Warum Schalke-Trainer André Breitenreiter jetzt mehr liefern muss

Blick zum Himmel: Schalkes Trainer André Breitenreiter während der Partie in Frankfurt.
Blick zum Himmel: Schalkes Trainer André Breitenreiter während der Partie in Frankfurt.
Foto: Bongarts/Getty Images
Was wir bereits wissen
Der Pleite gegen Donezk folgte eine weitere spielerische Enttäuschung in Frankfurt. Schalke kommt nicht vorwärts – es fehlen Feuer und Esprit. Ein Kommentar

Essen.. Was Schalke 04 derzeit am wenigsten benötigt, ist eine Trainerdiskussion. Das Problem: Sie wird längst geführt. Nach dem desolaten und deprimierenden Auftritt beim 0:3 gegen Schachtjor Donezk hätte nur ein überzeugender Erfolg in Frankfurt André Breitenreiter aus der Kritik nehmen können. Stattdessen wurde Angsthasenfußball geboten – ohne Mumm, ohne Esprit. Nach dem 0:0 unterstellte Sky-Experte Lothar Matthäus Breitenreiter taktische Unzulänglichkeiten. Nun ist Matthäus zwar bisher nicht gerade dadurch aufgefallen, einen Bundesligisten als Trainer zu Triumphen gelotst zu haben, doch der Rekord-Nationalspieler traf durchaus den Nerv vieler Schalke-Fans.

Breitenreiter Denn Breitenreiter macht Fehler. Es war nicht klug, direkt nach der Pleite gegen Donezk eine zu hohe Erwartungshaltung zu beklagen und damit Fans, Medien und Entscheidungsträger im Verein zu attackieren. Außerdem kommt auch Schönreden nicht an: Wenn Mist gespielt wird, muss man das auch Mist nennen. Die Euphorie, die der Trainer zu Saisonbeginn entfachte, ist verflogen. Seine Vorstellung von attraktivem Offensivfußball wird nicht umgesetzt, in seinem Team brennt kein Feuer. Im Schneckenrennen um die Plätze drei und vier kommt Schalke nicht vorwärts. So entsteht Unruhe.

Breitenreiter hat mit einigen Einschätzungen recht

Dabei hat Breitenreiter mit einigen Einschätzungen recht. Ja, dieser Verein bräuchte tatsächlich mal Geduld über eine längere Strecke. Ja, der Revier-Rivale BVB darf da ruhig auch als Vorbild gelten, und zwar „dafür, dass die Dortmunder 2008 nach einer für den Klub schwierigen Phase einem jungen Trainer, der aus der Zweiten Liga kam, die Zeit gegeben haben, eine Mannschaft zu entwickeln“ – darauf verwies Breitenreiter im Bundesliga-Magazin der DFL. Und ja, der Mannschaft fehlt es an Führungskräften, an Kämpfern mit ausgeprägter Mentalität.

Es ist André Breitenreiter zu wünschen, dass er die Kurve kriegt und Schalke weiter nach vorne schiebt. Sonst wird es ihm irgendwann wie vielen seiner Vorgänger ergehen, die ihren Vertrag nicht über die vereinbarte Laufzeit erfüllen durften.