Trittin tritt wegen Wiesenhof als Werder-Botschafter zurück
29.08.2012 | 14:02 Uhr 2012-08-29T14:02:54+0200
Bremen. Nach der Entscheidung des SV Werder Bremen für den Betrieb Wiesenhof als neuen Sponsor beendet Jürgen Trittin seine Tätigkeit als Umweltbotschafter für den Verein. In einem Brief begründet der Grünen-Politiker seine Entscheidung und übt harte Kritik am Verein sowie am Geflügel-Unternehmen.
Grünen-Politiker Jürgen Trittin ist als Umweltbotschafter bei Fußball-Bundesligist Werder Bremen zurückgetreten. "Lebenslang Werder - kein Tag Wiesenhof", lautete der letzte Satz des Briefes an Werder-Präsident Klaus-Dieter Fischer, mit dem der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag seinen Rückzug bekannt gab.
"Leider wird dieser hoffnungsvolle Saison-Start von Managemententscheidungen überschattet, die von umweltbewussten Werderfans nicht mit getragen werden können. Das Management des SV Werder hat sich nun trotz vieler Proteste für Wiesenhof als Sponsor entschieden. Für mich heißt das, dass ich meine Tätigkeit als Botschafter von "Lebenslang umweltbewusst" leider beenden muss."
Trittin, der aus Vegesack bei Bremen stammt, begründete seine Entscheidung mit der Wahl des neuen Trikotsponsors Wiesenhof, der als Geflügel-Unternehmen "Teil des agrarindustriellen Systems" sei. Der Werder-Fan erklärte seinen Schritt auf mehr als zwei Seiten. Den kompletten Brief im Wortlaut veröffentlichte Trittin auf seiner Homepage.
Wiesenhof kein Partner für umweltbewussten Verein
"Ich fühle mich dem Verein sehr verbunden. Das gilt auch für die bisherigen Aktivitäten zum Thema Nachhaltigkeit. Umso mehr bin ich enttäuscht, dass mit der Sponsorenentscheidung von dieser Linie abgewichen wurde. Wiesenhof kann kein Partner für einen umweltbewussten Verein sein"', sagte Trittin: "Es ist weder umweltfreundlich noch nachhaltig, mit importierten Futtermitteln, die auf gerodeten Regenwaldflächen angebaut werden, in Massentierhaltung billige Hühnerbrüste zu produzieren."
Werder Bremen war wegen des neuen Hauptsponsors bereits mehrfach in Kritik geraten. Besonders bei den Fans kam die "Neuverpflichtung" nicht gut an. Eine Stellungnahme von Vereinsseite zum Rücktritt von Jürgen Trittin steht noch aus. (sid/we)

09:27
Trittin: "Es ist weder umweltfreundlich noch nachhaltig, mit importierten Futtermitteln, die auf gerodeten Regenwaldflächen angebaut werden, in Massentierhaltung billige Hühnerbrüste zu produzieren."
Nun, auf noch um ein vielfaches größeren Regenwaldflächen wurden und werden Palmölplantagen für Biosprit errichtet. Aber das ist natürlich was anderes, denn E10 ist ja bekanntlich grün und toll.
Und nun wird er hier in den Himmel gelobt weil er einen seiner etlichen Zusatzpöstchen medienwirksam aufgibt. Wie einfach der Wähler doch an der Nase herumzuführen ist.
01:20
Was wäre denn, wenn Trittin, kaum bisher bekannt als Umweltbotschafter bei Werder, nicht zurückgetreten wäre?
Was wäre denn wohl passiert, wenn er in dieser Position innerhalb des Vereins, der sich nun mal von einem in die Kritik geratenen Hähnchenzüchter sponsern lässt, geblieben wäre, und ein oppositioneller Politiker oder ein inverstigativer Journalist wäre dahintergekommen?
Trittin wäre medial dermaßen geschlachtet worden, kaum anders, als fleischerhandwerklich die Flattermänner bei besagtem Hähnchenzüchter.
Mag von dem Geflügel nur noch Brust oder Keule überbleiben. Tirttin hat jedenfalls sein Rückrat behalten. Egal wie man zu ihm steht kann man seine Entscheidung als Konsequent bewerten, was man bei Frau Kanzlerin nicht immer kann!
Aber für manch einen kann ein Politiker offensichtlich machen was er will, er macht es immer verkehrt!!!
22:58
Dieser über alle Zweifel erhabene Saubermann. Als Unternehmen, Verein, oder sonst irgendwie was würde ich mich schämen, den überhaupt in meinen/unseren Nahmen für irgendwas eintreten zu lassen.
Was der alles zu verantworten hat, bzw eben nicht, weil er ja "weg vom Fenster" ist.
Gruß
22:42
werden und wiesenhof-da weinen die hühner
21:49
Au Schei*e jetzt steigt Werder ab.
21:03
Ohne Trittin und den Grünen würde es uns allen besser gehen
Ohne Merkel und Schäuble noch besser
20:59
Besteht da eventuell die Möglichkeit zum Sponsoring im deutschen Bundestag?
20:48
Das nenne ich mal Charakter. Sowas sollten viel mehr Politiker haben, bei anderen Politiker hätte Wiesenhof sicher einen Briefumschlag mit einem gewissen Inhalt gereicht und schon wär alles gut.
Charakter? Ich nenne es ganz einfach Wahlpropaganda, mehr nicht. Wären jetzt nicht in Kürze Wahlen, dann wäre Trittin niemals abgesprungen.
Hatt er bestimmt auch bekommen war aber wohl zu wenig :-)
20:07
Ich weiß nicht, wo das Problem liegt.
Gucken alle Kritiker von Wiesenhof kein TV mehr? Dort wird Werbung für Wiesenhofprodukte gemacht.
Hören alle Kritiker von Wiesenhof kein Radio mehr? Dort wird Werbung für Wiesenhofprodukte gemacht.
Betreten alle Kritiker von Wiesenhof die Lebensmittelläden nicht mehr? Dort werden Wiesenhofprodukte verkauft.
20:03
Was ein Umweltbotschafter bei einem Bundesligaverein macht, würde mich auch interessieren.
Allerdings ist er wenigstens konsequent.
Bin gar kein Anhänger der Grünen - aber sowas würde man sich bei allen anderen Parteien mal wünschen.
Schöne Wahlpropaganda, nicht wahr?
Naja - so gesehen - im Punkt Wahlpropaganda sind alle gut - siehe aktuell Senkung der Rentenbeiträge.
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