Warum nicht der Titel?
16.07.2008 | 12:53 Uhr 2008-07-16T12:53:00+0200
Gelsenkirchen. Orlando Engelaar ist auf Schalke angekommen und weckt bei den Knappen für die neue Saison große Zuversicht.
Der Mann weiß, wohin er gehört. Erst einmal zu seiner Familie, und deshalb brachte Orlando Engelaar gestern seine Freundin Mirilla und seinen Vater Wensley mit nach Gelsenkirchen. Zweitens gehört der niederländische Nationalspieler nun offiziell dem FC Schalke 04 an und nicht mehr dem FC Twente Enschede. Auch das hat Engelaar verinnerlicht. In der Qualifikation zur Champions League könnten beide Vereine im August ja durchaus aufeinander treffen. „Das wäre schön, weil ich mich in Enschede auf dem Feld noch einmal verabschieden könnte”, sagt Engelaar. „Andererseits wäre es schlecht für Twente, denn wir würden weiterkommen.” Wir – das sind die Schalker und ihr zweiter Star-Einkauf.
Gespräch mit Jermaine Jones
Der erste, Jefferson Farfan, kommt ebenfalls aus Holland und das Paket aus Angreifer Farfan sowie Mittelfeld-Abräumer Engelaar stimmt Schalkes Manager Andreas Müller für die kommende Saison durchaus zuversichtlich. Engelaar bedient sich bereits der offiziellen Sprachregelung auf Schalke: In der Meisterschaft will man lange mitmischen und Zweiter oder zumindest Dritter werden, man will sich für die Champions League qualifizieren und die Gruppenphase überstehen. Und drittens will man attraktiven Fußball zeigen.
Andreas Müller setzte gestern sogar noch ein bisschen oben drauf: „Das Ziel, Meister zu werden, verlieren wir nie aus den Augen. Es ist jedes Jahr dabei. Natürlich ist Bayern der große Favorit, aber wer sagt denn, dass der Favorit am Ende immer oben steht?”
Sie sind auf Schalke durchaus selbstbewusst angesichts ihres neuen Duos, eigentlich ja angesichts des neuen Trios aus den Niederlanden, wenn man Trainer Fred Rutten einrechnet. Der Coach sorgt im Training bereits für Dampf. Rutten lässt lange üben, die Einheit dauert schon mal zweidreiviertel Stunden, und er ist bereits bekannt für kurze und knackige Ansagen. „Er fordert Respekt, als Mensch wie als Trainer”, sagt Engelaar, der mit Rutten in Enschede gearbeitet hat und als Lieblingsschüler des Trainers gilt.
Das hat im Vorfeld seiner Verpflichtung bereits für Unruhe gesorgt. Engelaar ist der dritte Sechser nach Fabian Ernst und Jermaine Jones, und Jones hat deutlich gemacht, dass er für den Einkauf des Niederländers wenig Verständnis hat. Engelaar, ein viel ruhigerer Typ als Jones, einer, der seine Sätze abwägt, spricht davon, versucht, die Angelegenheit zu entschärfen. Seine Lieblingsposition sei das linke defensive Mittelfeld, aber er könne auch andere Rollen spielen.
Manager Andreas Müller hat das Kulissendonnern nach einem Gespräch mit Jones ohnehin für beendet erklärt. Seit Fred Rutten den Satz von der großen Kabine gesagt hat, ist das Gelsenkirchener Gesetz geworden: „Wir brauchen den Konkurrenzkampf”, unterstreicht Müller. Engelaar ist bereit. Schließlich will seine Familie aus Rotterdam sogar zum ein oder anderen Training kommen. Was soll da schiefgehen? (NRZ)

13:32
Warum nicht der Titel? Na ganz einfach: Gleichzeitig absteigen UND den Titel holen geht halt nicht. Oder vll. ist ja der Titel unbeliebtester Verein Deutschlands gemeint. Den habt Ihr aber ja schon seit 50 Jahren...