Warum Schalke-Talent Max Meyer auf die Ersatzbank musste

Kam erst in der Schlussphase: Max Meyer (l.) ersetzte bei Schalke Kevin-Prince Boateng.
Kam erst in der Schlussphase: Max Meyer (l.) ersetzte bei Schalke Kevin-Prince Boateng.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Kevin-Prince Boateng wollte beim FC Schalke 04 immer im Offensiv-Zentrum spielen - beim Debüt von Trainer Roberto Di Matteo bekam er seine Chance auf der Zehn. Der Leidtragende: Max Meyer. Der U21-Nationalspieler verließ die Arena nach dem 2:0 (1:0)-Erfolg etwas enttäuscht.

Gelsenkirchen.. Kollektives Aufatmen beim FC Schalke 04 nach dem 2:0 (1:0)-Erfolg über Hertha BSC: Doch nach Roberto Di Matteos erfolgreicher Trainer-Premiere in Gelsenkirchen verließen nicht alle mit einem Lächeln die Arena. Max Meyer zog seinen Rollkoffer in der Mixed Zone missmutig hinter sich her. Der U21-Nationalspieler, unter Di Matteos Vorgänger Jens Keller unumstritten, saß 77 Minuten auf der Bank. Di Matteo hatte Kevin-Prince Boateng die Rolle im Offensiv-Zentrum anvertraut.

Keine Maßnahme für immer, betonte Di Matteo nach dem Abpfiff: "Wir haben in den vergangenen zehn Tagen im Training verschiedene Varianten versucht. Max Meyer war ja zwischendurch auch nicht da. Dass Kevin heute da gespielt hat, heißt nicht, dass er immer auf dieser Position spielen wird. Ich wollte erfahrene Spieler haben." Das betonte auch Manager Horst Heldt: "Der Trainer hat die Entscheidung getroffen, dass er möglichst viel Erfahrung auf dem Platz haben will. Das war keine Entscheidung gegen Max Meyer."

Wir haben die Stimmen zum Spiel gesammelt.

Roberto Di Matteo (Trainer FC Schalke 04): "Für uns war es wichtig, dass wir mit einem Sieg in die neue Ära starten. Unsere Organisation war gut, auch die Einstellung und der Kampfgeist. Wir haben viele Zweikämpfe gewonnen. Das hat uns geholfen, das Spiel für uns zu entscheiden. Das Spiel war aber nicht super spektakulär. Die Spielweise kann sich sicher verbessern. Wir haben den Ball viel zu einfach weggegeben. Das Selbstvertrauen wird kommen, wenn wir mal zwei Spiele hintereinander gewonnen haben."

Di Matteo über Julian Draxler: "Man vergisst manchmal, dass er noch sehr jung ist. Man erwartet, dass er jedes Spiel allein entscheidet. Das ist falsch. Es geht um die Mannschaft. Alle müssen Verantwortung übernehmen."

Defensive Di Matteo über Benedikt Höwedes: "Er ist ein Leader, kommuniziert viel mit den Spielern. Ich bin heute mehr auf die erfahrenen Spieler gegangen, weil ich dachte, dass das wichtig wäre."

Di Matteo über die Stimmung in der Arena: "Die Atmosphäre war unglaublich."

Horst Heldt (Manager FC Schalke 04): "Der Sieg hat mich gefreut. Es war wichtig, dass wir gewinnen. Wir waren sehr gut organisiert. Auch wenn es Phasen gegeben hat, in denen man gedacht hat: Wenn wir jetzt nicht besser verteidigen, kriegen wir bald ein Tor. Klar, dass wir unsere Offensive verbessern müssen, um facettenreicher zu spielen."

Clemens Tönnies (Aufsichtsratsvorsitzender FC Schalke 04): „Das war ein Arbeitssieg. Die Mannschaft ist selbstbewusst aufgetreten. Die Brust wird breiter.“

Benedikt Höwedes (Kapitän FC Schalke 04): "Wir haben heute einen kleinen Schritt nach vorn gemacht. Der Trainer hat keine großen Erwartungen an uns gestellt. Er hat gesagt, dass wir keine Wunder erwarten dürfen. Wir wollten kompakt stehen, das haben wir geschafft. Wir haben zu null gespielt, wir haben 2:0 gewonnen, drei Punkte eingefahren. Jetzt werden wir die Zeit nutzen, um in der Ordnung weiter dafür zu sorgen, dass wir wenig zulassen. Das ist das Hauptaugenmerk."

Klaas-Jan Huntelaar (FC Schalke 04): "Das Wichtigste ist, dass wir gewinnen, dass wir als Mannschaft auftreten. Sonst kommt immer Unruhe."

Einzelkritik Julian Draxler (FC Schalke 04): "Wir haben aus dem Nichts zwei Tore gemacht. Aber das reicht. Es war sicher kein Offensivfeuerwerk, aber wir haben souverän gewonnen. Drei Punkte sind ein guter Anfang."

Roman Neustädter (FC Schalke 04): "Die Mannschaft war nicht angespannt, sie hat sich nach zwei Wochen Pause einfach gefreut, dass es endlich wieder weitergeht. Wir sind marschiert, haben versucht, das umzusetzen, was der Trainer uns vorgegeben hat. Hätten wir in der ersten Halbzeit die eine oder andere Torchance genutzt, hätte es vielleicht noch anders ausgehen können."

Neustädter über die Rückkehr ins defensive Mittelfeld: "Ich habe heute gemerkt, dass man dort mehr laufen muss (lacht) Ich habe die Kondition in den Spielen, in denen ich hinten gespielt habe, aber nicht verloren. Erfahren habe ich es bei der Sitzung vor dem Spiel. Ich habe aber auch als Innenverteidiger trainiert unter der Woche."

Eric Maxim Choupo-Moting (FC Schalke 04): „Der Trainer hat ein klares Konzept, er hat alles detailliert analysiert und legt das Augenmerk auf die Defensive. Da müssen wir die Basics trainieren, wie zum Beispiel Anlaufen.“

So analysiert Hertha BSC die Niederlage auf Schalke

Jos Luhukay (Trainer Hertha BSC Berlin): "Das Ergebnis ist für uns bitter. Meine Mannschaft hat vergessen, sich zu belohnen. Schalke hatte eine hohe Effizienz. Beim ersten Gegentor müssen wir näher bei Klaas-Jan Huntelaar sein, beim zweiten Tor an Julian Draxler. Beiden bleiben zwei, drei Meter - und das ist für sie genug. Wirklich schade, denn wir hatten heute mehr verdient. Wir hatten genauso viele Chancen, haben aber nicht eiskalt zugeschlagen. Schalke hat sehr passiv gespielt, wir waren aktiv."

Nico Schulz (Hertha BSC): "Auf Schalke gut zu spielen, ist nicht selbstverständlich für Hertha BSC. Wir haben das Heft in die Hand genommen. Deshalb ist diese Niederlage ärgerlich. Wir gehen unseren Weg weiter."

Fabian Lustenberger (Hertha BSC): "Wir müssen das Positive mitnehmen und hoffen, dass wir belohnt werden."