Tatort-Kommissar Axel Prahl baut auf Stadion-Atmosphäre
12.05.2009 | 12:21 Uhr 2009-05-12T12:21:00+0200
Berlin. In der neuen Serie "Die zweite Liebe" erzählt der Tatort-Kommissar Axel Prahl über den FC St. Pauli und über den Zusammenhang zwischen Sportschau und Mädchen.
Axel Prahl kommt zu Fuß zur Berliner Pizzeria „Al Dente”, er wohnt um die Ecke. Der Schauspieler, der in seiner Rolle als Münsteraner Tatort-Kommissar Frank Thiel regelmäßig im Fan-T-Shirt des Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli auftaucht, trägt ein oranges Sweatshirt und sagt: „Ich bin unschuldig! Ich wurde zum Pauli-Fan gemacht!”
So schlimm?
Axel Prahl: Nein, gar nicht schlimm. Es gab ja bereits im Vorfeld Strukturen, die darauf hingewiesen haben. Ich war schon zu Jugendzeiten ab und zu im Stadion am Millerntor, das damals noch nicht umgebaut war. Selbst in der zwanzigsten Reihe warst du noch total nah dran an den Spielern und konntest jeden Pickel sehen. Wie in der 50er Jahren, eine geile Atmosphäre!
Nach dem Umbau ist das alles vorbei?
Prahl: Die beiden alten Tribünen tun's noch richtig gut. Die beiden neuen Tribünen, ja, was soll ich sagen? Ist hübsch geworden, sieht gut aus. Aber das ist eben der neue Teil. Leider. Aber zwangsläufig muss man irgendwann Dinge erneuern.
Spricht da Axel Prahl oder Kommissar Thiel?
Prahl: Da spricht Axel Prahl. Schließlich hab' ich selbst mal Fußball gespielt. Beim TSV Neustadt, aber ich musste früh aufhören.
Wieso das?
Prahl: Weil ich nach jedem Punktspiel auf der Nase lag und krank war. Ich hatte Schwierigkeiten, durch die Nase zu atmen. Also habe ich durch den Mund geatmet, was wiederum schlecht für die Lunge war. Deshalb hat mich meine Mutter aus dem Verein raus genommen. Das führte bei mir dazu, dass ich erstmal alles, was mit Fußball zu tun hatte, ganz weit weg schob.
Selbstschutz?
Prahl: Selbstschutz. Aber als ich dann 14 oder 15 wurde und es losging mit den Mädels, merkte ich: Ist doch gar nicht so schlecht, wenn man als Junge am Samstag um 18 Uhr Zeit hat und nicht die Sportschau gucken muss. Das wirkte bei den Mädels ganz gut. Als dann viel später der Tatort in mein Leben kam, wurde meine Begeisterung für Fußball reanimiert.
Mittlerweile gibt es bereits 16 Tatorte mit Ihnen als Kommissar, aber warum wurde noch nie eine einzige Szene im Stadion am Millerntor gedreht?
Prahl: Eine Kostenfrage.
Eine Kostenfrage?
Prahl: Natürlich! Das ganze Team müsste doch nach Hamburg reisen. Ich wäre sehr dafür, aber das müsste auch finanziell bewerkstelligt werden.
Schade, wäre eine Szene im Stadion nicht wunderbar?
Prahl: Fände ich großartig. Am besten noch mit meinem Film-Vater zusammen... er mit einem riesigen Joint in der Hand.
Was sagen eigentlich die Jungs von Preußen Münster dazu, dass sie im Tatort nicht vorkommen?
Prahl: Es gab schon mal die Anregung, einen Stoff daraus zu machen. Aber Preußen und der FC St. Pauli haben nie in einer Liga gespielt, deshalb hat das bisher nie gepasst. Man hätte Corny Littmann (Red.: Präsident des FC St. Pauli) vielleicht überreden können, mal zu einem Freundschaftsspiel zu kommen, aber das ist alles sehr schwierig.
Aber Sie kennen Corny Littmann doch gut.
Prahl: Lustigerweise schon aus Kieler Zeiten, als ich noch an der Pädagogischen Hochschule studierte. Corny hatte ein Cafe in Kiel, und dort war ich morgens gerne und bevorzugte das Frühstück „No future”. Das war ein Espresso, eine saure Gurke und eine Zigarette. Das ist ja das komische in meiner Vita. Manche Dinge aus dem Privaten und aus den Rollen haben sich irgendwie vermengt.
Hatten Sie Einfluss auf das St. Pauli-Motiv im Tatort?
Prahl: Überhaupt nicht, das stand einfach so im Drehbuch. Damit sollte einfach nur die Herkunft der Person Thiel in Hamburg verortet werden.
Passt der FC St. Pauli besser zu Thiel als der HSV?
Prahl: Schon. Obwohl? Der HSV hat jetzt einen eigenen Friedhof, und das halte ich für eine schicke Sache. Im HSV-Sarg begraben zu werden hat doch was.
Wann waren Sie zuletzt im Stadion am Millerntor?
Prahl: Ich bin nun nicht der super konsequente Verfolger der Sache und würde mir für Pauli nicht das Herz rausreißen. Aber es ist tatsächlich erst ein paar Wochen her, dass ich mit meinem Vater dort war. Aber gegen wen war das? Karlsruhe? Kann ja nicht, andere Liga. Gegen wen haben die denn gespielt? Moment, ich rufe Vaddern an. (Prahl holt sein Handy aus der Tasche und spricht mit seinem Vater.)
Und? Geklärt?
Prahl: Ja! Es war gegen Kaiserslautern! Nach dem Spiel waren wir noch mit den Fans in der Dom-Schänke, dort habe ich wohl die Erinnerung ans Spiel weggehauen. Aber Ergebnisse und solche Sachen sind für mich beim Fußball auch nicht so wichtig. Mir geht es um die Atmosphäre und das Erlebnis rundrum.
Also gehen Sie nach dem Spiel auch immer zur After-Show-Party?
Prahl: Dort habe ich mal Franz Müntefering kennen gelernt. Ich habe ihm aus Versehen meinen Senf an die Jacke geschmiert, aber er war sehr nett und hat es mir überhaupt nicht krumm genommen. Wir kamen ins Gespräch, und er war sehr, sehr offen. Ich empfand ihn sehr angenehm als Mensch.
Auch als Politiker?
Prahl: Ich finde Menschen gut, die Charakter haben. Und der Münte hat Charakter und natürlich vor allen Dingen auch Schnauze.
Beim FC. St Pauli spielt Fabian Boll im Mittelfeld, der auf der Hamburger Polizeiwache 20 Stunden in der Woche als Kriminal-Kommissar arbeitet. Haben Sie mit dem schon gesprochen?
Prahl: Nein, habe ich noch nicht gemacht. Irgendwie sind wir uns nach den Spielen bisher noch nicht über den Weg gelaufen.
11:37
Pauli und Preussen in einer Liga? So tief runter muss aber nicht sein. Verwundert bin ich über den Satz von Steffen
Übrigens war St. Pauli fast immer sportlich schlechter als die Preußen
Hab da ne ganz andere Wahrnehmung
11:08
einen Joint in der Hand? Junge Junge, bleib bitte vom Stadion weg mit dieser Drogenscheisse.....
10:42
Oweia, Herr Prahl. Ich erspare mir jeden Kommentar zu St. Pauli, aber dass er null Ahnung hat, beweist seine Aussage, St. Pauli und der SCP hätten nie in einer Liga gespielt. Ohauerhauerha.
Da lob ich mir den Lansink. Der hat auch wenig Ahnung vom Fußball, ist aber immerhin Mitglied beim SC Preußen Münster und geht auch zu Fanveranstaltungen. Und noch eines, Herr Prahl: Dass St. Pauli und der SCP wieder in einer Liga spielen, geht schneller, als man denkt ;-)
10:41
Vielleicht sollte der liebe Axel Prahl mal seine Fakten checken... Preußen Münster also nie gegen St. Pauli in einer Liga... ahja. Haben ja nur über Jahre in der zweiten Liga und in der Regionalliga gegeneinander gekickt. Aber egal.
Übrigens war St. Pauli fast immer sportlich schlechter als die Preußen - während die in den höchsten Liga gespielt haben, war Pauli immer nur ein drittklassiger Klub.
Ok, ist etwas länger her. Aber stimmt dennoch.