FC Schalke 04

Warum Armin Vehs Vertragsverlängerung in Frankfurt gut für Schalke ist

Manche sehen in ihm einen „Wolf im Schafspelz“. Eintracht-Trainer Armin Veh.
Manche sehen in ihm einen „Wolf im Schafspelz“. Eintracht-Trainer Armin Veh.
Foto: REUTERS

Durch Armin Vehs Vertragsverlängerung in Frankfurt werden auch die Trainer-Karten auf Schalke neu gemischt. Neben einer Weiterverpflichtung von Jens Keller, die vom weiteren Saisonverlauf abhängt, bietet sich eine Alternative an, über die zumindest öffentlich bisher noch nicht geredet wurde. Ein Kommentar von Reinhard Schüssler.

Gelsenkirchen.. Die schlechte Nachricht für Schalke zuerst: Der Verein hat immer noch keinen Trainer für die kommende Saison. Die gute: Es wird nicht Armin Veh.

Nach dem von ihm selbst beklagten (aber auch zu verantwortenden) „Rumgeeiere“ der vergangenen Wochen hatte der Frankfurter Coach zuletzt viel Kredit verspielt. Ohnehin beruht sein guter Ruf fast ausschließlich auf seinem Titelgewinn mit dem VfB Stuttgart, der ihm – woran erinnert werden darf – 2007 von Schalke auf dem Silbertablett serviert worden war. Der Glanz der Schale übertüncht bis heute sein Scheitern bei seinen anderen Trainerstationen in Augsburg, Rostock, Hamburg und Wolfsburg.

Erst in Frankfurt fand Veh wieder in die Erfolgsspur. Während seiner ersten Saison bei den Hessen fiel er allerdings durchaus auch negativ auf, wofür sich vor allem in Düsseldorf Kronzeugen finden. Überraschte der Coach doch mit Verschwörungstheorien, die eine angebliche Bevorteilung des Aufstiegskonkurrenten durch die Schiedsrichter zum Inhalt hatten. Spätestens als er Fortuna-Stürmer Sascha Rösler öffentlich als „Rotzlöffel“ beschimpfte, glaubten manche Kritiker in Veh, der in der Öffentlichkeit gewöhnlich das Bild des gelassenen, seriösen Fußballlehrers zu vermitteln versteht, einen „Wolf im Schafspelz“ ausgemacht zu haben.

Die Eintracht nach dem Aufstieg, der mit diesem Kader allerdings kein allzu großes Kunststück war, ins obere Drittel der Bundesliga geführt zu haben, bleibt gleichwohl eine respektable Leistung. Die Formkurve des Neulings zeigt aktuell jedoch nach unten, und Veh fiel zuletzt vornehmlich durch Forderungen nach Verstärkungen für die nächste Spielzeit auf. Ein Problem, das auch künftig die Eintracht mit ihrem Trainer ausmachen muss. Bundesliga

Keller braucht entsprechende Ergebnisse

Für Schalke heißt die Konsequenz von Vehs Vertragsverlängerung, den Trainermarkt weiter beobachten zu müssen. Was Jens Keller einschließt, der in der Mannschaft nach allem, was zu hören ist, gut ankommt, und der auch unter den Fans – trotz der leichtfertig verspielten Qualifikation für das Champions-League-Viertelfinale – an Sympathien gewonnen hat. Allerdings: Ohne die entsprechenden Ergebnisse im Saisonendspurt, das wissen alle Beteiligten, wird Keller über das Saisonende nicht zu halten sein.

Beim Nachdenken über einen Plan B ist den S04-Verantwortlichen zu wünschen, auch einmal in eine Richtung zu denken, die noch nicht (zumindest nicht öffentlich) erörtert wurde. Oder wäre ein Mann wie Thomas Schaaf, der in Bremen über Jahre für Erfolg, Sachlichkeit und Kontinuität stand, gerade für die seit Ewigkeiten nach Konstanz lechzenden Königsblauen etwa keine Alternative? Man wird ja noch mal fragen dürfen. Kommentar

Am Rande: Die Beweggründe für seinen Verbleib in Frankfurt kennt nur Armin Veh. Dass der TV-Bezahlsender Sky dennoch zu wissen glaubt, Veh habe sich für sein Herz und „gegen die Millionen von Schalke“ entschieden, ist unseriös, um kein härteres Wort zu gebrauchen.

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