Warum das Wunder von Bernabeu für Schalke unrealistisch ist

Im Hinspiel war es zum Haareräufen: Schalkes Klaas-Jan Huntelaar ärgert sich über die 0:2-Niederlage.
Im Hinspiel war es zum Haareräufen: Schalkes Klaas-Jan Huntelaar ärgert sich über die 0:2-Niederlage.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Es scheint unwahrscheinlich, dass Schalke im Achtelfinal-Rückspiel bei Real Madrid ein 0:2 aufholen kann. Manager Horst Heldt aber will zumindest den Versuch sehen.

Madrid.. Auf den Europapokalreisen von Schalke 04 ist es ein guter Brauch, dass die Mannschaft immer von einigen Spielern aus früheren Zeiten begleitet wird. So kamen am Montagmittag die beiden einstigen Schalker Torjäger Klaus Fischer und Martin Max in den Genuss der warmen Sonne, die Frühlingsgefühle in Madrid aufkommen ließ. Fischer hatte sich die schöne Reise in die spanischen Metropole gegönnt, um sich mal wieder das legendäre Bernabeu-Stadion anzuschauen – hier hatte er vor 33 Jahren sein letztes Länderspiel bestritten. Es war das WM-Finale 1982 zwischen Deutschland und Italien (1:3).

Das hört sich an wie ein netter Ausflug mit abendlichem Showprogramm: Als solches könnte man das Rückspiel im Achtelfinale der Champions League zwischen Real Madrid und Schalke 04 an diesem Dienstagabend (20.45 Uhr/bei uns im Live-Ticker) bezeichnen. Nachdem die Spanier bereits den ersten Vergleich mit 2:0 gewonnen hatten, muss sich der Fußball-Bundesligist aus Gelsenkirchen darauf einstellen, dass es für diese Saison sein letzter Auftritt in einem so festlichen Rahmen sein wird. Selbst Ehrenpräsident Gerd Rehberg winkt nur ab, als er darauf angesprochen wird, ob er noch auf ein Wunder von Bernabeu hoffen mag. Ein 2:2 wäre für ihn ein schönes Ergebnis.

Meyer ist plötzlich wieder Schalker Hoffnungsträger

Ein Eindruck, den Schalkes Manager Horst Heldt freilich so nicht stehenlassen will. „Wir können es uns nicht erlauben, eine Kaffeefahrt daraus zu machen”, warnt er. „Wir wissen, dass wir gegen eine der besten Mannschaften der Welt spielen, aber wir gehen in das Spiel, um einen 0:2-Rückstand aufzuholen.” So deutlich hatte das noch keiner gesagt. Und wenn es ihm ernst damit ist, dass die Messe nach dem 0:2 im Hinspiel noch nicht gelesen ist, dann wird Heldt bis zum Anpfiff noch jede Menge Überzeugungsarbeit leisten müssen.

Max Meyer, seit dem Samstag und dem 3:1-Sieg in der Bundesliga gegen Hoffenheim wieder Schalkes größter Hoffnungsträger, hatte da gesagt: „Dass wir weiterkommen, ist sehr unrealistisch – das werden wir nicht mehr packen.” Dafür sei die Ausgangslage zu schlecht. „Wir wollen uns gut verkaufen und möglichst das beste Ergebnis herausholen.”

Im Vorjahr, als Schalke ebenfalls im Achtelfinale beim Hinspiel gegen Real mit 1:6 untergegangen war, gab es im Bernabeu ein 1:3, das als achtbar eingestuft wurde. Diesmal scheint Madrid, der Titelverteidiger in der Königsklasse, aber nicht in königlicher Verfassung zu sein: Am Samstag gab’s ein 0:1 in der Liga in Bilbao und den Verlust der Tabellenführung.

Viele Schalker Stammspieler plagen Wehwehchen

Wie ernst es Heldt mit seiner kühnen Ankündigung ist, den Rückstand noch aufholen zu können, wird man spätestens am Aufstellungsbogen von Trainer Roberto Di Matteo sehen. Denn die Stammspieler Marco Höger, Benedikt Höwedes, Klaas-Jan Huntelaar und Eric Maxim Choupo-Moting werden von kleineren Wehwehchen geplagt. Ihr Einsatz will wohl überlegt sein – schließlich endet in Madrid vielleicht die Champions League für Schalke, aber nicht die Saison.Splitter

Am Samstag steht das Bundesliga-Spiel bei Hertha BSC Berlin an – dann geht es um Punkte, die nötig sind, um im nächsten Jahr wieder in der Königsklasse zu spielen. Berlin wird da ganz sicher kein Ausflug mit Showprogramm werden.