Beim VfL zeigten nur wenige Spieler konstant gute Leistungen

VfL-Torhüter Michael Esser gehörte zu den wenigen Bochumer Profis, die stets überzeugten.
VfL-Torhüter Michael Esser gehörte zu den wenigen Bochumer Profis, die stets überzeugten.
Foto: Udo Kreikenbohm
Was wir bereits wissen
Die mal starken, mal schwachen Leistungen des VfL Bochum zeigen sich auch in den Durchschnittsnoten der Profis. Doch es gab durchaus auch Konstanz.

Bochum.. Der VfL hat die Saison mit 42 Punkten (53:55 Toren) auf Rang elf beendet. Mittelmaß. Wie das Team, zeigten auch viele Spieler mal starke, mal schwache Leistungen. Höhen folgten Tiefen, so war es unter Peter Neururer, so blieb es unter Gertjan Verbeek. Konstanz? Gab es! Im Tor, sowohl bei Michael Esser als auch bei Andreas Luthe; auch Felix Bastians überzeugte fast immer. Unter Verbeek ab Januar den größten Sprung nach vorne machten Stefano Celozzi und Marco Terrazzino. Mann der Saison: Simon Terodde. Die Durchschnittsnoten nach 34 WAZ-Einzelkritiken (in Klammern: Notenschnitt der Spiele in 2014 / der Partien in 2015 unter Verbeek).

Michael Esser: Unter Gertjan Verbeek stieg Michael Esser zur Nummer eins auf - und hielt stark. Überragend seine Leistung in Nürnberg. Als sein Wechsel nach Graz feststand, musste er Andreas Luthe wieder weichen. Er nahm dies sportlich fair. 16 Einsätze; Note im Schnitt: 2,28 (2,17; 2,39)

Fahrplan Andreas Luthe: Er kritisierte Aufsichtsratschef Hans-Peter Villis, seitdem schweigt Andreas Luthe. War im Winter verletzt, verlor unter Verbeek Stammplatz und Kapitänsbinde. Als er zurückkam, war er präsent. Seine Schwächen mit dem Fuß: bekannt. 18 Einsätze, Note im Schnitt: 2,60 (2,71; 2,5)

Stefano Celozzi: Kam schwer in die Saison, aber als intelligenter Spieler begriff er das System Verbeek mit am schnellsten. Der Offensivgeist kommt dem Rechtsverteidiger zugute, Celozzi steigerte sich in der Rückrunde erheblich. Absolut gesetzt. 32 Einsätze; Note im Schnitt: 3,47 (3,94; 3,0)

Patrick Fabian: Patrick Fabian wurde zum Kapitän bestimmt. Der zähe, technisch nicht perfekte Innenverteidiger litt in der Rückrunde unter mehreren Verletzungen und dem temporeichen Offensivspiel im Verbeek-System. Muss jetzt neue Kräfte sammeln. 30 Einsätze; Note im Schnitt: 3,59 (3,42; 3,77)

Felix Bastians: Der linke Innenverteidiger, erst seit Januar spielberechtigt beim VfL, erwies sich von Beginn an als echte Verstärkung, räumte ab, baute mit auf. Felix Bastians, in der Vorsaison im Verletzungspech, spielte in jeder Partie über die volle Distanz. 15 Einsätze. Note im Schnitt: 3,0 (- ; 3,0)

Rechtsstreit Timo Perthel: Er ging stürmisch zur Sache, ohne Rücksicht auf sich und andere; marschierte nach vorne, zeigte aber defensiv oft arge Schwächen. Dass er dennoch wertvoll ist für den VfL, zeigte sich vor allem, als er verletzungsbedingt einige Wochen fehlte. 26 Einsätze; Note im Schnitt: 3,61 (3,53; 3,7)

Anthony Losilla: Er ist der Stratege im defensiven Mittelfeldzentrum, der Dauerbrenner mit der zweitmeisten Einsatzzeit nach Terodde (2926 Minuten), nur eine Gelb-Rote Karte zwang ihn zu einer Pause. Teil überragend, schwanden am Ende die Kräfte. 33 Einsätze, Note im Schnitt: 3,39 (3,61; 3,18)

Danny Latza: Kaum einer spult so viele Kilometer ab wie Danny Latza. Der technisch versierte Mittelfeldspieler baute allerdings erheblich ab, Torgefahr fehlt ihm. Gegen Ingolstadt, beim 3:1, zeigte er zum Abschied eine gute Leistung. Wechselt nach Mainz. 30 Einsätze; Note im Schnitt 3,58 (3,55; 3,62)

Marco Terrazzino: In der Hinrunde kam er fast nur von der Bank, unter Gertjan Verbeek spielte er sich in die Stammelf. Marco Terrazzino machte einen großen Sprung nach vorne, agierte meistens als dribbelstarker Flügelstürmer. Hat Steigerungspotenzial. 29 Einsätze; Note im Schnitt: 3,24 (3,44; 3,03)

Ausblick Thomas Eisfeld: Thomas Eisfeld kam im Winter als Leihgabe vom FC Fulham. Begann stark, offensiv kann er als Regisseur den Unterschied ausmachen. Defensiv mit Schwächen. Seine Zukunft ist offen. Eisfeld will bleiben, der VfL ihn halten. Es liegt am Geld. 12 Einsätze; Note im Schnitt: 3,10 (- / 3,10)

Michael Gregoritsch: Sie nennen ihn Franz, ihren Spaßvogel aus Österreich. Auf dem Platz macht Michael Gregoritsch (21) ernst, zeigt viel Einsatz, hat einen starken Schuss (7 Tore, 4 Vorlagen), ist aber auch noch lernfähig. Unterschrieb neuen Vertrag bis 2018. 25 Einsätze; Note im Schnitt: 3,23 (3,27; 3,19)

Selim Gündüz: Der Junge gibt immer Vollgas: Im Wintertrainingslager kämpfte sich der Flügelstürmer in die erste Wahl von Verbeek, mitunter ist Selim Gündüz noch zu ungestüm. Eine Verletzung warf ihn zurück. Hat seinen Vertrag bis 2018 verlängert. 15 Einsätze, Note im Schnitt: 3,35 (3,5; 3,21)

Simon Terodde: Er ist der Torjäger (16 Buden, Platz zwei in 2. Liga; dazu 6 Vorlagen). Er ist der Teamplayer, rackert nach hinten, hält die Bälle, bedient seine Kollegen. Simon Terodde hat seinen Marktwert von null auf einen Millionenwert gesteigert. Ob er bleibt? 33 Einsätze, Note im Schnitt: 3,10 (3,21; 3,0)

Stanislav Sestak geht, Manuel Riemann kommt

Insgesamt kamen beim VfL 26 Spieler zum Einsatz. Etwa Stanislav Sestak, der zweitbeste Torschütze (9), der aber mit Trainer Verbeek nicht zurecht kam - und sich vom Klub trennte trotz Vertrages bis 2016. Auch Yusuke Tasaka spielte keine Rolle mehr. Komplett verletzt waren 2015 Jan Simunek, Tobias Weis, Fabian Holthaus. Die weiteren Noten: Stanislav Sestak (27 Einsätze/Notenschnitt 3,62); Yusuke Tasaka (21/3,4); Malcom Cacutalua (20/3,43); Mikael Forssell (15/3,2); Onur Bulut (13/3,37), Tobias Weis (11/3,4), Adnan Zahirovic (9/4,0); Jan Simunek (6/2,57), Heiko Butscher (6/3,5), Nicolas Abdat (6/4,3), Piotr Cwielong (6/4,17), Fabian Holthaus (4/3,5), Henrik Gulden (1), Ridvan Balci (1; je ohne Note).

Bisher stehen acht Abgänge fest: Tasaka, Latza (Mainz), Abdat (Wolfsburg II), Zahirovic, Esser (Sturm Graz), Sestak, Butscher (Karriereende), Joel Reinholz. Zukunft offen: Mikael Forssell, (liegt ein Angebot vor); Thomas Eisfeld (war ausgeliehen vom FC Fulham); Tobias Weis (ausgeliehen TSG Hoffenheim). Alle drei will der VfL halten. Holthaus will wechseln (evt. Düsseldorf). Zugang: Manuel Riemann (Tor/SV Sandhausen).

Die Trainer:

  • Peter Neururer, Trainer bis Dezember: 16 Spiele, 20 Punkte, 27:27 Tore.
  • Gertjan Verbeek, Trainer seit Januar: 15 Spiele, 19 Punkte, 25:27 Tore. Der Niederländer hat noch einen Vertrag bis Sommer 2016.
  • Frank Heinemann sprang im Dezember ein: 3 Spiele, 3 Punkte, 1:1 Tore