Was Schalke-Trainer Jens Keller fehlt

Große Freude sieht anders aus: Schalkes Trainer Jens Kellerbei der 0:4-Niederlage gegen die Bayern.
Große Freude sieht anders aus: Schalkes Trainer Jens Kellerbei der 0:4-Niederlage gegen die Bayern.
Foto: Jan-Philipp Strobel / dpa
Was wir bereits wissen
Schalke-Trainer Jens Keller wirkte am Abend nach der 0:4-Klatsche gegen den FC Bayern München wie seine Mannschaft zuvor auf dem Rasen: ratlos. Ein Mutmacher sieht anders aus. Dieses Problem hat BVB-Coach Jürgen Klopp nicht. Ein Kommentar zum sechsten Bundesliga-Spieltag.

Gelsenkirchen.. Der FC Schalke 04 und Borussia Dortmund haben etwas Neues in der Bundesliga geschafft: Beide Vereine haben am selben Tag gegen den FC Bayern München verloren.

Schalke fügte sich ohne nennenswerte Gegenwehr

Wobei die Sache bei den Schalkern eindeutiger ist. Nach der 0:4-Pleite gegen den Fußball-Rekordmeister, in die sich die Königsblauen ohne nennenswerte Gegenwehr fügten, verwunderte höchstens die Analyse von Jens Keller. Zusammengefasst landete der Trainer immer wieder bei der Ursache: Man habe schließlich gegen Bayern gespielt.

Stimmt, auf der anderen Seite des Platzes standen die Bayern. Und?

Keller ist nicht Trainer eines Landesligisten, der gerade mal in die große Fußballwelt hineinschnuppert, er ist verantwortlich für den Sport beim FC Schalke. Also bei dem Verein, der wie die Bayern in der Champions League spielt. Bei dem Verein, der sich von seinem Selbstverständnis her zu den Branchenriesen zählt. Bei dem Verein, der den dritten Tabellenplatz und damit die Qualifikation zur Champions League nicht zuletzt aus finanziellen Gründen braucht.

Doch Keller wirkte am Abend nach dem Spiel wie seine Mannschaft zuvor auf dem Rasen: ratlos. Ein Mutmacher sieht anders aus. Er muss natürlich nicht der Öffentlichkeit irgendeine Art von Grasfresser-Aktionismus vorgaukeln, aber er muss seine Profis wachrütteln. Beim 0:4 gegen die Bayern hat er das offensichtlich nicht geschafft.

Schalke Dieses Mutmacher-Problem hat Jürgen Klopp nicht. Im Gegenteil, der BVB-Trainer ist für seine Emotionalität bekannt. Seine Borussia spielte auch nicht gegen Bayern, sondern in Nürnberg. Allerdings: Mit einem System, das die Bayern seit langer Zeit perfektioniert haben. Das System heißt Rotation, und die Bayern beherrschen es mit ihrer voll besetzten Star-Auswechselbank einfach besser als Dortmund.

BVB-Trainer Klopp ließ Stars wie Robert Lewandowski auf der Bank

So ließ Klopp nach der Champions-League-Woche Stars wie Robert Lewandowski in der Liga zunächst auf der Bank, doch das B-Team verspielte mit dem 1:1 in Nürnberg den Punkte-Vorsprung auf die Bayern. Es ist keine der großen Erkenntnisse in der Bundesliga, aber eine ärgerliche für den BVB: Es wird sehr schwer, die einmal rollenden Bayern wieder aufzuhalten.