Fußball-Bundesliga
Schalke entdeckt die Geduld als größte Tugend
07.03.2010 | 20:44 Uhr 2010-03-07T20:44:00+0100
Gelsenkirchen. Schalke bleibt nach dem 4:1 in Frankfurt oben dran – und weckt Erinnerungen an Magaths Wolfsburg-Coup. So mitreißend Wolfsburg damals das Feld von hinten aufrollte, so beharrlich bleibt Schalke jetzt in der Tabelle an den Bayern dran.
Und plötzlich schwebte dieser Name durch den Raum, den Felix Magath gar nicht hören wollte: Wolfsburg. Nicht, dass der Trainer des FC Schalke 04 schlechte Erinnerungen an die Stadt Wolfsburg und ihren Fußball-Verein hätte, im Gegenteil. Er ist im Vorjahr mit dem VfL Deutscher Meister geworden, obwohl das lange Zeit niemand für möglich gehalten hatte. Aber genau das ist ja das Problem. Glaubt jemand, dass Felix Magaths Schalker jetzt schon den Titel holen? Dass sie sich gegen Bayern München und Bayer Leverkusen durchsetzen können?
Feines Näschen
Aber im Moment beginnt genau diese Diskussion, und Felix Magath hat da ein feines Näschen: Er wittert eine Falle, noch bevor sie aufgebaut ist. Und so wischte er alle Parallelen zwischen dem VfL des Jahres 2009 und dem FC Schalke des Jahres 2010 energisch beiseite, scheinbar unbeeindruckt von einem 4:1 (2:0) in Frankfurt, über das der ehemalige Schalker Halil Altintop den frechen Satz sagte: „Wenn Schalke so weiter macht und gewinnt ohne richtig Fußball zu spielen, dann werden sie Meister.“
Das war so einer der Sätze, der Magath nicht in den Kram passen kann. Parallelen zum VfL? „Ich sehe keine“, schnappte Magath, „ich trainiere eine Mannschaft, die blaue Trikots trägt, und das war im Vorjahr eher selten der Fall.“ Das genügte natürlich nicht, um das Thema vom Tisch zu bringen. Also legte Schalkes Trainer ernsthaft nach: Beim VfL sei er in der vorigen Saison immerhin im zweiten Jahr Trainer gewesen, er habe mit Grafite und Dzeko die besten Stürmer der Liga im Kader gehabt, dazu mit Misimovic den besten Vorbereiter. „Jetzt“, betonte Magath, „haben wir vielleicht den besten Torjäger dieser Saison. Aber das reicht nicht, um ganz vorne reinzurutschen.“
Spielerische Qualität nicht vergleichbar
Damit liegt Magath nicht mal falsch. Die spielerische Qualität der beiden Mannschaften ist nicht vergleichbar. Aber die Ausgangslage ist so verführerisch ähnlich, dass man früher oder später auf den Gedanken kommen muss, Magath könne womöglich mit Schalke den Wolfsburger Coup wiederholen, ja, überbieten. Man traut den Blauen trotz Platz zwei jetzt weniger zu als den Grünen damals. Aber so mitreißend Wolfsburg damals das Feld von hinten aufrollte, so beharrlich bleibt Schalke jetzt in der Tabelle an den Bayern dran.
Entscheidender noch: Der Trainer hieß und heißt Felix Magath, und die nach dem 4:1 offen ausgebrochene Diskussion, ob Schalke 04 jetzt schon mehr packen kann als Platz zwei oder drei ist in erster Linie ein gewaltiges Kompliment für Magath.
Seine Spieler selbst machen da übrigens nicht mit, sie haben die Vorgaben ihres Trainers vollkommen verinnerlicht: Platz drei gilt als das Maß aller Dinge, bei Kevin Kuranyi, bei Manuel Neuer, bei Benedikt Höwedes. Sie alle verweisen wie Magath auf die nächsten vier Spiele gegen Stuttgart, in Hamburg, in Leverkusen und gegen Bayern.
Aber wer sagt, dass die Blau-Weißen einen Einbruch erleiden müssen? Die Spielweise ist nach dem 4:1 bei der Eintracht auf die Formel „hinten dicht und vorne Standards“ gebracht worden. Das ist ein bisschen flapsig, vor allem lässt es außen vor, mit welchem Selbstbewusstsein das Team zu Werke geht. Schalke geriet nach der Pause, als Frankfurt das 1:2 erzielte, 20 Minuten lang ins Trudeln. Daraus wurde kein Absturz, weil Magath in der Abwehr Rafinha von der linken Seite zurück auf seine angestammte Position als Rechtsverteidiger beorderte. Damit war der Laden hinten wieder dicht, und vorne hat die Mannschaft die Geduld als ihre größte Tugend entdeckt: Sie weiß, dass die nächste Chance noch kommen wird und sie weiß, dass Kevin Kuranyi in der Form ist, sie zu nutzen. In Frankfurt bereitete er so das 3:1 wunderbar vor und erzielte das 4:1 selbst.
Danach feierten die Fans den Torjäger minutenlang, und das ist auf Schalke wirklich nicht selbstverständlich, schon gar nicht angesichts Turiner Wechselgerüchte.
„Bleibst du denn, wenn Schalke Zweiter wird?“, fragte ein Anhänger den Stürmer. „Das“, entgegnete Kuranyi treuherzig, „kann man nicht beantworten.“ Und beinahe sah er glücklich aus, dass der Mann nicht von Platz eins gesprochen hatte.
16:47
Ich glaube,da reift was ganz,ganz großes heran.
19:20
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19:10
@siebert
Bist du vielleicht irgendwie verbittert? Wieso bist du eigentlich nie objektiv? Schalke steht auf Platz 2 weil sie gut sind!
18:46
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18:00
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14:52
Hahahaha, dieses Forum ist das reinste Irrenhaus.
Kurz vor den Mauern eurer Stadt steht eine Nervenklinik wie sie noch keiner gesehen hat.
14:51
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14:47
#40# man sieht doch jede woche wie sowas möglich ist.
14:45
heidimaus deine lobhudeleien auf altintop waren früher recht peinlich.
14:36
#39
Altintop war der einzige, der das ( keinen richtigen Fussball spielen) nicht konnte. Deshalb haben wir ihn ja nach Frankfurt verliehen. Kapito????