"Überragend, geil, klasse" - Schalke-Spieler feiern 2:1-Sieg

Lewis Holtby bespringt Marco Höger nach dem Tor zum 2:0 für die Schalker im Derby beim BVB.
Lewis Holtby bespringt Marco Höger nach dem Tor zum 2:0 für die Schalker im Derby beim BVB.
Foto: dapd / Martin Meissner
Was wir bereits wissen
Nach dem 2:1-Sieg im Revierderby bei Borussia Dortmund feierten die Spieler des FC Schalke 04. „Jeder hat ein klasse Spiel abgeliefert, defensiv wie offensiv", sagte Roman Neustädter stellvertretend für seine Mitspieler.

Dortmund.. Benedikt Höwedes (Kapitän FC Schalke 04): „Wir waren in den letzten beiden Derbys in Dortmund sehr unterlegen, haben verdient verloren. Heute allerdings haben wir ein tolles Spiel absolviert, die Dortmunder unter Druck setzen können. Das war richtig gut. Wir haben auch versucht, Fußball zu spielen, haben durch Afellay ein schönes Tor zum 1:0 gemacht. Das war ein gelungenes Spiel, das wir absolviert haben. Vor dem 2:1 muss es eigentlich 3:0 stehen, aber der Jimmy, also Joel Matip, wollte es noch etwas spannender machen. Spätestens als wir in den Tunnel gekommen und eingelaufen sind, die Fans im Rücken gehört haben, die uns hervorragend unterstützt haben, die 70 000, die uns ausgepfiffen haben, das war ein Adrenalin-Kick.“

Einzelkritik Höwedes über die Ziele: „Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Natürlich haben wir den deutschen Meister geschlagen und stehen gut da. Natürlich will man den maximalen Erfolg, aber wir brauchen nicht mit der Meisterschaft anfangen. Mit Sicherheit wird Bayern das Rennen machen. Wir müssen versuchen, uns dahinter einzureihen.“

Höwedes über die Lehren aus den ersten Monaten der Saison: „Trotz des Anschlusstreffers haben wir die Ruhe bewahrt, das hat mich als Spieler beeindruckt, dass wir so weit sind. Das zeigt, dass wir aus den Spielen gegen Düsseldorf und Montpellier unsere Lehren gezogen haben. Heute haben wir es unseren Kritikern gezeigt.“

Höwedes über seine Ambitionen in der Nationalmannschaft: „Klar wünscht man sich Einsatzzeiten in der Nationalmannschaft. Ich kann nur versuchen, mich durch Leistungen zu überzeugen. Ich riskiere da keine große Lippe und formuliere Ansprüche, das ist nicht mein Naturell.“

Roman Neustädter (FC Schalke 04): „Jeder hat ein klasse Spiel abgeliefert, defensiv wie offensiv. Wir haben den Dortmundern kaum Platz gelassen. Die drei Punkte gegen Wolfsburg hätten nichts gebracht, wenn wir heute verloren hätten. Das wussten wir. Der Trainer hat uns heiß gemacht, weil er weiß, dass es etwas Besonderes ist, gerade für die Spieler, die das nicht so kennen. Man hat gesehen, dass wir Fußball spielen können. Vor dem 2:1 hatten wir noch die Chance nach einer Ecke. Nach dem Anschlusstreffer haben wir sehr gut gestanden und uns selbst noch sehr gute Chancen herausgespielt."

Stimmen Lewis Holtby (FC Schalke 04): „Drei Krämpfe innerhalb von 15 Sekunden sind neu für mich. Ich glaube, es war ein Zeichen dafür, dass wir hart gearbeitet haben, immer wieder gefährliche Konter gesetzt haben. Ich bin froh und stolz, dass wir gewonnen haben. Wir haben vor 80 000 gespielt, viele blau-weiße Fans, auch mit den Klamotten, die sie anhatten - das war sehr cool. Jetzt können die Fans ein halbes Jahr mehr lachen. Natürlich werden wir uns im Bus zusammenschunkeln, aber trotzdem geht’s weiter. Heute lege ich die Beine hoch, damit es nicht noch einen Krampf gibt. Das ist nicht angenehm, vor allem, wenn es Richtung Bett geht.“

Holtby über Derby-Konsequenzen: „Wir haben ein Derby gewonnen bei einem sehr starken Gegner. Dabei belassen wir es. Wir wollen es nicht zu hoch jubeln, wollen uns nicht zu viel in den Hintern schieben. Mittwoch kommt der nächste starke Gegner mit Arsenal London. Das ist ein Highlight. Da müssen wir eine gleiche Performance abliefern wie heute – vielleicht sogar eine bessere. Aber wenn man in Dortmund drei Punkte holt, ist einiges möglich.“

Marco Höger (FC Schalke 04): „Das ist eine überragende Sache – vor allem, weil ich noch das Tor mache. Unser Ziel war, dass wir nach dem Spiel gegen den FC Bayern zeigen wollten, dass wir auch gegen die Großen gewinnen können.“

Lars Unnerstall (FC Schalke 04): „Einfach geil! Es ist mein erster Derbysieg. Das war eine super Leistung, jeder war hundertprozentig konzentriert bis in die 94. Minute.“

Ibrahim Afellay (FC Schalke 04): „Ich möchte nicht über mich selbst reden. Ich will das Beste für das Team tun und versuchen, diesem fantastischen Klub zu helfen. Ich freue mich einfach nur.“

Klaas-Jan Huntelaar (FC Schalke 04): „Das war überragend. Wir haben dominiert und waren aggressiv.“

So denken die Schalker über Arsenal London

Benedikt Höwedes (Kapitän FC Schalke 04): „Das ist ein neues Spiel in der Champions League, da brennen alle drauf. Darauf arbeitet man als Spieler hin. Es wäre schön, wenn wir einen draufsetzen und eine tolle Woche abschließen können. Aber wir sprechen hier von Arsenal London. Da müssen wir mutig auftreten. Die werden spielerisch sehr stark sein. Aber das ist Dortmund auch, und das haben wir sehr gut verteidigen können.“

Höwedes über Lukas Podolski und Per Mertesacker: „Poldi und Mertesacker haben uns bei der Nationalmannschaft ein bisschen aufgezogen. Wir verstehen uns alle drei sehr gut, es war immer ein wenig lustig gemeint.“

Höwedes über Per Mertesacker: „Per und ich verstehen uns sehr gut. Wir haben gleiches Niveau, verstehen den gleichen Spaß, können viel lachen miteinander. Vor dem Schweden-Spiel waren wir beim Basketball in Berlin, ich war letztens auch kurz in London zu Gast bei seinem Geburtstag. Das passt ganz gut. Aber jetzt spielen wir gegeneinander, da kann man nicht mehr von Freundschaft sprechen.“

Lewis Holtby (FC Schalke 04): „Wahnsinnig besonders. Ich habe 20 Karten besorgt für meine Familie. Einige sehen mich zum ersten Mal Fußball spielen. Natürlich liebe ich England, weil es meine zweite Herkunft ist.“

Roman Neustädter (FC Schalke 04): "Neustädter über Arsenal London: „Wir wissen um die Stärken von Arsenal London, ihr Kurzpassspiel, die schnellen Spieler vorn. Wir müssen uns als Mannschaft darauf einstellen. Wir haben vier Punkte in unserer Gruppe und noch vier Spiele – da haben wir es selbst in der Hand.“ (Aufgezeichnet von Andreas Ernst)