Beim VfL Bochum überwiegt noch die Freude über den Pokalsieg

Der VfL Bochum konnte in Heidenheim Zlatko Dedic' Doppelpack bejubeln.
Der VfL Bochum konnte in Heidenheim Zlatko Dedic' Doppelpack bejubeln.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
„Es gibt nichts Besseres, als dass du dich belohnst“, sagte VfL-Trainer Andreas Bergmann nach dem 2:0-Pokalerfolg in Heidenheim. Am Sonntag haben die Bochumer in der Liga mit Aufsteiger VfR Aalen ein ähnliches Kaliber vor der Brust, aber mit einem völlig anderen Spielsystem.

Bochum.. Noch überwiegt die Freude beim VfL Bochum über den Pokalerfolg in Heidenheim. Es gibt sie ja, diese Spiele, in denen man als klassenhöherer Klub kaum etwas gewinnen kann, aber viel verlieren. In der breiten Öffentlichkeit wird der Erfolgsfall rasch als Normalität zu den Akten gelegt, der Ausrutscher hingegen, wie gerade in ungeahnten Ausmaßen erlebt, wieder und wieder aufgebrüht. Um diese Schmach ist der VfL schon einmal herumgekommen.

VfL Bochum „Die gute erste Halbzeit bleibt“, sagt Andreas Bergmann, der natürlich bemüht ist, die positiven Aspekte des etwas glücklichen 2:0 beim Drittligisten in den Vordergrund zu stellen. Schließlich handelt es sich bei seiner Elf ja - noch - nicht um eine durch und durch erfahrene und aufeinander abgestimmte Profimannschaft. Da sind zum Beispiel die beiden Jungen Florian Brügmann und Leon Goretzka, die Spiel für Spiel dazu lernen wollen und müssen, da ist auch Yosuke Tasaka, der doch größere Anpassungsprobleme in der neuen Liga hat, als erhofft.

Und weil das so ist, lässt sich Bergmann weiterhin Zeit mit Michael Ortega. In dieser schwierigen Phase, in der jede halbwegs stabile Halbzeit wichtig und wertvoll ist, will er keine weiteren Experimente wagen, kein Durcheinander riskieren. Der VfL-Trainer: „Er muss seine Spielweise der unsrigen anpassen, das kann noch zwei, drei Wochen dauern. Druck wäre der falsche Ratgeber. Ortega soll gut vorbereitet sein, wenn er spielt.“

Pokalcoup gegen Ingolstadt ließ aufhorchen

Gut vorbereitet soll auch die komplette Mannschaft sein, wenn es am Sonntag mit dem Ligaalltag und dem zweiten Heimspiel weiter geht. Der VfR Aalen ist in Sachen Qualität durchaus mit dem 1. FC Heidenheim zu vergleichen, bevorzugt aber eine etwas andere Spielweise. „Sie warten auf die Fehler des Gegners und profitieren dann in ihrem Konterspiel von ihren schnellen Leuten“, sagte Bergmann und hat dabei nicht nur den Paukenschlag in Duisburg, dieses 4:1 zum Saisonauftakt, im Hinterkopf.

Auch der Pokal-Coup (3:0) vor ein paar Tagen gegen den erneut hoch eingeschätzten Ligagefährten FC Ingolstadt ließ aufhorchen. „Aalen kommt mit einem Erfolgserlebnis im Rücken“, weiß Bergmann und deutete an, dass er die Stärken des kommenden Gegners berücksichtigen will.

Programmatisch sei seine Maßnahme, in Heidenheim auf Christoph Dabrowski zu verzichten, nicht gewesen, auch wenn Marc Rzatkowski seine Sache dort gut gemacht habe. Bergmann will, anders als der MSV, dem grundsätzlich abwartenden Aufsteiger nicht ins offene Messer laufen.

Änderungen in der Offensive sind nicht zu erwarten - es sei denn, Zlatko Dedic, der wegen Rückenproblemen zwei Tage pausieren muss, fällt aus.