Stehplätze in den Stadien auf dem Prüfstand
31.05.2012 | 16:47 Uhr 2012-05-31T16:47:56+0200
Berlin. Innenministerkonferenz fordert von Bundesliga-Klubs ein Handlungskonzept zur Eindämmung von Gewalt rund um den Fußball. Repressalien könnten Inhabern von Stehplatzkarten drohen. Die Plätze der treuesten Fans stehen auf dem Prüfstand.
Die Politik drängt in der Debatte um Gewalt in Fußball-Stadien
auf
Entscheidungen. Noch vor Beginn der neuen Bundesliga-Saison im August soll es
ein Treffen der Innen- und Sportminister aus den Ländern mit dem Deutschen
Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) geben.
'Dort
erwarten wir konkrete Antworten, wie DFB und DFL die Vollzugsdefizite beheben
wollen. Andernfalls werden wir eine Beteiligung der Vereine an den Kosten der
Sicherheitsmaßnahmen prüfen', sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger am Rande der
Innenminister-Konferenz in Göhren-Lebbin (Mecklenburg-Vorpommern).
Klubs sollen Beitrag für Polizeieinsätze leisten
Wie
Jäger meinte, könne es nicht sein, dass Fußballvereine durch lukrative
TV-Verträge
hohe Einnahmen erzielen, für die Sicherheit in den Stadien am Ende
aber der Steuerzahler die Zeche zahlt. 'Ich erwarte, dass die Vereine deutlich
mehr für die Sicherheit tun. Die Konzepte liegen auf dem Tisch. Bei deren
Umsetzung gibt es aber noch erhebliche Defizite', so Jäger.
Bereits am
Mittwoch hatte Bundesinnenminister Hans-Peter Fredrich gegenüber dem SID ein
härteres Vorgehen angekündigt. 'Wenn die derzeitigen Maßnahmen nicht ausreichen,
müssen - auch auf Kosten der Vereine - Nachbesserungen vorgenommen werden',
sagte der für den Sport zuständige Bundesminister.
Stehplätze stehen auf dem Prüfstand
Friedrich forderte von
den 56 Klubs der ersten drei Ligen noch vor Ende der Sommerpause ein
Handlungskonzept und will sämtliche Fan-Privilegien auf den Prüfstand stellen -
auch die Stehplätze
. 'Als Fußballfan hoffe ich, dass es nicht so kommt, dass es
in Deutschland wie in anderen Ländern bald nur noch Sitzplätze in den Stadien
gibt', meinte der CSU-Politiker und appellierte an die Vernunft der Anhänger:
'Entscheidend ist bei allem: Die Fans haben es selber in der Hand!'
Wie
Jäger weiter erklärte, müssten die Fußballvereine vor allem das Einschmuggeln
und Abbrennen von Pyrotechnik in ihren Stadien besser verhindern und stärker
sanktionieren. 'Dafür müssen sie alle rechtlichen Möglichkeiten konsequent
ausschöpfen und sorgfältiger bei ihren Kontrollen vorgehen.' (sid)

18:27
Weg mit den Stehplätzen, dann hat auch der Bengalo-Wahnsinn ein Ende. Letztlich hat einer so ein Ding neben mir gezündet und sich eine Blase am Finger geholt. Das ging ja noch glimpflich aus. Man stelle sich vor jemand überschüttet sich ausversehen mit Benzin und so ein Honk zündet daneben ein Bengalo.
09:26
Die Abschaffung von Stehplätzen ist blinder Aktionismus!
Fußball sollte auch für Schüler, Studenten, Geringverdiener bezahlbar sein.
Aber hier vermute ich eher eine willkommene Gewinnmaximierung durch neue Kapazitäten im Sitzplatzbereich in den Stadien.
21:34
bin ich hier über diesen Artikel gestolpert. Dass sich nun auch unsere Politiker in diese Diskussion einmischen, war doch zu erwarten. Diese Personen haben doch einen berufsmäßigen Riecher für wirksame Auftritte in der Öffentlichkeit. Es ist nur schade, dass diesmal das Einmischen durch einige uneinsichtige Besucher in den Stadien herbeigeführt wird und die Masse der Fans darunter zu leiden haben. Würde sich JEDER beim Besuch eines Spiels
so benehmen, wie man es es von Besucher im eigenen Hause erwartet, würde sich jede Diskussion erübrigen.
SGG
17:23
Beitrag für Polizeieinsätze zu zahlen ist
populistisch, weil es die momentale Rechtslage nicht hergibt.(zumindestens ausserhalb des Stadions)
wer zahlt denn eigentlich die Kosten für Castortransporte?ß
Kosten für Sicherheit mindern den Gewinn und gleichzeitig die Steuereinnahmen.
Das ist falsch. Die derzeitige Rechtslage reicht dafür absolut aus.
Das Gewaltmonopol liegt bei der Polizei! Daher ist die Lage doch komplizierter.
Allerdings ändert das nichts an der Tatsache, das die Clubs monetär an den Kosten der Polizeieinsätze beteiligt seien sollte.