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Solbakken packt aus: Schumacher "verbreitet Lügen"

21.05.2012 | 09:59 Uhr

Ex-Trainer Ståle Solbakken hat fünf Wochen nach seiner Entlassung beim Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln im Interview mit dem kicker zum Rundumschlag ausgeholt.

Köln (SID) - Ex-Trainer Ståle Solbakken hat fünf Wochen nach seiner Entlassung beim Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln im Interview mit dem kicker zum Rundumschlag ausgeholt. Dabei bekam vor allem der neue Vize-Präsident Toni Schumacher eine Breitseite ab. "Schumacher war 25 Jahre nicht in der Zeitung, spricht, als wäre er der Sportdirektor aus dem Himmel und verbreitet Lügen, ich wollte nicht mit jungen Spielern arbeiten", sagte Solbakken. Schumacher habe einen Tag vor seiner Entlassung bei ihm in der Küche gesessen und ihm versichert, dass man ihn "nicht entlassen" werde: "Wenn es dann diese Entscheidung gibt, hat man ein falsches Spiel gespielt."

Auch mit einigen seiner ehemaligen Spieler ging Solbakken, der vor wenigen Tagen beim Premier-League-Absteiger Wolverhampton Wanderers angeheuert hat, hart ins Gericht. Sascha Riether, den der ehemalige FC-Sportdirektor Volker Finke aus Wolfsburg an den Rhein geholt hatte, sei in Köln als Führungsspieler überfordert gewesen. "Wenn man Sascha Riether kauft, dann muss man wissen, dass es ein großer Unterschied ist, ob du ein Stratege in Köln sein sollst oder Außenverteidiger in Wolfsburg warst. Diese Aufgabe in Köln war zu groß", sagte Solbakken: "Er ist ein guter Spieler, aber er war nie ein Stratege."

Auch Pedro Geromel, den Solbakken zu Saisonbeginn zum Mannschaftskapitän gemacht hatte, sei überfordert gewesen. "Für Pedro war die Binde eine Belastung", sagte der 44-Jährige. Deshalb habe er auch überlegt, dem Brasilianer die Binde wieder wegzunehmen. Auch Stammtorwart Michael Rensing, neben Lukas Podolski die einzige Konstante der abgelaufenen Saison, stand anscheinend kurz vor der Demission. "Ich habe mit Torwarttrainer Alexander Bade einen Torhüterwechsel diskutiert. Wir haben überlegt, Timo Horn zu bringen", sagte Solbakken. "Vielleicht hätte er der Elf mehr Ruhe gegeben."

Trotz seiner Entlassung in Köln ist Solbakken nach wie vor von seinen Methoden überzeugt. Äußerungen von Spielern wie Riether oder Podolski, die mangelnde Fitness und das taktische Konzept als Gründe für die Talfahrt benannt hatten, seien "Alibis", so der Norweger: "Unser Weg, wie wir trainieren, ist die Zukunft. Da bin ich zu 100 Prozent sicher." Ausschlaggebend für den Abstieg sei vielmehr gewesen, dass man "nicht viel Glück" gehabt habe.

sid

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