2:6-Debakel für VfL Bochum in Fürth

Der VfL Bochum war in fast allen Belangen der SpVgg Greuther Fürth unterlegen.
Der VfL Bochum war in fast allen Belangen der SpVgg Greuther Fürth unterlegen.
Was wir bereits wissen
Mit einer miserablen Mannschaftsleistung kassierte der VfL Bochum eine verdiente 2:6-Klatsche gegen Greuther Fürth. Die Bochumer verloren nicht nur das Spiel, sondern auch zwei wichtige Spieler aufgrund von Verletzungen.

Fürth.. Das war bitter. Nach starkem Beginn ging der VfL Bochum in Fürth unter, verlor 2:6 und mit Mirkan Aydin sowie Michael Delura zwei schwer verletzte Spieler.

Bergmann spricht von katastrophalen Samstag

Von einem „katastrophalen Samstag für uns“ sprach Andreas Bergmann anschließend und hatte dabei nicht nur das Ergebnis im Sinn. Noch schlimmer als die derbe Klatsche im Frankenland an diesem „rabenschwarzen Tag“, so Sportvorstand Jens Todt, ist nämlich die personelle Situation des VfL Bochum nach dem „Schlachtfest“ von Fürth. Neben Aydin (Wadenbeinbruch) und Delura (Außenbandanriss und Meniskusverletzung), die in dieser Spielzeit wohl nicht mehr zur Verfügung stehen werden, müssen am kommenden Freitag im Heimspiel gegen Dresden auch Faton Toski, dem Schiedsrichter Peter Gagelmann nach etwas mehr als einer Stunde die Gelb-rote Karte verpasste, sowie Slawo Freier (fünfte Gelbe) ersetzt werden.

Hatte Bergmann im Vorfeld der Partie noch respektvoll von einer „echten Herausforderung“ gesprochen, so setzte er am Spieltag alles auf eine Karte. Selten in der Vergangenheit hat es eine derart offensive Bochumer Mannschaft gegeben. Vor und neben dem einzigen defensiven Mittelfeldspieler Kevin Vogt tummelten sich ausschließlich Offensive. Delura gehörte ebenso der Startelf an wie Aydin, beide sollten über die Halbpositionen im Mittelfeld Druck ausüben. Dazu gesellten sich Giovanni Federico, Takashi Inui und – ganz vorne in der Spitze – Nika Gelashvili. Und auf den defensiven Außenpositionen sollten mit Faton Toski und Slawo Freier zwei Akteure Feuer entfachen, die ebenfalls über offensive Qualitäten verfügen. Mit ganz offenem Visier trat der VfL bei den spielstarken Fürthern an.

VfL mit gutem Beginn

Und dabei machten die Gäste zunächst einen hervorragenden Eindruck. Die Fürther wurden früh attackiert und daran gehindert, ihr sonst so überzeugendes Kombinationsspiel aufzuziehen. Im Gegenteil: Die Bochumer kombinierten und nutzten nahezu perfekt den Raum, den ihnen die Gastgeber in ihrer eigenen Spielhälfte ließen. Eine von Aydin eingeleitete Ball-Staffette über Freier, Vogt und Delura landete bei Inui – Fürths Torhüter Max Grün war geschlagen. Und nur zwei Minuten später musste Grün ran, um das 0:2 zu verhindern – Aydin hatte prima auf Gelashvili durchgesteckt.

Mit dem Zusammenprall von Serkan Sararer und Michael Delura nahm allerdings das Unheil seinen Lauf. Delura, der wegen einer üblen Knieverletzung eineinhalb Jahre mit dem Fußball aussetzen musste, verletzte sich bei dieser Aktion erneut schwer – am nicht operierten Knie - und wurde mit der Trage vom Rasen gebracht; für ihn kam Christoph Kramer.

Der personelle Dämpfer wirkte sich negativ auf die Bochumer aus, die keine zehn Minuten später den Ausgleich hinnehmen mussten. Bernd Nehrig hatte zu viel Platz auf der rechten Seite, der kurze Pfosten war ungedeckt – ein gefundenes Fressen für Fürths Altmeister Gerald Asamoah.

Zwei verletzte Bochumer Spieler innerhalb einer Viertelstunde

Doch es kam noch schlimmer für den VfL. Innerhalb einer Viertelstunde hatten die Franken nämlich zwei Bochumer Spieler in den Krankenstand getreten. Asamoahs nur mit Gelb bedachtes Foul an dem bis dahin bärenstarken Aydin (Andreas Luthe: „Dafür fehlt mir jegliches Verständnis. Das ist eine Frechheit für einen Schiedsrichter, der so viele Bundesliga-Spiele geleitet hat“) bedeutet das Saisonende für den VfL-Angreifer, der bereits am Sonntag in Dortmund operiert werden soll. Adäquater Ersatz für Aydin war beim VfL, der ohnehin nur mit 17 Spielern angereist war, nicht mehr vorhanden, Denis Berger versuchte mehr schlecht denn recht Aydin zu ersetzen.

Dennoch kamen die Gäste allmählich wieder etwas besser ins Spiel und wären sicher mit dem 1:1 zum Pausentee gegangen, hätte nicht Kevin Vogt nach der Hereingabe des Ex-Bochumers Heinrich Schmidtgal den Ball im eigenen Tor versenkt. Die folgende Chance, eingeleitet vom bis dahin guten Inui, ließ Federico ungenutzt, auch der Fürther Stephan Schröck traf nicht mehr ins Tor.

Zusammenbruch der Bochumer Mannschaft

Aber der Zusammenbruch der Bochumer Mannschaft hatte – fast unmerklich – begonnen. Fürth erhöhte durch Asamoah auf 3:1, obwohl Marcel Maltritz und Jonas Acquistapace den Vorbereiter Schröck eigentlich schon kaltgestellt hatten. Vogt kam nach seinem Patzer gar nicht mehr auf die Beine, Fürth hatte nun den Platz, den es sich wünscht. Nachdem Gelashvili mit einem Kopfball gescheitert war, erhöhte Edgar Prib auf 4:1. Und Kramers Treffer zum 4:2 nach schöner Soloeinlage war nicht mehr als ein Lebenszeichen der nun völlig orientierungslosen Bochumer. Sararer ließ Berger stehen wie einen Sack Reis, Dani Schahin brauchte nur noch einzuschieben – zum 5:2. Und Bernd Nehrig erhöhte per Foulelfmeter (Luthe an Tayfun Pektürk) sogar auf 6:2. Ein Debakel. Bergmann hatte Risiko gespielt und verloren.

Jedenfalls scheint die Mannschaft in ihrer aktuellen Zusammensetzung nicht in der Lage zu sein, Nackenschläge wie die in Fürth mit zwei schweren Verletzungen, einem Eigentor und einem Platzverweis wegzustecken.

Möglicherweise kehren Christoph Dabrowski und Mimoun Azaouagh rechtzeitig vor dem Spiel gegen Dresden auf den Trainingsplatz und in die Mannschaft zurück. Aber es bleibt die offene Frage, wer auf der linken Seite verteidigen soll?