Bochum-Kapitän Fabian ärgert sich über Schiedsrichter Weiner

Kapitän Patrick Fabian vom VfL Bochum verursachte den Freistoß vor dem 1:2 gegen RB Leipzig.
Kapitän Patrick Fabian vom VfL Bochum verursachte den Freistoß vor dem 1:2 gegen RB Leipzig.
Foto: Getty Images
Was wir bereits wissen
Schiedsrichter Weiner pfiff vor dem entscheidenden 1:2 gegen Leipzig eine Aktion von Bochums Patrick Fabian ab. Wir haben die Stimmen gesammelt.

Bochum.. Gertjan Verbeek (Trainer VfL Bochum): "Die ersten 25 Minuten haben wir nicht Fußball gespielt. Erst nach einer halben Stunde sind wir in unseren Rhythmus gekommen. Wir hatten auch auch eine Torchance von Terrazzino im ersten Abschnitt. Wir waren in der zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft. Unser Tor war ein Geschenk von Leipzig für uns, deren zweites Tor war ein Geschenk vom Schiedsrichter für Leipzig. Mit zehn Mann das Spiel zu gewinnen war schwer. Schade, dass wir nicht gepunktet haben."

Verbeek zum Torwartwechsel: "Der Michael wird uns verlassen. Wir haben Andreas Luthe im Training und in Freundschaftsspielen gesehen, wie er das macht - und nächste Saison muss er das immer machen."

VfL-Kapitän Fabian sauer: "Es ist eine Frechheit, diesen Freistoß zu pfeifen"

Patrick Fabian (Kapitän VfL Bochum): "Leipzig hat in den ersten Minuten viel Druck gemacht, wir hatten Schwierigkeiten, uns zu befreien. Dass, was uns in den vergangenen Wochen so stark gemacht hat und was attraktiv war, solche Situationen spielerisch zu lösen, hat heute nicht funktioniert. Wir haben in der zweiten Hälfte besser gespielt und verlieren durch so ein blödes Tor. Wir sollten uns nicht beirren lassen. In dieser Liga kannst du gegen jeden Spieler gewinnen, aber auch gegen jede Mannschaft verlieren. Wir fahren jetzt ganz bewusst nach München."

Spielbericht Fabian zur Freistoßsituation vor dem 1:2: "Es ist eine Frechheit, diesen Freistoß zu pfeifen. Und dann noch die Gelb-Rote-Karte hinterherzuschieben. Ich weiß auch nicht, was ihn da geritten hat. Ob die Sohle in der Szene da hoch ist oder nicht - wenn ich einen Meter vorher den Ball spiele, kann die Sohle Gott weiß wo sein. Ob wir deshalb das Spiel verlieren müssen, weiß ich nicht. Fakt ist, dass die Szene so nicht gepfiffen werden darf."

Schiedsrichter Michael Weiner zur Situation vor dem 1:2: "Ich habe gesehen, dass Patrick Fabian den Ball gespielt hat, aber die Aktion war mir zu heftig."

Fabian zu der Situation vor dem 0:1: "Vielleicht muss ich in dieser Szene sehen, dass er einen Gegenspieler im Rücken hat, aber im Training üben wir solche Situationen auch immer. Ich spiele in der Situation den Ball nicht lang und dadurch verlieren wir den Ball."

Fabian zum Torwartwechsel: "Unter der Woche ist der Trainer auf mich zugekommen und hat seine Entscheidung erklärt. Überraschung hin oder her, ich bin Profi und trage die Entscheidung des Trainers."

Fabian zur Kapitänsfrage: "Ob das überraschend ist, müssen Sie entscheiden. Im Gespräch unter der Woche hat man mir gesagt, dass ich Kapitän bleibe. Das hat mit der Trainer gesagt, ich habe das nicht selbst entschieden."

Eisfeld kann sich vorstellen, beim VfL Bochum zu bleiben

Thomas Eisfeld (VfL Bochum): "Das Spiel heute wurde durch individuelle Fehler entschieden. Der erste Gegentreffer war ein Fehler von Patti (Patrick Fabian, Anm. d. Red.); das weiß er auch. Er muss einfach den Ball wegkloppen, das hat er auch in der Kabine gesagt. Und das zweite Tor kann man vielleicht der Mauer ankreiden. Ab der 30. Minute haben wir ein gutes Spiel gemacht, bis dahin waren wir zu weit weg von den Männern und haben ängstlich gespielt. Insgesamt waren wir leicht besser als Leipzig und hatten ein paar Chancen. Wenn Bulut den Ball zu Gregoritsch durchsteckt, steht es 2:2. Jetzt fahren wir nach München, um das Spiel zu gewinnen."

Eisfeld zum Torwartwechsel: "Das hat uns gar nicht verunsichert. Es hat keine Rolle gespielt. Wir haben davon vor dem Spiel erfahren, es hatte sich aber schon im Training vorher abgezeichnet."

Zu seiner Zukunft in Bochum: "Es gibt noch keine Tendenz, ich weiß noch nicht, wo ich kommende Saison spielen werde. Ich muss mich mit Fulham zusammensetzen. Dass Wichtigste für mich ist, dass ich spielen kann und nicht irgendwo auf der Bank sitze. Ich möchte die letzten Partien noch spielen, dann in den Urlaub fahren und dann gucken wir mal weiter. Wenn es passt, kann ich nur auch vorstellen, in Bochum zu bleiben."

Einzelkritik Felix Bastians (VfL Bochum): "Ob uns die Niederlage umwirft, werden wir kommenden Samstag sehen. Ich hoffe nicht. Wir haben die Gegentore heute zu einfach hergeschenkt. Die Art und Weise war besonders ärgerlich. Aus dem Spiel heraus haben wir wenig zugelassen und konnten selbst ein paar Chancen kreieren - allerdings nicht ganz so zwingend, wie wir das eigentlich möchten."

Bastians zur Situation vor dem 1:2: "Ich habe das schon im Spiel gesehen: Wenn der Ball zehn, 15 Meter in die andere Richtung rollt, ist es eigentlich klar, dass der Ball klar gespielt wurde. Aber wir müssen das nicht am Schiedsrichter festmachen. So wie der Ball reinkullert, sieht es natürlich blöd aus. Aber die Mauer muss hochspringen."

Bastians zum Torwartwechsel: "Ich bin ja hier nicht angestellt, um die Aufstellung zu machen. Ich erfahre das am Spieltag und dann probiere ich mit der Mannschaft, die aufgestellt ist, zu spielen. Unsere beiden Torleute sind viel zu erfahren, als dass uns so etwas nervös machen würde."

Achim Beierlorzer (Trainer RB Leipzig): "Wir haben uns viel vorgenommen für dieses Auswärtsspiel. Zumal wir auswärts ja nicht immer so gute Ergebnisse erzielt haben. Man hat von der ersten Sekunde an gesehen, was wir heute vorhatten. Wir haben versucht, den VfL zu einem Spiel zu zwingen, das ihnen nicht liegt: das Spiel mit den langen Bällen. Wir konnten mit unseren Ballgewinnen dann Chancen kreieren. Es war ein offenes Spiel in der zweiten Halbzeit, weil wir nur leider mit einem 1:0 in die Kabine gegangen sind. Es war ein verdienter Sieg für uns."