Bochum wollte im Frühling 2013 Gerland statt Neururer holen

Weißbier statt Pils - und Titel statt 2. Liga: Der Bochumer Hermann Gerland fühlt sich pudelwohl in seiner Wahlheimat.
Weißbier statt Pils - und Titel statt 2. Liga: Der Bochumer Hermann Gerland fühlt sich pudelwohl in seiner Wahlheimat.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Der gebürtige Bochumer, seit Jahren Bayern-Co-Trainer, erklärte in einem Interview auf der Vereinshomepage: "Jedes Training ist ein purer Genuss."

Bochum.. Die Zeiten, in denen sich Hermann Gerland über eine Rückkehr zu seinem VfL Bochum gefreut hätte, sind vorbei. „Einmal haben sie nachgefragt, aber an dem Tag sind wir gerade Deutscher Meister geworden und dann habe ich gesagt, glaubst Du, dass ich mir die Hose mit der Kneifzange zumache“, scherzte der 60-Jährige am Donnerstag.

Es war im Frühling 2013, als der VfL vom Abstieg bedroht war und letztlich Peter Neururer als „Retter“ erschien. Damals knüpfte Ex-Profi Martin Kree als Mitglied des VfL-Aufsichtsrates den Kontakt zum Ur-Bochumer in München, erklärte Gerland nun in einem Interview auf der Vereinshomepage. „Ich sagte ihm: Martin, es gab Zeiten, da hätte ich mich gefreut, in Bochum arbeiten zu können. Aber jetzt bin ich beim besten Verein der Welt. Jedes Training ist ein purer Genuss. Das würde alles wegfallen.“

Das Duell in Bochum ist für Hermann Gerland eine Herzenssache

Der ehemalige Nachwuchstrainer, der Weltmeister wie Philipp Lahm, Thomas Müller oder Mats Hummels herausbrachte, hat fast alles erlebt, das Duell in Bochum aber ist eine Herzenssache. „Ich wusste, der VfL hat finanzielle Probleme. Deshalb bin ich zu Karl-Heinz Rummenigge und Matthias Sammer gegangen und habe gefragt, ob sie mir einen Gefallen tun können. Der FC Bayern hat in der Vergangenheit vielen Vereinen geholfen. Auch diesmal war schnell klar, dass wir in Bochum spielen“, erklärte Gerland.

Testspiel In 204 Bundesligaspielen kämpfte der „Tiger“ mit dem VfL meist um den Klassenerhalt. In München zählt er im 19. Jahr längst zum Inventar des FC Bayern, ist seit 2009 bei den Profis am Ball - und steht bei den Stars hoch im Kurs. „Sie hören auf mich und wissen: Was ich sage, hat Hand und Fuß. Ich erzähle den Spielern keine Märchen.“

Beste Kontakte zu VfL-Legende Ata Lameck

Gerland, der zu vielen Bochumern wie seinen einstigen Mit-Unabsteigbaren Michael Lameck noch beste Kontakte pflegt, hofft auf die Rückkehr des VfL in die 1. Liga - heute sieht er die Lage aber so: „Wir spielen momentan einen überragenden Fußball.“ Ob Gerland eines Tages zurück nach Bochum geht, ist offen. „Ich fühle mich beim FC Bayern wohl. So lange ich hier tätig bleiben darf, werde ich dem Verein dienen und hier wohnen.“ (mit dpa)