Beim VfL Bochum ist schnelles Umschalten erforderlich

Bochums Trainer Peter Neururer
Bochums Trainer Peter Neururer
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Nach dem fünften sieglosen Ligaspiel in Folge in Leipzig kann es sich der VfL Bochum nicht erlauben, lange zu trauern. Bereits am Dienstag geht es wieder nach Sachsen - in Dresden wollen die Bochumer die Negativserie beenden und den Einzug in die dritte Pokalrunde perfekt machen.

Bochum.. Nein, die „größte Schlamm-Schlacht der 2. Liga“, wie es hier und dort im Vorfeld geheißen hatte, wurde es dann doch nicht in Leipzig. Die Protagonisten auf beiden Seiten gingen pfleglich und respektvoll miteinander um nach einem Spiel, das anschließend in der sächsischen Metropole geradezu hymnisch gefeiert wurde - wegen der Intensität des Spiels und natürlich wegen des Ergebnisses. Das 2:0 beendete die Minimisserfolgsserie des Aufsteigers und verlängerte das aktuelle Leiden der seit fünf Partien sieglosen Bochumer, die dennoch Aufmunterung verdient haben: Es hat in der jüngeren Vergangenheit schon Bochumer Mannschaften gegeben, die mut- und bewegungsloser zu Werke gegangen sind nach einem Zweitore-Rückstand als dieses Team.

Leipzig nahm Yusuke Tasaka praktisch aus dem Spiel

Was sicher auch damit zusammen hängt, dass der VfL Bochum derzeit in der Lage ist, offensiv nachlegen zu können. In Leipzig brachten Michael Gregoritsch und Mikael Forssell in der zweiten Halbzeit neuen Schwung, Biss und Ehrgeiz, ganz vorne kämpfte sich Simon Terodde, wenn auch vom Glück verlassen, bis zum Ende durch.

11. Spieltag RB-Trainer Alexander Zorniger, dessen Akteure zuvor einen immensen Druck aufgebaut und zum Beispiel Yusuke Tasaka praktisch aus dem Spiel genommen hatten, würdigte die Fähigkeiten des Gegners: „Man bekommt Probleme, wenn man dem Gegner zu viel Raum lässt. Und man hat in diesen Szenen gesehen, über welche spielerische Qualität Bochum verfügt.“ Zorniger meinte die wenigen Augenblicke, in denen seine vielbeinige Leipziger Zweikampf-Maschine mal kurz ein Ölkännchen benötigte und sozusagen im Leerlauf lief.

Das war nachdem die Gastgeber mit Hilfe der Gäste für eine komfortable Führung gesorgt hatten - in einer Phase, in der „wir keine Antworten auf die Athletik, Schnelligkeit und Effizienz der Leipziger hatten“, wie Peter Neururer sagte. Die Hausherren waren in der Tat im ersten Durchgang klar überlegen und benötigten doch die Fehler des Gegners, um sich den entscheidenden Vorteil zu verschaffen. Von einem „schwarzen Tag“ sprach in diesem Zusammenhang Fabian Holthaus, dessen Eigentor man schlicht unter Pech einordnen sollte, der aber auch Wegbereiter des zweiten Leipziger Tores war, als er das Abseits aufhob und Daniel Frahn die Möglichkeit eröffnete, auf 2:0 zu erhöhen. „Nicht zu lange trauern“ dürfe man jetzt, setzte der Außenverteidiger hinzu, und forderte von sich und seinen Mitspielern, am Dienstag beim Pokalspiel in Dresden (20.30 Uhr, live in unserem Ticker) „keine Sekunde lang unkonzentriert“ zu sein.

VfL-Innenverteidiger Calcutalua machte einen guten Job

Frei machen muss sich die Mannschaft jetzt so schnell wie möglich von den Negativergebnissen der letzten Wochen, auch die dünne Personaldecke in der Defensive sollte kein großes Thema sein. Wie es aussieht, wird Holthaus nämlich auch beim zweiten Auftritt des VfL in Sachsen innerhalb weniger Tage verteidigen, denn Timo Perthel konnte bislang noch nicht wieder trainieren. Und auch mit Jan Simunek sollte man so schnell besser nicht rechnen. Am 12. September, beim 1:1 gegen den Karlsruher SC, hatte der Tscheche zum letzten Mal gegen den Ball treten können, am Freitag in Leipzig war bereits nach nicht einmal 40 Minuten Wettkampf Schluss. Ob es sich tatsächlich wieder um die bekannte und langwierige Adduktoren-Problematik handelt, wie man vermuten kann, sollen nun neue Aufnahmen zeigen.

Simuneks Pech ist Malcolm Cacutaluas Glück. Der junge Innenverteidiger machte nach seiner Einwechselung in Leipzig insgesamt einen guten Job. Er wird weitere Erfahrungen sammeln können.