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Ultras von Schalke setzen sich Grenzen

28.02.2011 | 16:23 Uhr
Ultras von Schalke setzen sich Grenzen
Die Fans in der Nordkurve sprechen dem Verein ihre Treue aus. Die Kommerzialisierung des Fußballs lehnen sie ab. Foto: Martin Möller/WAZ FotoPool

Essen.   Die „Ultras Gelsenkirchen“ wollen für Stimmung sorgen, mit Gesängen, Choreografien und Pyrotechnik. So steht es in ihrer neuen Leitlinie „Vorwärts Nordkurve“. Darin fordern sie auch Respekt für den Gegner. Ein Gewaltverzicht aber fehlt in dem Kodex.

Die Leitlinie beginnt mit einem überraschenden Einstieg. Die „Ultras Gelsenkirchen“, eine zentrale Gruppe der Schalke-Fans, beklagt, dass es in der heimischen Veltins-Arena kein Wir-Gefühl unter den Zuschauern gibt. Auch gebe es keinen „Kurven-Konsens“ auf der Nordtribüne. Mit der neuen Leitlinie soll dies nun anders werden.

„Uns geht es darum, dass die Schalker der Nordkurve, die mit unserem Selbstverständnis konform gehen, eine Einheit bilden, um so gemeinsam mehr erreichen zu können. Schluss mit dem nebeneinander her leben!“, schreiben die Ultras auf ihrer Homepage.

Diese neue Gemeinschaft soll nach außen getragen werden. Sichtbar durch einheitliche Kleidung, hörbar durch Schlachtrufe und Fangesänge. Eine Reglementierung durch den Verein Schalke 04 lehnen sie ab. Konkret heißt es: „Verbote von Tifo-Material, (also Spruchbanner, Fahnen oder Doppelhalter), lehnen wir genauso ab wie Anträge zur Genehmigung von Spruchbändern und Choreographien.“ Solche Stilelemente sollten, so die Gruppierung, generell erlaubt werden. Den Schalkern in der Nordkurve sollte überlassen werden, „welche Inhalte transportiert werden“ .

„Wir lieben die Pyrotechnik“

Die Zuschauer in der Veltins-Arena werden aufgefordert, lautstark ihren Verein zu unterstützen. Kopieren wollen sie andere Fanlager aber nicht. Man wolle keine Lieder singen, die bereits in anderen deutschen Stadien gesungen werden. „Die Nordkurve muss ihren eigenen Stil haben! Zigfach kopierter Kram wie die ,Humba’ kommt für uns nicht in Frage!“

Ziele der Ultras

Klare Position beziehen die „Ultras Gelsenkirchen“ weiter in der Pyrotechniken in Stadien . „Wir lieben die Pyrotechnik, so wie wir unsere Zaunfahnen, Choreographien und Gesänge lieben. Bengalische Feuer und die bunten Farben des Rauches sind feste Bestandteile der Fankultur“, so die Fanszene. Man sei sich der Verantwortung und der Gefahren bewusst und wolle etwa bengalische Feuer „vernünftig einsetzen“ . Legal werden sie das aber in naher Zukunft nicht können. Die Deutsche Fußball Liga hat im Februar entschieden, dass es bei einem Verbot bleibt.

Auch der Vorsitzende vom Schalker Fanclub-Verband, Rolf Rojek, steht dem Thema skeptisch gegenüber. „Pyrotechnik erzeugt Stimmung. Sie ist aber auch gefährlich, zu gefährlich“, so Rojek. Die Gesundheit der Fans müsse vorgehen. Bei der Ausarbeitung der Leitlinie „Vorwärts Nordkurve“ war der Schalker Fanclub-Verband nicht vertreten.

Rechtsextremes Gedankengut hat keinen Platz

Keine Antworten finden Schalke-Fans in dem Papier der Ultras zum Thema Gewalt. Ein klarer Gewaltverzicht gegenüber anderen Fans jedenfalls fehlt in dem Kodex. Zum Umgang mit der Polizei heißt es: „Wir stehen Polizeieinsätzen beim Fußball aufgrund vieler negativer Erfahrungen kritisch gegenüber. Dies bedeutet jedoch nicht, dass alle Maßnahmen ungerechtfertigt sind“, schreibt die Gruppe. Und weiter: Es gelte, sich bei „ungerechtfertigten polizeilichen Maßnahmen mit friedlichen Mitteln mit den Betroffenen zu solidarisieren“.

Klarer sind da die Hinweise, dass rechtsextremes Gedankengut in der Nordkurve keine Chance hat. „Rassistische Parolen dulden wir auf keinen Fall. Auch werden wir es nicht zulassen, dass die Nordkurve zu derartigen Zwecken missbraucht wird! Unerwünscht sind auch Kleidungsstücke von Marken wie Thor Steinar, Eric & Sons usw.“

Wie viele Schalke-Fans sich der Leitlinie unterordnen, ist unklar. Zwar schreiben die „Ultras Gelsenkirchen“, dass es in den vergangenen Tage zahlreiche Fragen und Anregungen gegeben hätte. Kontaktversuche für Nachfragen von DerWesten blieben aber erfolglos.

 

Tim Rahmann

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Kommentare
09.05.2011
12:32
Ultras von Schalke setzen sich Grenzen
von lightmyfire | #31

Ein Gewaltverzicht wäre ein Spitzenzeichen, dass auch Polizeieinsätze minimieren würde

03.05.2011
18:20
Ultras von Schalke setzen sich Grenzen
von scaptcha | #30

Nette Leute diese Ultras.....




... wenn man sie in einem blau-weißen Wagen mit angelegten Handschellen sieht.

03.03.2011
19:53
Ultras von Schalke setzen sich Grenzen
von hein-tirol | #29

Warum kein Gewaltverzicht in den Leitlinien? Weil man dann für Irre garantieren würde. Wer will das schon?

02.03.2011
12:07
Ultras von Schalke setzen sich Grenzen
von DonPromillo | #28

#27 isipi

Ich gebe Ihnen vollkommen Recht, natürlich gibt es auch in Reihen der Polizei schwarze Schafe, gar keine Frage! Aber mir geht dieses Fußballfans sind keine Verbrecher auf den Keks, bei den Schalker Ultras wie auch bei den Fans anderer Vereine.

Natürlich darf man niemanden vorverurteilen oder unter einen Generalverdacht stellen, aber wenn ich mich nicht an Gesetze halte, bin ich eben (übertrieben gesagt) ein Verbrecher.

02.03.2011
05:17
Ultras von Schalke setzen sich Grenzen
von isipi | #27

@ # 13 wersonst:

Schonmal nen Artikel aus der NK-Kollektion in der Hand gehabt? Offensichtlich nicht, denn dann wüßte man, daß man dadurch dem Verein nicht schadet, denn auf diesen Artikeln ist nichts drauf, auf das der Verein ein Copyright hat. Weder auf das NK-Männchen mit der Fahne noch auf den Namen Nordkurve Gelsenkirchen gibt es meines Wissens ein Copyright...
Und warum sollten die UGE nicht eigene Kleidung tragen dürfen, so wie es ihnen einige hier absprechen wollen? So ziemlich jeder Fanclub hat seine eigene Kleidung, warum knüppelt jeder auf die Ultras drauf? Hat man ja am Samstag im Stadion gemerkt was los war als die Capos nichts mehr gemacht haben - die Kurve war noch stiller als sonst.
Nicht immer nur über die bösen Ultras meckern, sondern sich selbst mal hinterfragen, was man selbst ganz persönlich tut, um seinen ach so geliebten Verein zu unterstützen.
Wenn ich sehe, daß sehr viele noch nicht mal das Vereinslied mitsingen oder dauernd am meckern sind Ey macht doch mal die Fahnen da runter, ich sehe nix, könnte ich kot***.
Fakt ist und bleibt, ohne die UGE wäre die Kurve absolut tot. Aber vielleicht findet sich ja ne andere Gruppe, die Tausende von km in der Saison für den Verein abreißt, bei jedem Spiel dabei ist, Choreos plant, umsetzt und bezahlt, gemeinnützige Projekte unterstützt (z. B. Weihnachtsplätzchenverkauf mit Spende des Erlöses an Einrichtungen in GE), ...

Zum Thema Polizei: man kann nicht immer nach dem Motto Wie man in den Wald hineinruft, ... gehen, manchmal gerät man einfach wirklich an Idioten die sich stark vorkommen weil sie Schlagstöcke und Uniformen haben... Ich habe einmal ne Ladung Pfefferspray abbekommen und dann noch nen Knüppel in die Rippen, weil die Türen zum U-Bahnhof verschlossen waren, die Leute von hinten auf einmal geschoben und gedrängelt haben und ich bin nem Polizisten dann halbwegs vor die Füße gefallen. Ich wollte eigentlich nur schnell wieder aufstehen damit ich nicht zerquetscht werde. Lieben Dank Herr Polizist für den Beweis Ihrer Macht.

01.03.2011
16:24
Ultras von Schalke setzen sich Grenzen
von DonPromillo | #26

Ich hab mir das von den Ultras mal durchgelesen und fande dieses hier am besten:

Wir stehen Polizeieinsätzen beim Fußball aufgrund vieler negativer Erfahrungen kritisch gegenüber. Dies bedeutet jedoch nicht, dass alle Maßnahmen ungerechtfertigt sind.
Aufgrund unserer Erfahrungen ist es uns ein wichtiges Anliegen, möglichst viele Schalker über die Rechte aufzuklären, die allen Bürgern zustehen.
Darüber hinaus gibt es einige Dinge, die wir als Gemeinschaft leisten können. Unserer Auffassung nach ist es das Mindeste, auf den Nebenmann zu achten und sich im Fall von ungerechtfertigten polizeilichen Maßnahmen mit friedlichen Mitteln mit den Betroffenen zu solidarisieren.

Es mag vielleicht nur meine persönliche Meinung sein, aber ich denke dass es weitaus mehr gerechtfertigte als ungerechtfertigte Maßnahmen gibt. Ich war selber schon oft genug auswärts und ich hatte noch nie Stress mit der Polizei. Wie heißt es so schön: Wie man in den Wald hineinschreit, so hallt es heraus!

Besonderes Augenmerk auf den Satz Unserer Auffassung nach ist es das Mindeste, auf den Nebenmann zu achten und sich im Fall von ungerechtfertigten polizeilichen Maßnahmen mit friedlichen Mitteln mit den Betroffenen zu solidarisieren. zu legen!
Denn ich sehe keinen Punkt der aussagt Bei Auswärtsfahrten benehmen wir uns oder Unserer Auffassung nach ist es das Mindeste, auf den Nebenmann zu achten und sich im Fall von Diebstählen oder ähnlichen bei Auswärtsfahrten mit den Inhabern der Geschäfte zu solidarisieren.
Zumal sie ja in einem anderen Punkt schreiben Bedenkt jedoch, dass wir bei Spielen des FC Schalke 04 unsere Kurve und unseren Verein repräsentieren.

Das ist alles sowas von lächerlich und scheinheilig, das es nicht mehr schön ist!

01.03.2011
14:08
Ultras von Schalke setzen sich Grenzen
von majamare | #25

@ 24
BWG natürlich an alle ECHTEN Fans! Sorry ...

01.03.2011
14:05
Ultras von Schalke setzen sich Grenzen
von majamare | #24

Pyrotechnik als fester Bestandteil der Fankultur?!?
Ist mir weder in der Glückaufkampfbahn noch im Parkstadion oder in der Arena jemals als solches aufgefallen.
Allerdings besuche ich die Heimspiele ja auch erst seit 1971 regelmäßig.
Daher sollten so ein Unfug ebenfalls wie Gewalttätigkeiten aller Art verboten bleiben und ohne jede Ausnahme mit Stadionverboten und wenn es sein muss auch mit den Mitteln des Strafrechts verfolgt werden.
Blau-weiße Grüße an alle echte Fußballfans

01.03.2011
12:48
Ultras von Schalke setzen sich Grenzen
von WestsideWarlord | #23

ja wat denn...?
Was soll das Beklagen fehlender Gewaltsverzichtbekundungen?
Sowas ist doch für wirkliche Fans normal. Gegner verhöhnen, Gesänge, Pfiffe, verbale Schiri-Exekution, jau,..gehört dazu, na klar, aber hauen tun sich nur Verirrte! Es gibt eben zu viele.
Feuerwerk ist geil ja, hat aber auf den Rängen nichts zu suchen. Muß man Euch, kurz vor Herne,
denn auch einfachste Sachen wieder und wieder erklären. Ihr wollt Rauchbomben? Donnerstag legt ein Schlauchboot nach Tripolis ab, ahoi Knappen!
#18 von xdiexgedankenxsinnfreix , am 28.02.2011 um 23:38



Thema ganz weit verfehlt!!!!! Sechs setzen!
Das Thema Pyrotechnik legalisieren ist in fast allen Fanszenen ein großes Thema!
Aber sowas bekommt man nun mal nicht mit wenn man nur über Sky Fußball miterlebt ne?!?!!!

01.03.2011
11:46
Ultras von Schalke setzen sich Grenzen
von bockhorn | #22

Was verleitet Herrn Rahmann zur Wahl seiner Headline ?
Welche Grenzen bitteschön meint er ?

Ausgerechnet nach der für viele Schalker peinlichen Gefällt mir nicht mehr - Aktion vom WE wird vollkommene Freiheit für die Beschriftung von Transparenten etc. eingefordert ?

Das zeugt nicht nur vom vollkommen überzerzogenen Selbstbild der Ultra-Szene, sondern leider auch von einem gehörigen Maß an Realitätsferne

Folgende Behauptung :

Mindestens die Hälfte aller Fussball-Interessierten nimmt die Ultras als solche gar nicht wahr, weil sie bestimmt den Begriff schon mal gehört hat, diesen aber nicht mit Leben füllen kann.
2/3 der anderen Hälfte steht den Aktivitäten der Ultras skeptisch bis ablehnend gegebüber.

Der gemeine Fernsehzuschauer jedoch merkt davon nicht viel, wenn er sich abends zur Sportschau seine Pulle Bier aufmacht. Der nimmt einen Schluck, liest die Parolen und denkt sich :

So sind se, die Schalker !!!

Sind wir aber nicht.
Wir wollen uns auch ganz gewiss durch eine Einheits-Bekleidung nicht noch mehr von einer Minderheit instrumentalisieren lassen.

Dieser hochnotpeinliche Versuch, Schalke im gewünschten Bild erscheinen zu lassen, wird noch getoppt durch den Vorstoß in Sachen Pyro-Technik.
Hier bewegt man sich geistig nur ganz knapp über der frisch gemähten Grasnarbe.

Ihr liebt Feuerwerk ?

Good-bye Deutschland wir euch sicherlich schon bald als Auswanderer in Shanghai besuchen.
Lasst uns bitte in Ruhe.

Glück auf

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