St. Paulis Pliquett von HSV-Fans angegriffen
22.08.2010 | 21:35 Uhr 2010-08-22T21:35:00+0200
Hamburg.26 Tage vor dem Hamburger Derby haben Fans des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV für einen schlimmen Zwischenfall gesorgt. 15 vermummte Anhänger attackierten in der Nacht zum Sonntag Pauli-Fans und Torhüter Benedikt Pliquett.
Der 25-Jährige war nach der Rückkehr vom Bundesliga-Spiel beim SC Freiburg mit fünf Fans am Banhof Altona ausgestiegen und wurde umgehend angegriffen. Pliquett blieb unverletzt, zwei Pauli-Anhänger mussten dagegen zunächst ins Krankenhaus gebracht werden. Drei HSV-Fans im Alter von 16 bis 29 Jahren wurden festgenommen, fünf weitere kurz darauf ermittelt.
„Eine Flasche verfehlte ganz knapp meinen Kopf. Ich rief die Polizei. Sie griff auch sofort ein“, sagte Pliquett einer Zeitung. Der Torwart, der gegen Freiburg nicht zum Einsatz kam, hatte mehrere Tritte mit seinem Koffer abwehren können.
Die Hooligans hatten auch bereits am Boden liegende Personen weiter getreten und geschlagen. Laut Polizeiangaben zog sich ein Fan einen Nasenbeinbruch zu, einem weiteren wurde das Hörgerät aus dem Ohr geschlagen. „Die Täter sind durchaus organisiert vorgegangen“, sagte der Sprecher der Bundespolizei, Reiner Urban, dem Hamburger Abendblatt. Der Ermittlungen hätten ergeben, dass diese Personen in der Datei „Gewalttäter Sport“ registriert seien. Außerdem seien Dauerkarten des HSV gefunden worden, erklärte die Polizei weiter.
„Wir werden vor dem Derby zu Ruhe und Besonnenheit aufrufen“
HSV-Vorstand Oliver Scheel äußerte sich empört über den Angriffs. „Ich bin frustriert und maßlos enttäuscht, dass es diesen Übergriff gegeben hat und dieser dem HSV zuzuordnen ist“, sagte Scheel dem Abendblatt. Sobald der HSV alle Informationen erhalten habe, werde man mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln wie Stadionverboten vorgehen. „Für mich ist dieser Vorfall auch ein deutliches Warnsignal, dass wir alles dafür tun müssen, dass rund um das Derby alles ruhig und sportlich zugeht“, sagte Scheel.
St. Paulis Pressesprecher Bönig macht sich ebenfalls Sorgen um die Sicherheit vor dem ersten Hamburger Stadt-Derby seit mehr als acht Jahren am 18. September am Millerntor. „Das war sicher ein organisierter Übergriff, den wir aufs Schärfste verurteilen“, sagte er dem TV-Sender Sport1: „Wir rufen unsere Fans auf, Ruhe zu bewahren und dies nicht zu vergelten. Wir werden vor dem Derby zu Ruhe und Besonnenheit aufrufen. Aber wir dürfen uns keinen Sand in die Augen streuen: Es wird immer ein paar Vollidioten geben.“
Pliquett sei nach den Vorfällen „schockiert“, so Bönig weiter: „Er hat mich noch in der Nacht angerufen und war sehr aufgebracht, weil er so etwas miterleben musste.“
Der Fanbeauftragte des HSV, Mike Lorenz, sagte dem Abendblatt: „Wir werden versuchen, in den nächsten Tagen die Täter zu kontaktieren. Von unserer Seite müssen sie natürlich mit harten Konsequenzen rechnen.“ Gerade in Bezug auf das bevorstehende Derby sei dieser Vorfall sehr ärgerlich. (sid)
11:17
Ich verurteile diesen Angriff aufs Schärfste.
Dennoch macht mich eine Passage sehr stutzig:
...Außerdem seien Dauerkarten des HSV gefunden worden, erklärte die Polizei weiter....
...Sobald der HSV alle Informationen erhalten habe, werde man mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln wie Stadionverboten vorgehen.
Was hat der HSV mit dieser Sache zu tun? Was ist, wenn im Portemonnaie der Täter auch McFit-Clubkarten und Mitgliedsausweise des örtlichen Schachvereins gefunden worden sind, telefoniert der Staat dann auch munter alle durch, um sie auf ein Gewaltverbrechen eines ihrer Mitglieder oder Kunden aufmerksam zu machen? Datenschutz heißt auch der Schutz des Täters in einer Rechtsache! Komisch, dass so gravierende grundrechtsverstoßende Dinge immer wieder gepflegt übersehen werden, wenn es um vermutliche Fußballgewalttäter geht.
16:53
Schlimme Sache. Es scheint wieder schlimmer zu werden. Es war einige Jahre eigentlich ruhig.
Am besten ein Exempel statuieren. Und mal ein paar Jahre wegsperren. Aber dann kommt wieder der alte Spruch mit der soooo schlimmen Jugend.
12:26
Tja, dann wundert sich noch jemand wenn die Spieler komplett von der Öffentlichkeit abgeschottet werden.
11:01
Das macht mich einfach nur traurig und fassungslos!
Ich schäme mich für meine weltoffene und schöne Stadt!
10:42
Die Flasche hat nur knapp seinen Kopf verfehlt? Tja, HSV, ich erinnere da an einen gewissen Herrn Guerrero und seine Vorbildfunktion...
08:05
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07:24
Ich habe immer gedacht, richtige Hooligans würden nicht mehr reintreten, wenn jemand auf dem Boden liegt.
Es sind doch nichts weiter als feige Typen, die sich auf Kosten anderer austoben wollen. Genau wie diese, ach so friedlichen, Ultras.
Ab in den Knast. Aber das wird bestimmt mal wieder nicht passieren. Warum auch. Sie sind ja bisher nur als Gewalttäter aufgefallen und haben auch nur ohne Grund Menschen verprügelt. Da wird ein Richter doch sicherlich etwas gutes rausholen können, für die armen Gewalttäter.
02:20
@3) Respekt ist sicherlich das letzte, was solche Maßnahmen bringen.
@4) es wird wohl so sein, dass jeder der einmal nur schief guckt darin landet.
00:00
Alles registrierte Gewalttäter Sport !! Warum laufen die dann noch frei rum ? Warum sind die noch nicht im Knast ?
Und wenn die schon registriert sind, warum haben die noch kein Stadionverbot ? Fragen über Fragen
23:27
10 Jahre geschlossenen Arbeitsdienst bei Wasser und Brot steigert den Respekt vor dem Gegenüber.
Was soll man auch in einem Land erwarten, wo für so Bagatellen nach wie vor mit lächerlichen Bewährungsstrafen abgehandelt werden. Wahrscheinlich haben sich alle mit Absicht betrunken als sie den Angriff planten, weil sie natürlich wissen, das sie dann natürlich nicht zurechnungsfähig sind und so gut wie straffrei ausgehen werden.
Mit der Ausrede kann jeder im besoffenen Kopf `ne Bank überfallen, den Nachbarn den er nicht mag besoffen über den Haufen knallen usw. Alles ist möglich in unserer Banane BRD.