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Stevens und Heldt rechnen mit Schalker Spielern ab

27.11.2011 | 19:46 Uhr
Stevens und Heldt rechnen mit Schalker Spielern ab
Abgang der Schalker Derby-Verlierer: vorne der entsetzte Teemu Pukki, neben ihm Christian Fuchs und Jose Manuel Jurado (ganz rechts). Foto: dapd/Martin Meissner

Dortmund.   Trainer Huub Stevens und Manager Horst Heldt vom FC Schalke 04 nehmen die Derby-Verlierer nicht in Schutz. Ihre Analysen sind schonungslos. In dieser Woche gibt es zwei Gelegenheiten, um zurück in die Spur zu finden.

Es kommt schon mal vor, dass Fußballer in der Aufregung des Augenblicks den verbalen Nachschuss leicht verziehen. Guido Buchwald diagnostizierte einst, er habe eine „Oberschenkelverletzung im linken Fuß“, Stefan Effenberg betonte, er habe „nie die Verzweiflung verloren oder mich aufgegeben“, und Bundestrainer Jupp Derwall verneigte sich etwas ungelenk vor den ballbewegenden Frauen: „Der Damenfußball hat in der letzten Zeit einen großen Aufschwung erlitten.“

Lewis Holtby befindet sich also in bester Gesellschaft.

Schalkes junger Mittelfeldspieler lieferte nach der 0:2-Blamage im Ruhrgebiets-Derby in Dortmund den Versprecher des Tages. Er wollte Richtung sagen, na klar, aber er benutzte instinktiv eine stärkere und durchaus passende Vokabel: „Als ganzes Team haben wir versagt in der Hinrichtung“, hat Holtby festgestellt.

Kein Mut, kein Esprit, kein Offensivgeist, keine Spielkunst

Wohl wahr. Um ein Derby gegen ein so kompaktes Team wie den BVB gewinnen zu können, dazu hätte jeder Schalker an diesem Tag in Topform sein müssen. Davon aber waren die meisten Blau-Weißen so weit entfernt wie Ghana vom Gewinn der Mannschafts-Weltmeisterschaft im Skispringen. Kein Mut, kein Esprit, kein Offensivgeist, keine Spielkunst – von Beginn an reagierten die Schalker nur, das konnte nicht gutgehen.

Die Gründe für diese Passivität? Darüber rätselte nach dem Abpfiff auch Schalkes sportliche Führung. „Ich weiß es nicht“, sagte Trainer Huub Stevens. „Vielleicht war es Angst, vielleicht Respekt.“ Auch Manager Horst Heldt hatte keine Erklärung für den erschreckend schwachen Auftritt: „Das müssen wir mit den Spielern besprechen“, sagte er.

Stevens und Heldt schonten die Profis nicht. Nachdem der Trainer sein Team zur „Schülermannschaft“ degradiert hatte, legte er nach. „Wenn nur drei, vier Spieler das nötige Niveau erreichen, dann gibt es gegen eine so gute Mannschaft wie Dortmund nichts zu holen“, meinte Stevens. „Dortmund ist in der Entwicklung doch etwas weiter als der FC Schalke, das hat sich in diesem Spiel gezeigt.“ Die Anerkennung für den Gegner sollte allerdings keinesfalls mit einer Entschuldigung für die Leistung seines Teams verknüpft werden, deshalb stellte Stevens klar: „Das war zu wenig von uns, es ist eine große Enttäuschung.“

Einzelkritik
Bei Schalke überzeugt nur Lars Unnerstall

Keine Chance! Der FC Schalke 04 bot im Revierderby bei Borussia Dortmund eine enttäuschende Vorstellung und unterlag mit 0:2 (0:1). Nur Torwart Lars Unnerstall überzeugte bei den Königsblauen und bekommt in unserer Einzelkritik die Note 2.

Manager Heldt spielte mit dem Trainer Doppelpass. „Wenn man sieht, dass schon nach einer Minute ein Beinschuss in der eigenen Hälfte versucht wird, dann merkt man früh, dass es nicht verstanden wurde, was hier nötig gewesen wäre“, sagte er und lobte dann den einzigen Schalker, der mit Körper und Seele Gegenwehr gezeigt hatte: „Wir können uns bei Lars Unnerstall bedanken, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel.“

Sogar der in dieser Saison oft überragende Torjäger Klaas-Jan Huntelaar hatte diesmal eine Präsenz wie Hagel in der Sahara. „Viele Spieler haben sich auch nicht in die Angriffsbemühungen eingeschaltet“, erklärte Heldt. „Aber auch die Rückwärtsbewegung hat nicht funktioniert. Es war alles vorhanden, was schlecht ist im Fußball.“

Jones und Papadopoulos fehlen gegen Augsburg

BVB gewinnt Derby

Nun bieten sich den Schalkern gleich zwei Gelegenheiten, um zurück in die Spur zu finden: Am Donnerstag kommt Bukarest zum Europa-League-Spiel  (19 Uhr, live im DerWesten-Ticker), am Sonntag Aufsteiger Augsburg (17.30 Uhr, live im DerWesten-Ticker). Die große Rotationsmaschine wird Huub Stevens aber nicht anwerfen können, die Aufstellung ergibt sich durch die Umstände: Der beim vorhandenen Aufgebot nicht zu ersetzende Jefferson Farfan und Kapitän Benedikt Höwedes fehlen weiterhin verletzt, Teemu Pukki ist international nicht spielberechtigt, und in der Bundesliga müssen Jermaine Jones und Kyriakos Papadopoulos Gelb-Sperren absitzen. Die meisten Derby-Verlierer werden also Bewährungs-Chancen erhalten. „Ich hoffe, dass sie aus diesem Spiel viel gelernt haben“, sagt Stevens. „Sonst verliert man nicht nur drei Punkte, sondern mehr.“

Peter Müller

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Kommentare
28.11.2011
17:53
Wie wäre das Spiel gelaufen, wenn....
von OstwestfalenBVB | #22

die Schalker das Mittelfeld DICHT gemacht hätten?

den BVB-Spielaufbau mit LEIDENSCHAFT zu nichte gemacht hätten?

erstmal viel defensiver begonnen hätten ohne Huntelaar und dem Senor Raul?

Ergebnis absichern bis zur Halbzeit, dann Huntelaar und Raul ab der 70. Minute?

Beton angerührt hätten und schnelle Konter gesetzt hätten?

Hätte, würde, könnte.... Hertha BSC hat es uns so vorgemacht
und eine erstklassige, kämpferisch tadellose Partie abgeliefert.
Und uns richtig weh getan.

Insofern DANKE Herr Stevens, ganz ohne Ironie und schön, dass es anders gelaufen ist

1 Antwort
Meistertrainer OstwestfalenBVB...
von Heiko04 | #22-1

Mittelfeld dicht machen, defensiv beginnen, absichern, Beton anrühren...

...die Tore sind aus Standards gefallen, deine Spielweise hätte da auch nichts geändert. Schalke ist zudem keine Beton - Truppe. Das wäre mir neu.

Im Punkt mit der Leidenschaft gebe ich dir aber Recht, ohne die kannst du kein Derby dieser Welt gewinnen, das ist Voraussetzung, hat unser Team nicht gezeigt und folgerichtig verloren.

Fussball kann manchmal so einfach sein!

28.11.2011
14:12
Blockierter Kommentar.
von soistdas1904 | #21

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

28.11.2011
13:53
Und niemals vergessen...
von Klaus-Klatscher | #20

S05 war für Huub nur zweite Wahl, der wollte viel lieber nach Hamburg.

28.11.2011
13:04
Laber rhabarber
von thomas.bb | #19

Alter mittelmaessiger Trainer und unterirdischer Manager! Das sind Fakten. Nicht die Spieler niedermachen sondern das Sytem ändern. ICH zweifel auch an der sportmedizinischen Abteilung auf Schalke .... ! der aktuelle Tabellenplatz ist das Optimale das man mit dieser Mannschaft erreichen kann! Wird Zeit das die offizeillen Maulaffen auf Schalke endlich mal ihre Arbeit machen und öffentlich die Schnauze halten. Danket Unnerstall das er keine Fehler liefert - ansonsten hätte HH ihn schon hoechstpersoenlich hingerichtet um seinen Spusi Timo ins Tor zu stellen!

28.11.2011
12:25
Fakten, Fakten, Fakten....
von ali_hb | #18

Wer auf Bundesliga.de unter Analyse die Spieldaten betrachtet, sieht unter "Tracking" schnell wo der Unterschied lag. Der BVB hat 100 intensive Läufe mehr, knapp 50 Sprints mehr, über 50 schnelle Läufe mehr. Woran liegt das? Sind die Schalker zu faul und zu schlapp? Nein, die Dortmunder sind in einer anderen körperlichen Verfassung. Das liegt an der guten sportmedizinischen Betreuung....;-) Das sieht dann schnell wie Schüler gegen Herren aus.... nur dass hier die Herren die (Stereoid-)Pickel haben. :-O

28.11.2011
11:47
Ständige Fouls vor dem Strafraum
von bluehope | #17

Wann werden Jones und Papadopoulos endlich mit ihren folgenschweren Fouls vor dem eigenen Strafraum zurechtgewiesen? Es ist kein Zufall, daß gerade diese beiden Spieler beim nächsten Heimspiel gesperrt sind.

Ansonsten mag man die Einstellung der Mannschaft gar nicht mehr kommentieren. Es ist doch immer dasselbe, wenn es um ein besonderes Spiel geht. Was kümmert es diese Profis, was sie mit einer solchen Haltung und Einstellung den eigenen Fans antun?

Was soll`s... die Punkte sind unwiederbringbar verloren und der Spott der Wettbewerber umso deutlicher. Natürlich gaht das Ganze auch auf die Kappe des Trainers. Er kann sich nun nicht einfach aus der Verantwortung stehlen und auf die Mannschaft eindreschen. Was hat er in der Halbzeit den Spielern mitgegeben?

Was kann man gegen Augsburg gutmachen, was man in Dortmund versaut hat? Nichts... denn gegen Augsburg sollte bei einem Anwärter auf internationale Beteiligung ein Dreier selbstverständlich sein... oder etwa nicht???

28.11.2011
11:35
realität...
von agwi | #16

... ist nunmal, dass wir spielerisch mit dem aktuellen personal nix reißen können. viel zu lange haben sich alle selbst belogen, insbesondere weil es ja in der tat einige sehr hohe siege gab. aber da hat die mannschaft oftmals hinten glück gehabt und dann gut und vor allem effektiv gekontert. das is ok wenns klappt und ich würd sofort unterschreiben wenns am ende der fünfte platz wird. aber spielerisch und taktisch sind wir meilenweit von den bauern und dem bxb entfernt. und auch von gladbach. aber ich kann doch wenigstens erwarten dass man im kopf wach ist und kämpft. was baumjohann zeigt ist ja an arroganz kaum zu überbieten! dazu zwei wanderdünen in der innenverteidigung. ich hoffe wir schaffen irgendwie die europa-league, und dann muss dringend was im mittelfeld und in der abwehr passieren.

gruß und glück auf.

28.11.2011
11:06
Kritik
von GlueckAufSchalke | #15

Habt ihr Kritiker vergessen, wo wir vor einem Jahr in der Liga standen? Habt ihr vergessen, dass wir den Abstand zum Nachbarn radikal verringert haben?

Hunter ist egal bei welcher Taktik Stammspieler. Den kann man doch nicht auf die Bank setzen. Auch ich bin ein Fan von Pukki, aber dann müsste es eben möglich gemacht werden mit Hunter, Pukki und Raul gleichzeitig zu spielen.

Ansonsten können wir uns bei Huub bedanken, dass wir auf einem EL-Platz sind. Das haben vor der Saison ja auch nicht soviele für möglich gehalten.

28.11.2011
10:49
HUUB
von thomas63 | #14

Hört doch auf damit, als nach Rangnick, Stevens kam habt IHR etwa gedacht das wir jetzt alles in GRUND und BODEN spielen? Huub ist nun mal mehr DEFENSIV und ERGEBNIS orientiert ausgerichtet als Rangnick. Auch wenn IHR es nicht glauben könnt!

1 Antwort
Defensiv und ergebnisorientiert?
von Hanno2 | #14-1

Genau davon haben wir ja aber nichts gesehen.

28.11.2011
10:22
Trainerschelte?
von Hanno2 | #13

Für Trainerschelte ist es noch zu früh, aber auch ich meine, dass diese spielerische Blamage am ehesten auf Huubs Konto geht. Die Mannschaft schien weder spielerisch noch mental auf einen Gegner eingestellt, den man wie keinen anderen studiert haben und also bestens kennen sollte. Das muss der Trainer den Spielern so vermitteln, dass sie es wenigstens einigermaßen beherrschen.
Vor und nach dem Spiel war es dagegen fast wie zu Magaths Zeiten: Viele Sprüche, aber keine taktische Analysen mit entsprechenden Konsequenzen. Genau das aber ist das Erfolgsrezept von Klopp und momentan also des BVB.
Oh, wann holt Barca endlich den Klopp? :-)

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