Das aktuelle Wetter NRW 8°C
Schalke

Warum Schalke-Manager Heldt seine Formulierungen verschärft

06.04.2013 | 09:00 Uhr
Warum Schalke-Manager Heldt seine Formulierungen verschärft
Noch ist Horst Heldt gelassen, Schalke ist auf Kurs. Doch nun beginnen die Wochen der Wahrheit.Foto: Daniel Maurer / dapd

Gelsenkirchen.   Nach dem 3:0-Sieg über die TSG Hoffenheim scheint die Schalker Krise überwunden, die Königsblauen stehen wieder auf einem Champions-League-Platz. Mit dem Duell bei Werder Bremen beginnen für Schalke nun aber die echten Wochen der Wahrheit.

So ein Typ ist Horst Heldt nicht. Den beinahe legendären Europapokal-Abend vor gut einem Jahr in Enschede ausgenommen. Damals polterte der Manager des FC Schalke 04 nach der 0:1-NIederlage und etlichen Fehlentscheidungen des Schiedsrichters wie Uli Hoeneß in bester FC-Bayern-Jahreshauptversammlung-Manier. Damals hüpfte Heldt wie Rumpelstilzchen ums Feuer von einer Kamera, von einem Mikrofon zum nächsten. Er schimpfte über „diese Pappnasen“, über „dieses Tatsachengeschisse“ sowie über die „Heinis“ in den Fußball-Verbänden UEFA und FIFA, „die in ihren dicken Sesseln sitzen“. Heldts Schlusswort: „Da krieg ich die Krätze.“

Als Rudi Assauer noch Manager des Fußball-Bundesligisten aus Gelsenkirchen war, herrschte des Öfteren Gefahr, dass im Eifer des verbalen Gefechts ein Wort das andere ergab. Doch so ein Typ ist Heldt eben nicht. Eigentlich. Er weiß seine Äußerungen auf den Punkt genau einzusetzen. Manchmal spitzfindig, manchmal schnörkellos.

Heldt duldet keine Nachlässigkeiten mehr

„Wir sind jetzt in einer Phase der Saison, in der man vieles nicht mehr in der Woche danach korrigieren kann“, sagte Heldt also vor dem Auswärtsspiel bei Werder Bremen am heutigen Samstag (15.30 Uhr, live in unserem Ticker). Und - wie berichtet - dass er keine Nachlässigkeiten mehr dulde, die das Saisonziel gefährdeten.

Dieses heißt trotz der Dezember-Depression: Erneute Qualifikation für die Champions League. Der Blick auf die Tabelle sowie auf das Restprogramm der Königsblauen erklärt, warum Heldt seinen Spielern für die meisten Beobachter etwas überraschend vor der Reise an die Weser die Leviten las. Denn obwohl die Schalker elf Punkte weniger aufweisen als vor dem 28. Spieltag der vergangenen Saison, obwohl sie sich Ausrutscher leisteten wie die Niederlagen in Nürnberg und Hoffenheim oder das Unentschieden in Düsseldorf sind sie aktuell Tabellenvierter mit dem Recht zur Teilnahme an der Qualifikation zur Königsklasse. Selbst die mit Platz drei verbundene direkte Teilnahme ist keinesfalls ausgeschlossen. „Wir wissen, dass auf uns noch sieben kleine Endspiele zukommen“, sagte daher Spieler Marco Höger.

Die Konkurrenz lauert auf Ausrutscher der Schalker

Wobei fünf dieser sieben Endspiele durchaus als groß einzuschätzen sind, weil in ihnen direkte Konkurrenten auf die Königsblauen warten. Der Schlüssel zu diesen Wochen der Wahrheit liegt in Bremen.

Schalke
Schalke fürchtet vor dem Spiel in Bremen nur sich selbst

An diesem Samstag will Schalke bei Werder Bremen die jüngste Erfolgsserie ausbauen: In den letzten fünf Bundesliga-Spiele holten die Gelsenkirchener zwölf von 15 möglichen Punkten. „Jetzt müssen wir nicht mehr auf Ausrutscher von anderen hoffen“, sagt Trainer Keller.

Eine Woche später empfangen die Schalker den momentan mit fünf Punkten Vorsprung Tabellendritten Bayer Leverkusen, ehe Duelle gegen Eintracht Frankfurt, Hamburger SV, Borussia Mönchengladbach, VfB Stuttgart und den SC Freiburg folgen. Mit Ausnahme der Schwaben sind diese Truppen weitere Europapokal-Aspiranten, die nur maximal vier Punkte hinter den Königsblauen rangieren.

In Bremen zählt nur ein Sieg

„Es darf nicht passieren, dass wir ein Heimspiel gewinnen und jetzt in Bremen nicht alles aus uns herausholen“, forderte vor diesem Hintergrund und zwölf von 15 möglichen Punkten aus den zurückliegenden Ligaspielen auch Schalke-Trainer Jens Keller.

Dass Horst Heldt vor diesem wichtigen Gastspiel bei einem Gegner, der salopp gesagt als Wundertüte mit vielen Schwächen, aber auch einigen Stärken gilt, die Kraft seiner Worte gezielt einsetzt, verwundert kaum. Denn so ein Typ ist der Manager. Wohl wissend, dass alles andere als ein Sieg in Bremen das Rumpelstilzchen in ihm wecken könnte.

Falk Blesken



Kommentare
09.04.2013
09:52
Warum Schalke-Manager Heldt seine Formulierungen verschärft
von Schalkefan2 | #1

Das ist klar. Er ist ja verantwortlich.

Aus dem Ressort
Höwedes nimmt zweites Schalke-Gegentor auf seine Kappe
Stimmen
Die Entscheidung im Fußball-Bundesligaspiel zwischen dem FC Schalke 04 und dem VfL Wolfsburg fiel in den ersten 25 Minuten - da waren sie alle einig. Nach dem königsblauen 3:2 (3:1)-Erfolg haben wir die Stimmen zum Spiel gesammelt. Die Wolfsburger ärgerten sich über Schiedsrichter Hartmann.
So setzte Schalke-Trainer Di Matteo den VfL Wolfsburg matt
Taktik
Mit einer ungewohnten Taktik überraschte Trainer Roberto Di Matteo die Schalke-Fans - und auch den VfL Wolfsburg. Die Königsblauen griffen im 3-5-2-System an und verteidigten mit einer Fünferkette. Beim 3:2-Erfolg begeisterte S04 in den ersten 25 Minuten. Doch wussten die Wölfe wirklich nichts?
Chelsea kommt am Dienstag - Schalke setzt auf die Heimstärke
Vor dem Chelsea-Spiel
Für den FC Schalke 04 geht es Schlag auf Schlag. Am Dienstag geht es im Heimspiel gegen den FC Chelsea um den Einzug ins Champions-League-Achtelfinale. Nach dem 3:2 gegen Wolfsburg sind die Königsblauen selbstbewusst. "Chelsea ist nicht unschlagbar", sagt Kapitän Benedikt Höwedes.
Choupo-Moting und Fuchs überzeugen bei Schalker Zittersieg
Einzelkritik
Der FC Schalke 04 hat auch das vierte Heimspiel unter Trainer Roberto Di Matteo gewonnen. Die Königsblauen besiegte Wolfsburg mit 3:2 (3:1), mussten am Ende aber noch zittern. Doppel-Torschütze Eric Maxim Choupo-Moting und Christian Fuchs ragten heraus. Fuchs kam in ungewohnter Rolle zum Einsatz.
Schalke rettet ein 3:2 gegen Wolfsburg über die Zeit
12. Spieltag
Big Point für den FC Schalke 04. Nach dem Sieg gegen den VfL Wolfsburg haben die "Knappen" die Champions-League-Plätze wieder im Blick. Früh kamen die Gelsenkirchener mit 3:0 in Führung, doch in der zweiten Hälfte wurde es noch einmal spannend in der Veltins-Arena.
Umfrage
Wie finden Sie die Handschrift von Trainer Roberto Di Matteo?

Wie finden Sie die Handschrift von Trainer Roberto Di Matteo?