Tönnies möchte Heldt noch lange auf Schalke halten

Können sich eine weitere Zusammenarbeit auf Schalke gut vorstellen: Aufsichtsratschef Clemens Tönnies (l.) und Manager Horst Heldt.
Können sich eine weitere Zusammenarbeit auf Schalke gut vorstellen: Aufsichtsratschef Clemens Tönnies (l.) und Manager Horst Heldt.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Schalkes Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies hat sein Angebot erneuert, dass Manager Horst Heldt noch lange auf Schalke arbeiten soll. Der schweigt.

Gelsenkirchen.. Schalkes Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies und Sportvorstand Horst Heldt haben einen ganz kurzen Draht zueinander. „Der meldet sich schneller als meine Frau“, hat Horst Heldt einmal über seinen „Boss“ aus dem ostwestfälischen Rheda-Wiedenbrück gesagt, als dieser ein Schalker Spiel nicht vor Ort verfolgen konnte. Das Vertrauensverhältnis ist eng, „zwischen beide passt kein Blatt Papier“, wissen königsblaue Insider zu berichten.

Heldt-Vertrag Tönnies hatte der WAZ bereits vor einigen Jahren gesagt, dass Heldt auf Schalke quasi auch einen Vertrag auf Lebenszeit erhalten könne – so sehr ist er von den Manager-Qualitäten des 45 Jahre alten ehemaligen Bundesliga-Profis überzeugt. Geworden ist daraus bisher allerdings nichts: Das aktuelle Arbeitspapier von Heldt auf Schalke ist bis zum 30. Juni 2016 befristet.

Nun hat Tönnies öffentlich sein Angebot erneuert, die Zusammenarbeit mit Heldt über das Jahr 2016 hinaus fortzusetzen. „Horst Heldt ist für Schalke gesetzt, gar keine Frage. Es spricht überhaupt nichts dagegen, den Vertrag zu verlängern“, teilte Schalkes mächtiger Vereinschef der Sport-Bild mit. Eine mögliche Vertragslaufzeit nannte er diesmal allerdings nicht. Ein Vertrag ohne ein konkret fixiertes Laufzeitende wäre freilich kein Novum auf Schalke: Finanzvorstand Peter Peters, der schon seit dem 28. Juni 1993 auf Schalke arbeitet, besitzt bereits einen solchen unbefristeten Vertrag. Das Papier von Alexander Jobst, Schalkes drittem Vorstandsmitglied, wurde bis zum 30. Juni 2017 verlängert – der Marketing-Experte arbeitet seit 2011 für die Königsblauen und ist in seinem Bereich sehr erfolgreich.

Heldt kam im Sommer 2010 vom VfB Stuttgart und bekam ein Dreivierteljahr später, nach dem Rauswurf von Felix Magath, die Verantwortung für den sportlichen Bereich übertragen. „Er ist gern bei uns. Wir sind ein richtig gutes Team“, betont Tönnies. Dass Schalke sportlich in dieser Saison hinter seinen Zielen herläuft und dadurch auch Heldts Personalpolitik immer häufiger kritisch hinterfragt wird, ändert an dieser Wertschätzung offenbar nichts. Ohnehin ist es in Wirtschaftsunternehmen, und als solches ist Schalke zu bezeichnen, ja auch so, dass die langfristige Strategie den Ausschlag gibt. Und unter Heldt erreichte Schalke zuletzt dreimal in Folge die Champions League – das hatte es zuvor noch nicht gegeben.

Konkretes wohl zu Heldt wohl erst Ende Juni

Heldt weiß, dass ihm Transfers wie die von Chinedu Obasi, Kevin-Prince Boateng oder Sidney Sam, die die Erwartungen nicht erfüllt haben, zur Last gelegt werden. Die Lust auf Schalke ist bei ihm aber unverändert groß. Auch wenn er seine persönliche Vertragssituation derzeit gar nicht zum Thema machen will, so sagt er doch: „Ich kann mir selbstverständlich eine Zukunft auf Schalke vorstellen.“ Es würde nicht verwundern, wenn diese rund um die Schalker Jahreshauptversammlung Ende Juni auch schriftlich besiegelt würde.