Was Schalke aus der Wüste mitbringt

Akribisch im Training: Schalkes Trainer Roberto Di Matteo.
Akribisch im Training: Schalkes Trainer Roberto Di Matteo.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Schalke hat das Trainingslager in Doha beendet. Wir ziehen Bilanz mit einem etwas anderen Rückblick: Katar von A wie Academy bis Z wie Zeugwart.

Doha/ Frankfurt.. Am Freitag Mittag um 12.08 Uhr landete der nagelneue Airbus A350 mit der Flugnummer Q67 in Frankfurt. Schalke ist aus dem Trainingslager zurück – mit vielen neuen Eindrücken. Wir liefern noch einmal Katar von A bis Z.

A wie Aspire Academy: Zum 04. Mal hatte der FC Schalke sein Trainingslager auf dem über eine Milliarde US-Dollar teuren Sportler-Areal bezogen. „Die Bedingungen sind optimal“, sagte Cheftrainer Roberto Di Matteo. Seit dem 6. Januar waren die Königsblauen hier, gestern in der Früh ging es zurück.

B wie Blau-Weiße Nacht: Der Höhepunkt für die rund 40 mitgereisten Fans war das Treffen mit Spielern und dem Trainerteam in einen Saal des Mannschaftshotels. Es wurde gemeinsam gegessen und sich unterhalten. Beginn: 19.04 Uhr. Standesgemäß.

C wie Christian Clemens: Der Schalker, der am Tag der Abreise plötzlich gar kein Schalker mehr war. Am 6. Januar gab S04 bekannt, dass Christian Clemens bis zum 30. Juni 2016 zum FSV Mainz ausgeliehen wird. Clemens wurde kurzfristig von der Passagierliste für Doha gestrichen.

D wie Dr. Andreas Falarzik: Das erste Trainingslager für den Mannschaftsarzt, der seinen Dienst auf Schalke erst Mitte Oktober begonnen hatte. Und was für eins. Spötter behaupteten, dass kein Spieler im Trainingslager so viel gelaufen ist wie Dr. Falarzik. Schalke hatte fast täglich einen Verletzten zu beklagen.

E wie Eistonne: Die willkommene Erfrischung nach dem Training. Während der ersten Trainingseinheit bauten Mitarbeiter der Aspire-Academy das Mini-Schwimmbecken am Spielfeldrand auf, füllten es bis zum Rand mit Wasser und mit vielen Eiswürfeln. Nach dem Training hüpften die Spieler dann reihenweise in die Eistonne. Zur schnelleren Regeneration der Muskeln.

F wie Fanbetreuer: Thomas Kirschner machte in Doha einen guten Job, er begleitete die rund 40 Fans zehn Tage lang. „Kirsch“ organisierte den Transfer zu den Trainingseinheiten und zu den beiden Testspielen. Zudem standen Ausflüge auf dem Plan: unter anderem eine Tour durch die Wüste und eine Bootstour mit Hassan Al-Thawadi, dem Chef des Organisationskomitees der WM 2022.Interview

G wie Geburtstag: Drei Schalker hatten Geburtstag. Christian Wetklo wurde am 11. Januar 35 Jahre alt, Jungprofi Leroy Sane feierte seinen 19. Geburtstag. Dennis Aogo hatte am 14. Januar Geburtstag, wurde 28 Jahre alt. Schalkes Nummer 15 war zu diesem Zeitpunkt aber schon wieder in Deutschland. Er zog sich im Training am 12. Januar einen Muskelfaserriss zu und musste vorzeitig abreisen.

H wie Horst Heldt: Der Manager hatte in Doha die meiste Zeit sein Handy am Ohr. Einen Blick auf die Rechnung habe er noch nicht gewagt, verriet er. Wegen der vielen Verletzten war seine Laune nicht immer gut. Das änderte sich am Samstag. Da verkündete er, dass Matija Nastasic im Anflug sei. Am Montag meldete Heldt Vollzug.

I wie Infekt: Roman Neustädter fühlte sich schon am Tag der Anreise nicht gut und verzichtete lieber darauf, seinen Mannschaftskollegen die Hand zu geben. Wegen eines grippalen Infekts verpasste er die ersten beiden Trainingstage.

J wie Jan Kirchhoff: Roberto Di Matteo hält viel vom Verteidiger und war entsprechend froh, dass Jan Kirchhoff am Samstag nachreiste. Der 24-Jährige war zunächst in Deutschland geblieben und ließ sich an der Achillessehne behandeln. In Doha verpasste Kirchhoff keine einzige Trainingseinheit und stand im Test gegen Merrikh SC am Donnerstag in der Startelf.

K wie Kreuzbandzerrung: Riesenpech für Ralf Fährmann. Am dritten Tag in Doha verletzte sich Schalkes Stammtorwart beim Training mit Torwarttrainer Massimo Battara. Der 26-Jährige bemerkte zunächst nichts, klagte am Abend dann über Schmerzen im Knie. Das MRT ergab eine Kreuzbandzerrung. Fährmann muss nicht operiert werden, fällt voraussichtlich sechs Wochen aus. Schalkes vorläufige Nummer eins ist Fabian Giefer.

Schalke U23-Spieler Sobottka drängt sich auf

L wie Leon Goretzka: Der 19-Jährige ist vielleicht einer der Gewinner des Trainingslagers, obwohl er keine einzige Minute mit der Mannschaft trainiert hat. Der Mittelfeldspieler schuftet nach drei Muskelverletzungen im hinteren linken Oberschenkel an seinem Comeback und war in Katar sehr fleißig. Goretzka fühlt sich gut, die Verletzung sei ausgeheilt. Die Rückkehr ins Mannschaftstraining steht kurz bevor.

M wie Matija Nastasic: Der serbische Nationalspieler ist endlich ein Schalker. Der 21-Jährige gilt als Wunschspieler von Roberto Di Matteo, er soll Stabilität bringen. Nastasic ist bis zum Saisonende von Manchester City ausgeliehen, eine Leihgebühr muss Schalke nicht bezahlen. Schalke besitzt eine Kaufoption, die laut Horst Heldt an viele Eventualitäten geknüpft sei.

N wie Nachwuchsspieler: Das Trainingslager war auch ein Trainingslager der Chancen. Roberto Di Matteo füllte seinen arg dezimierten Kader mit Spielern, die ihre Spielpraxis in der U23 oder in der U19 bekommen. Einer machte besonders auf sich aufmerksam: Marcel Sobottka aus der U23.

O wie ohne 7 Profis: Die verletzten Julian Draxler, Joel Matip, Chinedu Obasi, Jefferson Farfan, Atsuto Uchida und Sead Kolasinac blieben in Deutschland und setzten dort ihre Reha fort. Auch Eric Maxim Choupo-Moting fehlte wegen seiner Teilnahme am Afrika-Cup.

P wie Prince: Kevin-Prince Boateng stand bei Roberto Di Matteo und Manager Horst Heldt unter besonderer Beobachtung. Das Fazit des Managers: „Er beansprucht eine Führungsrolle und lebt das.“ Der 27-Jährige fehlte bei keiner einzigen Trainingseinheit. Im Testspiel vor dem Abreisetag gegen Al-Merrikh musste er allerdings wegen einer Knöchelprellung ausgewechselt worden. Wohl nichts Schlimmeres.

Q wie QR 004: Mit dem Flug QR 004 landete Matija Nastasic am Dienstag um 23.53 Uhr in Doha. 04 am Ende - das passt.

R wie Roberto Di Matteo: Schalkes Trainer konnte einem leid tun. Beeindruckend, wie akribisch er die Einheiten vorbereitet hatte. Allerdings verpassten nur zwei unumstrittene Stammspieler keine einzige Trainingsminute: Klaas-Jan Huntelaar und Benedikt Höwedes. Der fand es „schade, dass wir gewisse Dinge nicht so einstudieren können, wie wir es gerne würden“.

S wie Sonnenmilch: An den ersten Tagen knallte die Sonne so sehr, dass die meisten Spieler sich vor dem Training mit Sonnenmilch eincremten. Vor allem Tranquillo Barnetta trug dick auf.

T wie Testspiele: Schalke testete zwei Mal. Gegen Ajax Amsterdam gab es am Samstag ein 0:2, gegen den sudanesischen Klub Al-Merrikh SC kam S04 nicht über ein 2:2 hinaus. Klaas-Jan Huntelaar und Leroy Sane trafen für Königsblau. Testurteil: enttäuschend.

U wie Untersuchung: Schalke-Doc Dr. Andreas Falarzik musste mit einigen Spielern in die Klinik in Doha. Die Verhältnisse dort sollen dem deutschen Standard bei weitem nicht genügen. Aufbautraining

V wie Verlierer: „Verlierer gibt es bei uns nicht“, hatte Horst Heldt zwar gesagt. Doch Felipe Santana hat sich in Doha nicht gerade aufdrängen können. Im Gegenteil: sowohl gegen Ajax Amsterdam als auch gegen Al-Merrikh verbockte der Innenverteidiger ein Gegentor.

W wie Wetter: Die Bedingungen in Doha gelten im Januar als perfekt. Sind sie auch, wenn nicht gerade ein Sandsturm aufzieht. Von über 30 Grad am Vormittag bis 12 Grad am Abend war alles dabei.

X wie Xabi Alonso: Der FC Bayern München war mal wieder Platznachbar. Diesmal mit Xabi Alonso, dem spanischen Neuling.

Y wie Youtube: Die Schalker hatten ein eigenes Kamerateam mit nach Doha genommen. Produziert wurde für Schalke 04 TV, einige Videos wurden aber auch auf Youtube hochgeladen.

Z wie Zeugwart: Lars La(a)ser hatte am Gepäckband viel zu schleppen. Bei der Ankunft in Doha wuchtete der Schalker Zeugwart 28 voll bepackte Metallkisten vom Band. Das gleiche natürlich gestern in Frankfurt. Schalke ist zurück.