Wellenreuther patzt erneut - Schalke schützt Torwart-Talent

Trost für Timon: Roman Neustädter munterte Schalke-Torwart Timon Wellenreuther auf.
Trost für Timon: Roman Neustädter munterte Schalke-Torwart Timon Wellenreuther auf.
Foto: imago
Zum zweiten Mal in Folge leistete sich der 19-Jährige einen folgenschweren Fehler. Vorwürfe gibt's von Trainer Di Matteo und Manager Heldt nicht.

Dortmund.. 78 Minuten wehrte sich immerhin ein Schalker mit Händen und Füßen gegen eine Derby-Packung: Die Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang (4.), Marco Reus (56.) und Henrikh Mkhitaryan (65.) tauchten frei vor Torwart Timon Wellenreuther auf - doch der behielt die Nerven. Auch Reus' Fernschuss lenkte er mit einer Glanztat zur Ecke (26.). Neun Torschüsse parierte Wellenreuther - ein ganz starker Wert. Doch in den letzten zwölf Minuten musste er doch noch dreimal hinter sich greifen. Beim Tor zum 0:3 (0:0)-Endstand sah er auch noch ganz, ganz schlecht aus.

Mitspieler munterten den Schalke-Keeper auf

Nach einem Rückpass versuchte Wellenreuther, den heraneilenden Marco Reus auszuspielen. Doch Reus hatte das geahnt und spitzelte Wellenreuther den Ball vom Fuß ins Tor. Direkt danach munterten Mitspieler wie Roman Neustädter ihren Keeper auf, nach dem Abpfiff gab's warme Worte von BVB-Spielern. Doch der Keeper war untröstlich. Nachdem er schon beim 1:1 gegen Werder Bremen beim Gegentor nicht so gut aussah, war dies der zweite große Patzer in einer Woche.

Die Verantwortlichen der Schalker stellten sich vor ihren Torwart. "Er hat viele gute Paraden für die Mannschaft gemacht. Für ihn ist es schade, dass am Schluss so ein Patzer herausgekommen ist. Wir wissen, dass er jung ist. Trotzdem geben wir ihm volles Vertrauen", sagte Trainer Roberto Di Matteo. Manager Horst Heldt sagte: "Der Fehler ist schade, weil er zuvor viel verhindert hat. Ärgerlich an dem Gegentor ist, dass wir nach einem eigenen Freistoß nichts Besseres zu tun hatten, als den Ball zum Torhüter zu spielen. Klar kann Timon das besser machen, aber seine Vorderleute dürfen das nicht zu so einer Situation kommen lassen." Heldt glaubt nicht, dass Wellenreuther erneut so ein Fehler unterläuft: "In so einer Situation wird er nicht noch einmal versuchen, einen Stürmer auszudribbeln. Da ist er ein hohes Risiko gegangen. An dem Jungen die Niederlage festzumachen, das wäre aberwitzig."

Noch vier Pflichtspiele bis zur Länderspielpause

Vorwürfe bringen nichts. Denn in den vier Pflichtspielen bis zur Länderspielpause dürfte Wellenreuther weiter erste Wahl sein. Wann Ralf Fährmann und Fabian Giefer zurückkehren, steht noch in den Sternen. "Das muss man abwarten", sagte Heldt nach dem Derby - wieder einmal gab er sich in der Torwart-Frage einsilbig.