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Van Marwijk als Trainer der Niederlande zurückgetreten

27.06.2012 | 22:40 Uhr
Van Marwijk als Trainer der Niederlande zurückgetreten
Aus und vorbei: Bert van Marwijk gab seinen Rücktritt als Trainer der holländischen Nationalmannschaft bekannt.

Amsterdam.  Bert van Marwijk hat am Mittwochabend überraschend seinen Rücktritt als Bondscoach der niederländischen Fußball-Nationalmannschaft erklärt. Bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine war der Vize-Weltmeister in der deutschen Vorrundengruppe ohne Punktgewinn sang- und klanglos ausgeschieden.

Dem EM-Debakel folgte der Rücktritt von Bert van Marwijk: Der ehemalige Dortmunder Bundesliga-Trainer hat am Mittwochabend überraschend seinen Posten als Bondscoach der niederländischen Fußball-Nationalmannschaft aufgegeben. Dies gab der königlich-niederländische Fußball-Bund KNVB in einer Presseerklärung bekannt.

„Ich habe gezweifelt, aber dann doch beschlossen, diesen Schritt zu vollziehen“, sagte van Marwijk. Vorausgegangen war eine weitere Zusammenkunft mit Vertretern des Verbandes, in der die EM 2012 aufgearbeitet werden sollte. Offenbar traten große Meinungsunterschiede zutage, sodass der 60-Jährige die Konsequenzen zog. Im Dezember vergangenen Jahres hatte van Marwijk, der Oranje 2010 noch ins WM-Finale geführt hatte, seinen Vertrag bis 2016 verlängert.

„Es ist traurig zu hören, dass van Marwijk zurückgetreten ist“, sagte Abwehrspieler Gregory van der Wiel via Twitter, „ich habe schöne und gute Jahre mit ihm erlebt. Ich bin dankbar, dass ich mein Debüt unter ihm habe feiern dürfen.“

Holland-Stars blieben hinter Erwartungen zurück

Bei der EM in Polen und der Ukraine war der Vize-Weltmeister in der deutschen Vorrundengruppe ohne Punktgewinn sang- und klanglos ausgeschieden. Dem 0:1 zum Auftakt gegen Dänemark folgte ein 1:2 gegen den Erzrivalen Deutschland und ein 1:2 gegen Portugal. Die hochgelobten holländischen Stars blieben deutlich hinter ihren Erwartungen und denen der Oranje-Fans zurück.

Dennoch hatten die Zeichen zuletzt auf Weiterbeschäftigung von van Marwijk gestanden. „Ein Abschied steht nicht auf der Tagesordnung. Ich finde, dass er Kredit verdient hat“, hatte KNVB-Chef Bert van Oostveen erklärt.

Van Marwijk habe sich in den vergangenen Jahren als gute Wahl erwiesen, hatte van Oostveen klargestellt. „Er ist der Mann, der uns problemlos durch zwei Qualifikationen und ins WM-Finale geführt hat. Das muss man bei einer Beurteilung berücksichtigen. Außerdem haben wir bewusst seinen Vertrag bis 2016 verlängert.“ Das EM-Aus mit drei Niederlagen sei allerdings „unwürdig“ für Oranje: „Null Punkte, fünf Gegentore. Das ist uns noch nie passiert“, sagte van Oostveen.

Feyenoord Rotterdam  gibt Koeman nicht frei

Spekulationen über mögliche Nachfolger hatte es dennoch schon gegeben. Vizemeister Feyenoord Rotterdam erklärte bereits, seinen Trainer Ronald Koeman nicht freizugeben.

Gehapert hatte es bei der EM vor allem an der mannschaftlichen Harmonie. Der Schalker Bundesliga-Torschützkönig Klaas-Jan Huntelaar war mit seiner Rolle als Ersatzspieler hinter Robin van Persie vom FC Arsenal unzufrieden. Es gab interne Querelen bei Oranje.

Trainer Huub Stevens vom Bundesligisten Schalke 04 hatte sich erst am Dienstagabend in der Fußball-Talkshow „Studio Voetbal“ des niederländischen Fernsehsenders NOS für einen Verbleib seines Stürmers Huntelaar in der Elftal ausgesprochen.

Er verstehe die Berichterstattung der Medien nicht, die nach dem EM-Aus Huntelaar zum „Stinkstiefel“ gemacht hatten. „So kenne ich Klaas-Jan nicht. Ich habe mit ihm in letzter Zeit sehr gut zusammengearbeitet. Er ist ein ehrgeiziger Spieler, der immer gewinnen will. Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass er sich so danebenbenommen haben soll. Natürlich ist es für ihn nicht angenehm, nicht in der Stammelf zu spielen und Reservespieler zu sein“, betonte der S04-Coach. (sid)



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