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4:0 – SC Paderborn schießt VfL Bochum ab

11.08.2012 | 15:09 Uhr
Kann es kaum fassen: Bochums Zlatko Dedic. Der VfL ging beim SC Paderborn mit 0:4 unter.Foto: Stefan Gelhot/dapd

Paderborn.   Eine Woche nach dem starken Auftakt gegen Dresden war Zweitligist VfL Bochum beim SC Paderborn von der Rolle und ließ sich mit 0:4 (0:2) abschießen. Die Bochumer erlaubten sich groteske Fehler, während die Paderborner Party weitergeht.

Selten passte eine Einlaufmelodie besser. Als die Spieler der Zweitligisten SC Paderborn und VfL Bochum den Platz betraten, lief AC/DCs „Highway to hell“ über die Stadionlautsprecher. Für die Bochumer wurde das Spiel eine Höllenfahrt. Sie ließen sich vorführen, waren mit dem 0:4 (0:2) noch gut bedient und zeigten wenig davon, was sie vor einer Woche beim 2:1-Auftakt gegen Dresden noch ausgezeichnet hatte. Nun diskutieren die  Bochumer nun nicht mehr über „Aufbruchstimmung“ und „Hoffnung“, sondern über „graues Mittelmaß“ und „eine schwierige Saison“. Die Paderborner Party geht hingegen weiter. In der vergangen Saison wären sie fast aufgestiegen, nun begann die Saison mit einem 2:2 in Berlin und einem Kantersieg gegen den VfL.

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Der hatte seine selbstbewussteste Phase zu Beginn. Die Bochumer hielten den Ball in den eigenen Reihen und hatten die ersten Chancen. Zlatko Dedic versuchte es in der 13. Minute aus spitzem Winkel – Paderborns Torwart Lukas Kruse lenkte den Ball mit den Fingerspitzen zur Ecke. An der flog Kruse vorbei, doch der aufgerückte Marcel Maltritz war zu überrascht und köpfte über das Tor der Gäste. Doch ab der 15. Minute nahmen auch die Paderborner am Spiel teil – und ihnen genügte eine ordentliche Vorstellung, um die Bochumer abzuschießen. Der VfL erlaubte sich groteske Fehler, erinnerte stark an die vergangene Saison und an die schlimmen Leistungen in der Vorbereitung. Dafür gibt es eine Menge Beispiele:

Sinkiewicz ließ sich austricksen

Beispiel eins: In der 24. Minute trabte Mario Vrancic durchs Mittelfeld. Nichts zu sehen war  von den „Sechsern“ Christoph Dabrowski und Christoph Kramer. Lukas Sinkiewicz ließ sich mit einer simplen Körpertäuschung austricksen – und schon stand Vrancic ohne Mühe frei vor VfL-Torwart Andreas Luthe. Er schob den Ball in die linke Ecke – 1:0.

Jubel bei den Paderbornern nach der Führung durch Mario Vrancic.Foto: Stefan Gelhot/dapd

Beispiel zwei: Fünf Minuten vor der Pause foulte Dabrowski nach einem Bochumer Ballverlust den Paderborner Daniel Brückner. Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf) entschied auf Freistoß. Alban Meha schlenzte den Ball zum 2:0 in den linken Torwinkel.

Auch das dritte Tor der Paderborner – Beispiel drei – gehörte zur Abteilung „filigran“. Die zweite Hälfte hatte kaum begonnen, da missglückte Bochums Torwart Andreas Luthe eine Faustabwehr. Mario Vrancic sah, dass Luthe zu weit vor seinem Tor stand und hob den Ball ins Tor – 3:0 (50.). Die Paderborner Fans sangen nun „Einer geht noch rein“.

Bochumer 0:4-Blamage in Paderborn

Und – Beispiel vier – einer ging noch rein. In der 82. Minute ließ sich Marcel Maltritz vom herausragenden Vrancic im Strafraum vernaschen. Den nicht gerade platzierten Schuss konnte Luthe nicht festhalten, Deniz Yilmaz staubte ab. 4:0. Vier-zu-null!

Nur eine Bochumer Chance durch Maltritz

Vor einer Woche wirkten die Bochumer noch zielstrebig, laufstark, überraschend frisch. Und diesmal? Konfus, umständlich, müde. Gegen Dresden gelangen Alexander Iashvili zahlreiche gefährliche Ecken und Freistöße. Diesmal sprang dabei nur eine Chance durch Maltritz (13.) heraus.

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Auf den Außenpositionen harmonierten Carsten Rothenbach und Leon Goretzka (rechts) ebenso wenig wie auf der linken Seite Florian Brügmann und Yusuke Tasaka. Rothenbach rannte nur hinterher, sobald Paderborns Brückner das Tempo anzog, Brügmann sah schon nach vier Minuten die Gelbe Karte und musste sich zurückhalten. Dass Tasaka mitspielte, sahen die 10.763 Zuschauer erst, als der Japaner in der 56. Minute ans Außennetz schoss. Bochums Juwel Goretzka zeigte immerhin gute Ansätze, blieb aber ungefährlich.

Großer Frust beim VfL

Auch wie Zlatko Dedic, der nur durch einige egoistische Aktionen auffiel. In der 32. Minute schoss er unmotiviert vorbei, obwohl sich Goretzka freigelaufen hatte. Vier Minuten später wollte er einen Elfmeter schinden und übersah dabei den besser postierten Tasaka. Seine beste Chance vergab er in der 71. Minute, als er per Kopf an Lukas Kruse scheiterte. Da stand es aber schon 0:3. Der Bochumer Frust war so groß, dass Christoph Kramer in der 68. Minute an der Außenlinie Alban Meha ummähte. Dafür gab es die Gelbe Karte, und damit war Kramer gut bedient. Ein Platzverweis hätte zu diesem desolaten Tag gepasst.

Frustrierte VfL-Fans beim 0:4

VfL-Sportvorstand Jens Todt wirkte nach dem Abpfiff gefasst. Er warnte: „Vor einer Woche haben wir alle noch 'Hurra' geschrien, doch jetzt sind wir gut beraten, nicht jede Woche eine Grundsatzdiskussion zu führen.“

Der VfL wollte in Paderborn für eine Nacht an die Tabellenspitze der 2. Bundesliga zurückkehren. Doch nach dieser furchtbaren Vorstellung gibt es keinen Grund, optimistisch zu sein. In einer Woche kommt der VfR Aalen nach Bochum. In dieser Verfassung droht die nächste Höllenfahrt.

0:4-Debakel für Bochum in Paderborn

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Kommentare
12.08.2012
19:30
4:0 – SC Paderborn schießt VfL Bochum ab
von blanchette | #31

Klar, wie üblich ist bei den hiesigen Seppl Herbergers wieder einmal der
Trainer schuld. Wann war er dies bei den "Grauen Mäusen" denn nicht
gewesen...
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1 Antwort
4:0 – SC Paderborn schießt VfL Bochum ab
von sonstwer | #31-1


Zumindest kurzzeitig würde der VfL zum Leben erweckt werden.
Und schlechter als Bergmann is Loddar garantiert nicht.

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4:0 – SC Paderborn schießt VfL Bochum ab
4:0 – SC Paderborn schießt VfL Bochum ab
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2012-08-11 15:09
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