug Richtung Netz, mit Wucht in den Schenkeln. Kein Zick Zack, kein Flick Flack. Männer die den Klabautermann über Bord werfen, die auf haushohen Brechern reiten wollen. Ohne Furcht und ohne Hoffnung. Aber mit dem eisernen Willen den Untergang mit aller Kraft zu vermeiden und den gegner sturmreif zu schießen. Feuer frei ! Wer kann......

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