Stevens und der Respekt vor Assauer
03.02.2012 | 17:44 Uhr 2012-02-03T17:44:00+0100
Essen. Der Fall ist tragisch, die Aufbereitung von Rudi Assauers Alzheimer-Erkrankung auf dem Medien-Boulevard dagegen überwiegend zum Fremdschämen. Umso mehr Respekt verdient Schalke-Coach Huub Stevens, der sich in der Öffentlichkeit Zurückhaltung bei dem traurigen Thema auferlegt hat. Ein Kommentar.
"Es ist schon alles gesagt“, hat der Humorist Karl Valentin gespottet, „nur noch nicht von allen.“ Eine Beobachtung, die wir auch nach dem Bekanntwerden von Rudi Assauers Alzheimer-Erkrankung bis zum Überdruss machen können.
Umso wohltuender vor diesem Hintergrund die Zurückhaltung, die mit Huub Stevens ein alter Weggefährte des langjährigen Schalker Managers übt, an dessen Seite er 2001 die Vier-Minuten-Meisterschaft durchlitt. „Aus Respekt vor dem Menschen Rudi Assauer“, sagte der holländische S04-Coach jetzt zu einem TV-Reporter, wolle er sich in der Öffentlichkeit nicht äußern. Nur so viel: „Wir leiden alle mit.“
Stevens zeigt beispielhaft Sensibilität
Was vermutlich auch mit der Aufbereitung des Falls auf dem Boulevard zu tun hat. Stevens, der sich auf Schalke den nicht gerade schmeichelhaften Ruf des „Knurrers aus Kerkrade“ verdiente, hat diesmal mit seiner feinfühligen Reaktion beispielhaft jene Sensibilität im Umgang mit dem Thema gezeigt, die Schalke-Manager Horst Heldt“ einforderte, die aber vor allem jene vermissen lassen, die aus Assauers Schicksal Profit zu schlagen versuchen – unter dem Deckmantel der Alzheimer-Aufklärung ...

01:59
Sie wollen sich doch wohl nicht im Ernst den Deckmantel der Nächstenliebe überstülpen und sich zum Hüter von Anstand und Moral aufschwingen? Gibt es in Ihrem Glashaus überhaupt noch heile Scheiben? Anstelle eines Rundumschlags sollten Sie dann doch wenigstens die Eier in der Hose haben und konkret Ross und Reiter benennen.
Dass so ein Thema dazu verwendet wird, um die Auflage zu steigern, war zu erwarten und dass nicht jeder Journalist einen geeigneten Beitrag dazu leisten wird. Ich denke mal, dass dies Rudi Assauer bzw. seinem engsten Umfeld bewusst war und sie das in Kauf genommen haben. Wie sagte seine Tochter sinngemäß, der Druck ist jetzt weg, die Wahrheit länger verstecken zu müssen.
Das was Rudi Assauer an Zuspruch jetzt und in Zukunft widerfahren wird wiegt eine mögliche Heuchelei gewisser Teile der Medien allemal auf. Ich bin mir sicher, dass die absolute Mehrheit von seinem Schicksal betroffen ist und nur eine verschwindend geringe Minderheit sich an dem Geschreibsel des Boulevard labt. Entscheidend ist doch der eigene Umgang mit dieser schlimmen Krankheit und wie man Menschen begegnet, die davon betroffen sind. Von daher ist es positiv, wenn darüber berichtet wird, auch wenn als Aufhänger das Schicksal eines Prominenten dient.
Mit dem Gang an die Öffentlichkeit hat Rudi Assauer mehr erreicht, als sensationslüsterne Medien anschließend kaputt schreiben könnten. Er verdient Respekt und die Leute wissen nun, warum er nicht mehr richtig "tickt". Ich wünsche Rudi Assauer viel Kraft, um gegen das Unausweichliche weiterhin anzukämpfen und es so möglichst lange hinauszögern zu können. Ihnen, Herr Schüssler, und Ihren Kollegen wünsche ich nur, dass sie besser „ticken“ als das, was sie häufig zu Papier bringen.
Rudi, you´ll never walk alone!
#2 Burkinho09 :::: 1904 % ZUSPRUCH. Es ist schön, das hier ein BVB Fan mehr Eier in der Hose hat, als Herr Schüssler. Repekt Burkinho09.
BWG!
ist ein Teil unserer erfolgreichen Geschichte. Er ist einer von unseren Europacuphelden von Glasgow 66 und wird das auch immer bleiben. Vor allem mit seiner zweiten Amtszeit auf Schalke hat er das heutige Bild des Vereins wie kein Zweiter geprägt und die strukturellen Voraussetzungen, u.a. mit dem Bau der Arena, für eine erfolgreiche Zukunft des Vereins geschaffen.
Natürlich hat er nicht alles richtig gemacht und hatte auch in den eigenen Reihen seine Kritiker. Sicherlich war ich aufgrund einer gesunden Rivalität zu Schalke nicht immer seiner Meinung. Assauer war aber Überzeugungstäter und hat dabei nicht darauf geachtet, ob er mit seinen Entscheidungen von allen Seiten Zustimmung erhalten würde. Als Beispiel sei die Verpflichtung von Andreas Möller erwähnt, den Mumm hätten nicht viele gehabt, so eine Entscheidung durchzuboxen.
Es ist ja schön, Deine Zustimmung zu bekommen, aber Eier in der Hose hatte der Rudi, weil der weitreichende und schwierige Entscheidungen zu treffen hatte, die unmmittelbar Einfluss auf die Gemütslage eines ganzen Vereins und seiner Fans hatten. Ich schreib hier nur meine Gedanken nieder, die sicherlich keinen Einfluss auf den Lauf der Dinge haben werden.
Sollte am Ende der Saison Schalke das "fast" unmögliche schaffen und den Titel holen, dann hätte ich im Fall von Rudi Assauer eine lachende Träne im Auge. Wenn ich ihm eins gönne, dann sind das noch viele positive Emotionen, die sein Leben lebenswerter machen.
Respekt Burkinho09 ich stimme deinen hier niedergeschriebenen Texten voll und ganz zu. Rudi Assauer hat es verdient im Ruhrpott die Unterstützer für sein geleistetes sportliches Leben die Annerkennung zu finden die ihm zusteht. Er ist und bleibt ein Mann des Ruhrgebiets das er repräsentiert wie kaum ein zweiter. Er hat immer die Leistungen auch unseres Nachbarn BVB höchst anerkannt und nach aussen geäußert. Teilweise sogar bei vielen knappen Entscheidungen zu gunsten des BVB. Er ist und bleibt eine Einmaligkeit und ich wünsche ihm noch viele viele wunderbare Jahre. In der Hoffnung das es vieleicht doch noch gelingt mit neuartigen Medikamenten eine langfristige Verzögerung der Krankheitsentwicklung hinzubekommen. Zusätzlich viele Freunde des Ruhrpotts die ihm die notwendige moralische Unterstützung bieten.
Rudi Assauer ist langjähriges Vereinsmitglied beim BVB. Im November 2010 wurde er für 40 Jahre Vereinszugehörigkeit geehrt:
Ein "A" und "O" ging durch die Reihen, als der Name "Rudi Assauer" zu lesen war. Der Europapokalsieger von 1966 gehört dem Verein seit 40 Jahren an - und erhielt dann doch lang anhaltenden Applaus. Launisch bemerkte Präsident Dr. Reinhard Rauball über die Schalker Galionsfigur: "Er war zu keinem Zeitpunkt bereit, aus dem Verein auszutreten..."
http://www.bvb.de/?%87%ECZ%1B%E7%F4%9CXn%E6%85%9B
Rudi Assauer hat in beiden Vereinen seine Spuren hinterlassen und sich verdient gemacht. Dafür hat er Respekt verdient!
19:15
unsere zweitgrößte boulevard zeitung verteufelt denselbigen.was für eine heuchelei. ich habe in den letzten tagen nicht einen feinfühligen bericht in ihrer zeitung zum thema assauer gelesen.
nie habe ich mir so sehr herrn justen zurückgewünscht.