Warum Manager Horst Heldt die Schalker Fans spaltet

Gibt auf Schalke die Richtung vor: Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, hier mit Sportvorstand Horst Heldt.
Gibt auf Schalke die Richtung vor: Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, hier mit Sportvorstand Horst Heldt.
Foto: imago/Team 2
Was wir bereits wissen
Nach dem Willen von Clemens Tönnies soll Horst Heldt langfristig auf Schalke arbeiten. Die Fans scheinen in dieser Frage gespalten. Einig dürften sie sich darin sein, dass die Diskussion darüber zur Unzeit stattfindet. Ein Kommentar

Essen.. Sagen wir es mal so: Die Anhänger der deutschen Fußballnationalmannschaft müssen sich um die Zukunft der DFB-Auswahl auch nach deren unbefriedigendem Auftritt gegen Australien deutlich weniger Sorgen machen als die Schalke-Fans um die Entwicklung bei ihrem Klub. Das drohende Verpassen der finanziell überlebenswichtigen Champions League könnte für Königsblau im schlimmsten Fall eine Zerreißprobe bedeuten. Da kommt die Frage nach einer vorzeitigen Verlängerung des bis 2016 laufenden Vertrages von Sportvorstand Horst Heldt zur Unzeit.

Eine Einschätzung, die im Übrigen auch Heldt („Es ist nicht der passende Zeitpunkt, darüber zu reden“) teilt. Angestoßen wurde die Debatte durch Äußerungen des S04-Aufsichtsrats-Vorsitzenden Clemens Tönnies. Nun mag der 58-Jährige mitunter zu redselig sein – in diesem Fall aber ist ihm allenfalls bedingt ein Vorwurf zu machen. Wie auch immer er der entsprechenden Frage ausgewichen wäre, er hätte seinen Manager in der entscheidenden Saisonphase wohl beschädigt.

Heldts Job-Versicherung ist (noch) Clemens Tönnies

Ohnehin spaltet die Bewertung von Heldts Rolle auf Schalke die Anhängerschaft. Auf der Habenseite des Managers steht der Einzug in die Champions League in den vergangenen drei Jahren. Diesen Erfolg klein zu reden, weil der Klub über den zweithöchsten Personaletat der Liga verfügt, wäre unredlich. Dass auch und gerade Jugend-Cheftrainer Norbert Elgert daran seinen Anteil hat, darf freilich nicht unerwähnt bleiben. Auf der anderen Seite der Heldt-Bilanz steht eine, vorsichtig formuliert, suboptimale Transferpolitik. Und, wichtiger noch: Die Entwicklung, die der Sportvorstand zu sehen glaubt, nehmen viele Fans nicht wahr.

Heldts Job-Versicherung ist (noch) Clemens Tönnies, der ihm das Vertrauen eigentlich nicht entziehen könnte, ohne selbst Konsequenzen zu ziehen. Aber darauf sollte er sich besser nicht verlassen.