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Andreas Luthe ist das Vorbild beim VfL Bochum

19.02.2012 | 23:56 Uhr
Andreas Luthe ist das Vorbild beim VfL Bochum
Bochums Torwart Andreas Luthe mit Trainer Andreas Bergmann.Foto: imago

Bochum.  Torwart Andreas Luthe hat sich beim VfL Bochum zur echten Stütze entwickelt. Nicht nur beim 4:2-Erfolg über Union Berlin wirkte er souverän zwischen den Pfosten und und ist nervenstark in Eins-gegen-Eins-Situationen.

Es ist ja noch einmal gut gegangen, und deshalb durften sich nach dem 4:2-Erfolg gegen Union Berlin wenigstens die Bochumer Anhänger am Samstag über einen unterhaltsamen Fußball-Nachmittag freuen. Intern sah man den Schlingerkurs der Mannschaft, die zwischenzeitlich in Überzahl einen 2:0-Vorsprung weggeschenkt hatte, allerdings deutlich kritischer.

„Das war Jugendfußball. Du musst auch in Überzahl die Ordnung behalten, gallig bleiben und in den Zweikampf gehen“, nahm Sportvorstand Jens Todt kein Blatt vor den Mund. Andreas Bergmann, unter dessen Führung die Mannschaft, was die Offensive betrifft, einen Sprung nach vorne gemacht hat, beklagte ein weiteres Mal „individuelle Fehler, die uns so viel kosten“, und Andreas Luthe vermochte dem Spektakel mit drei Elfmetern, dem Platzverweis für den Berliner Christoph Menz, klarer Führung, Ausgleich, sechs Toren und etwas glücklichem Erfolg am Ende nicht viel abgewinnen: „Ich möchte nicht unterhalten werden, ich möchte in erster Linie Spiele gewinnen.“

Womit wir beim Positiven wären und dort ein wenig verharren sollten. Denn gewonnen wurde ja schließlich - und nicht zuletzt deshalb weil Luthe, der Bochumer Schlussmann, im letzten halben Jahr eine Entwicklung genommen hat, wie sie sich Bergmann auch für andere Spieler erträumt. Seit dem Einstand des neuen Trainers, diesem fürchterlichen 0:4 gegen Paderborn, hat Luthe nicht mehr gewackelt. Gleichermaßen souverän wirkt er, zwischen den Pfosten und bei seinen Statements, ist nervenstark in Eins-zu-Eins-Situationen und damit ein entscheidender Rückhalt der Mannschaft. Wäre er nicht so lange stehen geblieben, als Simon Terodde in der starken Anfangsphase der Gäste freie Bahn hatte, wären die Berliner, die einen richtig guten Eindruck hinterließen, vermutlich in Führung gegangen. Auch später hielt der gebürtige Velberter ohne Fehl und Tadel.

Führungsrolle für den Torwart

Luthe wird im März 25, ihm dürfte künftig eine Führungsrolle im Bochumer Team zufallen. Takashi Inui (23), Jonas Acquistapace (22), Christoph Kramer, der einen Tag nach dem Sieg gegen Union seinen 21. Geburtstag feierte, und Kevin Vogt (20), allesamt also jünger als ihr Torhüter, müssen sich diese Stabilität noch erarbeiten.

Und das geht offenbar nicht ohne blaue Augen ab, auch wenn den „Erziehungsberechtigten“ jenseits des Rasens die Galle überläuft. In Hamburg vor einer Woche fühlte sich Acquistapace in einigen Situationen viel zu sicher und ging nicht immer entschlossen genug zu Werke. Am vergangenen Samstag lieferte Vogt eine nahezu fehlerfreie erste halbe Stunde ab, um dann, weil er mal nicht den sicheren und einfachen Ball spielen wollte, den guten Eindruck mit einer einzigen Aktion zu zerstören. Oder Kramer. Für den verletzten Vogt eingewechselt, verließ sich die Leverkusener Leihgabe auf die Überzahl und beschäftigte sich beim Gegentor Nummer eins nur halbherzig mit dem Passgeber Terodde, vor dem Gegentor Nummer zwei sahen gegen Ede sowohl Kramer als auch Faton Toski wie dumme Jungen aus. Darauf bezogen traf Jens Todts Urteil „Jugendfußball“ den Nagel auf den Kopf.

Den Jungen gehört gleichwohl die Zukunft, sie sind aufgefordert so schnell wie möglich zu lernen. In der kommenden Saison will der VfL wieder oben angreifen, und vielleicht hat er ja mit den Transfers von Nikoloz Gelashvili und Michael Delura bereits den Grundstein dafür gelegt. Der Georgier begann erneut nervös, fügte sich dann aber immer besser ein. Man darf hoffen. Und Delura hat beeindruckt - mit seinem Tempo, seiner Schusstechnik, seiner verblüffenden Selbstsicherheit nach sehr langer Pause. Sicher wird auch für ihn mal ein Rückschlag kommen, aber dieses Niveau tut dem VfL einfach gut.

VfL Bochum besiegt Union Berlin

 

Michael Eckardt

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Kommentare
21.02.2012
14:04
Andreas Luthe ist das Vorbild beim VfL Bochum
von Heiko04 | #7


Ich könnte mir den Luthe sehr gut auf Schalke vorstellen...

20.02.2012
21:48
Andreas Luthe ist das Vorbild beim VfL Bochum
von Achernar | #6

P.S.: An der Stelle muss ich auch mal die Kritik an Funkel kommentieren, er habe völlig unattraktiv spielen lassen: er hat richtig erkannt, dass die Grundlage eines jeden Erfolgs eine sichere Abwehr ist. Klar war das vielleicht nicht besonders spektakulär, aber ist nicht der unspektakuläre Erfolg besser als in Schönheit zu sterben?

Schaut doch mal nach Gladbach - was macht die denn stark? Letztes Jahr zunächst mal eine gute Abwehr mit einem Klassetorwart, was sie leider vor dem fast sicheren Abstieg gerettet hat. Am Anfang dieser Saison kamen die doch fast nur über die Defensive, bevor dann irgendwann darauf aufbauend sich auch noch zu spielen getraut haben.
Gar so falsch hat Funkel wohl nicht gelegen...

(Abgesehen davon, dass die Fans in BO ohnehin eine unschöne Historie haben, gute Trainer, die das Machbare aus der Mannschaft rauszuholen vermögen, zu verteufeln. Ich hätte mir oft einen Fachmann wie Marcel Koller zurück gewünscht! Mit ihm wären wir m.E. 2010 nicht abgestiegen!)

2 Antworten
Andreas Luthe ist das Vorbild beim VfL Bochum
von DerKenner | #6-1

Ja, ja Friedhelm Marcel! Du hast ja so unrecht!

Koller ein Fachmann?
von Bochumer_Junge | #6-2

JEDER ist Froh das Funkel und Koller weg sind. Unter Koller wusste der eine nicht was der andere macht, hauptsache den Ball nach vorne zu Gekas/Sestak und hinten Beton anrühren dann wirds schon gut gehen... Ne sowas will niemand wieder. Das Einzigst Positive aus dieser Zeit war Stefan Kunzt. Top Transfers mit Gekas,Sestak,Epalle etc. geliefert. Nur nen Besseren Trainer hätten wir damals gebraucht...

20.02.2012
21:32
Andreas Luthe ist das Vorbild beim VfL Bochum
von Achernar | #5

Recht hat Andi! Ich sehe die "Unterhaltung" vom Samstag auch kritisch. Ich werfe auch gerne 3 Euro ins Phrasenschwein, aber Spiele wie am Samstag gewinnt man vielleicht (mit etwas Glück) im Angriff, aber Titel (bzw. den Aufstieg) holt man mit einer guten Abwehr! Nicht umsonst ist es oft ein guter Indikator in der Tabelle, wer die wenigsten Gegentore kassiert hat. Und von einer soliden Abwehrarbeit ist der VfL weit entfernt!
Wer als gefestigte Mannschaft mit 11 gegen 10 2:0 führt, der lässt nichts mehr anbrennen und gewinnt mit 1, 2 Kontern am Ende mit 3 oder 4:0.

Das muss eindeutig besser werden; die Offensive des VfL ist ohnehin in der Ligaspitze dabei! Also Herr Bergmann: bitte nicht nur auf Offensivspektakel spielen lassen, sondern auch mal die Defensive stärken und bevorzugt trainieren!
Andi sollte nach Möglichkeit ganz viele stinklangweilige Spiele erleben, in denen er am besten gar nichts zu tun hat - dann spielt der VfL auch wieder um den Aufstieg mit!

20.02.2012
19:26
Blockierter Kommentar.
von DerMerker14 | #4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

20.02.2012
17:00
Andreas Luthe ist das Vorbild beim VfL Bochum
von StephanR | #3

"Zitat Andreas Luthe: „Ich möchte nicht unterhalten werden, ich möchte in erster Linie Spiele gewinnen.“

Andreas Luthe, du sollst doch gar nicht unterhalten werden, du sollst bitteschön nur weiter eine gute Leistung zeigen (dafür bekommst du dein Geld). Aber wir Fans vom VfL möchten gerne unterhalten werden, endlich mal wieder!

1 Antwort
Andreas Luthe ist das Vorbild beim VfL Bochum
von AttaL | #3-1

volle Zustimmung, wobei es natürlich echt schwach ist, ein 2:0 bei 11 gegen 10 herzuschenken.

20.02.2012
14:44
Andreas Luthe ist das Vorbild beim VfL Bochum
von haruo | #2

Zuerst wünsche ich den beiden verletzt ausgeschiedenen Spieler, Dabro und Vogt, gute Besserung und ein frühes Comeback.

Wenn man alleine nach konstanter Leistung geht, ist Andreas Luthe ist nicht nur ein Vorbild, sondern der absolute Leistungsträger dieser Mannschaft. Wäre er nicht Torwart, wäre er schon längst Kapitän. Ich kann nur hoffen, dass der Verein mit ihm langfristig verlängert, um im weiterhin notwendigen Verjüngungsprozess eine feste Säule zu setzen. Denn so Leid es mir für Dabro tut, aber leistungsmäßig ist er nur noch Mitläufer.

Ich kann nur hoffen, dass das VfL-Management - bei all den aktuellen Schulden und im Sommer auslaufenden Verträgen - die langfristige Zielsetzung nicht aus den Augen verliert, eine neue, junge Mannschaft aufzustellen. Es geht nicht um das konsequente Absägen alter Spieler, jede Mannschaft braucht eine gute Mischung, aber wichtig ist die leistungsbezogene Gewichtung und das Festhalten an der Vision einer verjüngten Mannschaft.

20.02.2012
09:00
Wieso berichtet hier keiner über die Ausfälle?
von FreieMeinung79 | #1

So ein junger Luthe macht hier eigentlich den Job von unsere "Galionsfiguren" Maltritz, Dabrowski und Federico!

Diese waren kaum wahrnehmbar auf dem Platz und das lag nicht nur an deren unerträglich langsamen Tempo und katastrophalen technischem Vermögen.

Vogt ist noch nicht soweit, aber ohne Kramer ist er auf sich alleine gestellt, denn von den "Erfahrenen" war einmal mehr keine HIlfe zu erwarten.

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