Standard-Lüttich-Anhänger rollen Enthauptungs-Plakat aus

Was wir bereits wissen
Fans des belgischen Klubs Standard Lüttich zeigten im Spiel gegen Anderlecht ein Banner, das die Köpfung des Ex-Lüttich-Spielers Steven Defour zeigt.

Lüttich.. Das Ausrollen eines Enthauptungsplakats im Stadion des belgischen Vereins Standard Lüttich wird Konsequenzen haben. Wie der Club am Montag auf seiner Homepage mitteilte, sei die Plakat-Aktion der eigenen Anhänger gegen den ehemaligen Standard-Profi Steven Defour beim Topspiel der belgischen Fußball-Liga am Sonntag gegen den RSC Anderlecht (2:0) ein großer Vertrauensbruch.

"Wir haben deshalb alle Maßnahmen getroffen, die notwendig erscheinen, um die Schuldigen zu bestrafen und so etwas in Zukunft zu verhindern", hieß es in der Erklärung. Die Verantwortlichen würden momentan noch ermittelt. Im Vorfeld des Spiels sei den Verantwortlichen ein anderes Plakat vorgelegt worden, "das nichts damit zu tun hatte, was letztlich am Sonntag ausgerollt wurde". Es werde noch in dieser Woche ein Treffen zwischen der Stadt und der Ultra-Gruppe geben, kündigte der Verein an. MSV Duisburg

Verein verbreitete Banner via Twitter

Auf dem Banner war ein Henker abgebildet, der in einer Hand eine Machete, in der anderen den abgehackten Kopf des heutigen Anderlecht-Profis Defour hielt. Daneben war in Anspielung auf die Standard-Vereinsfarben der Schriftzug "Red or Dead" ("Rot oder tot") zu lesen. Der Verein wurde anschließend dafür kritisiert, ein Bild der Choreographie via Twitter verbreitet zu haben.

Auch Lüttichs Bürgermeister Willy Demeyer sah sich wegen des großen Medienechos in Belgien zu einer Reaktion gezwungen. "Die Fußballwelt sollte sich nicht über dem Gesetz stehend fühlen", zitierte ihn die belgische Nachrichtenagentur Belga. Eine Strafanzeige wegen Anstiftung zum Mord und Hass behalte er sich vor. "Die Meinungsfreiheit hat Grenzen", sagte Demeyer. Weihnachtsaktion

Geldstrafe und Stadionverbot drohen

Den Verantwortlichen droht laut mehreren Medienberichten, die sich auf das belgische Innenministerium berufen, ein Stadionverbot von bis zu fünf Jahren und Geldstrafen von bis zu 5000 Euro. (dpa)