Zweikampfstarker Höwedes - ein vorbildlicher Schalke-Kapitän

Schalke hat’s geschafft. Die Königsblauen gewannen das Derby bei Borussia Dortmund mit 2:1 (1:0) und retteten einen Vorsprung über die Zeit. Ein Schalker Defensivtrio überzeugte. Die Einzelkritik.

Dortmund.. Noten von 1,5 bis 4: Diskutieren Sie mit uns über die Leistungen der Schalker Spieler im Revierderby gegen Borussia Dortmund.

Die Schalker Spieler in der Einzelkritik

Lars Unnerstall: Er blieb etwas überraschend zwischen den Pfosten – und hätte sich gern bei Trainer Huub Stevens mit ein paar Paraden bedankt. Doch die sonst so offensivstarken Dortmunder kamen bis auf das 1:2 (55.) nicht gefährlich vor sein Tor. Den Flachschuss von Marco Reus (37.) hätten wohl auch fast alle Zuschauer sicher gehalten. Sehr gut in der Strafraumbeherrschung. Beim Gegentor übrigens machtlos. Note: 2,5

Atsuto Uchida: Wenn vor ihm auf der rechten Seite Jefferson Farfan angreift, dann geht es ihm auf dem Platz viel besser. Vor dem 1:0 (14.) verarbeitete er Roman Neustädters Pass vorbildlich und sah den besser postierten Farfan. Hinten mit nur einem Patzer. In der 74. Minute verlor er den Ball an Marco Reus – holte sich ihn aber am Strafraum wieder zurück. Note: 3

Benedikt Höwedes: Der beste Verteidiger auf dem Spielfeld trug ein königsblaues Trikot und die Nummer 4. Sehr, sehr aufmerksam, stets schneller als die Dortmunder, von Beginn an enorm zweikampfstark. Er blockte endlos viele Dortmunder Schussversuche. Nur zwei kleine Unsicherheiten. Erst schoss er bei einem Befreiungsschlag einen Dortmunder an (27.) und vor dem 1:2 verursachte er den Freistoß (55.). Note: 1,5

Joel Matip: Er wird wohl noch in Jahrzehnten erzählen müssen, wie er den Ball in der 53. Minute aus zwei Metern Entfernung nicht im Tor unterbrachte. Das hätte das 3:0 sein müssen. Zwei Minuten danach verlor er vor dem 1:2 das entscheidende Kopfballduell gegen Torschütze Robert Lewandowski. Schon zu Beginn wackelte er ein wenig – sein Foul an Moritz Leitner an der Strafraumgrenze (6.) war völlig unnötig. Note: 4

Christian Fuchs: Fast wäre der Linksverteidiger wieder an einem Schalker Tor beteiligt gewesen – wenn Matip seine Ecke aus zwei Metern Entfernung versenkt hätte (53.). Er wirkte sehr konzentriert in der eigenen Hälfte, bemühte sich darum, sich nicht tunneln zu lassen – meist mit Erfolg. Note: 3

Roman Neustädter: Doppelt überragend: überragendes Stellungsspiel und überragend sein langer Pass auf Atsuto Uchida vor dem 1:0 (14.). Ein Gala-Auftritt des ehemaligen Gladbachers, der seinem Freund Marco Reus wenig Spielraum gestattete, wenn er ihm auf dem Feld begegnete. Note: 1,5

Marco Höger (bis 79.): Ein Torjäger hätte den Ball nicht cooler versenken können… Ganz sicher erzielte er das 2:0 (48.) und krönte seine herausragende Vorstellung. Ballsicher und sehr zweikampfstark. Nach dem Derby hat er Jermaine Jones den Stammplatz wohl erst einmal abgeluchst. Note: 1,5

Jefferson Farfan (bis 70.): Vor ihm hatten die Dortmunder eine Menge Respekt – denn außer Kevin Großkreutz kümmerte sich zunächst auch Mats Hummels um den Peruaner. Nach 30 Minuten schickte BVB-Trainer Jürgen Klopp fast jeden mal auf die linke Seite, um Farfan zu stoppen. Doch trotz der Multi-Bewachung konnte der BVB nicht verhindern, dass Farfan an den beiden Schalker Torszenen in der ersten Hälfte beteiligt. Eine abgewehrte Farfan-Flanke führte zu Afellays 1:0 (14.) und eine weitere Flanke brachte Klaas-Jan Huntelaar per Kopf nicht im Tor unter (29.). In der 51. Minute stibitzte er sogar in der eigenen Hälfte Marco Reus den Ball – stark. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr baute er ab. Typisch für ihn nach einer Länderspielreise. Note: 2,5

Lewis Holtby (bis 86.): Müde nach der Gala als U21-Kapitän am Dienstag in der Schweiz? Oh nein! Mit seiner Laufstärke wie immer sehr wichtig für das Schalker Spiel – und dann gelang ihm in der 48. Minute auch noch ein wundervoller Pass, den Marco Höger locker zum 2:0 versenkte. Da verziehen es die Fans schnell, dass ihm in der ersten Hälfte die entscheidenden Pässe misslangen. Note: 2

Ibrahim Afellay: Nach seinem ersten Saisontor gegen Wolfsburg ist anscheinend der Knoten geplatzt. Dribbelstark, wirbelte vor allem in der ersten Hälfte die Dortmunder Abwehr durcheinander, fand fast immer den richtigen Zeitpunkt fürs Abspiel und traf in der 14. Minute per Flachschuss zum 1:0. Er hätte auf 3:1 erhöhen können, scheiterte nach einem Konter aber an Roman Weidenfeller (71.). Note: 2

Klaas-Jan Huntelaar: Diesmal weniger als Torjäger gefragt. Er behauptete den Ball häufig gut – so vor dem 0:2 (48.), als er Passgeber Lewis Holtby den Ball zuspielte und vor Afellays Großchance (71.). Auch im eigenen Strafraum bei Dortmunder Standards wichtig. Seine Chancen vergab er (29./86.). Note: 3

Tranquillo Barnetta (ab 70.): ohne Note

Jermaine Jones (ab 79.): ohne Note

Christoph Moritz (ab 86.): ohne Note