So wechselte Di Matteo den Schalke-Sieg ein - Höwedes-Lob

Führte Schalke zu drei Punkten: Trainer Roberto Di Matteo.
Führte Schalke zu drei Punkten: Trainer Roberto Di Matteo.
Foto: Bernd Thissen / dpa
Was wir bereits wissen
Schalke-Trainer Roberto Di Matteo bewies beim 3:2-Erfolg über Schlusslicht Stuttgart ein glückliches Händchen. Vor allem ein Spieler überraschte.

Gelsenkirchen.. Es lief gar nichts mehr beim FC Schalke 04. Der Tabellenletzte VfB Stuttgart führte in der 57. Minute verdient mit 2:1, hatte soeben durch Filip Kostic den Matchball vergeben. Trainer Roberto Di Matteo wirkte aber nicht ratlos: Er reagierte zwischen der 57. und 72. Minute dreimal: Er brachte Julian Draxler, Kevin-Prince Boateng und Max Meyer für Jefferson Farfan, Eric Maxim Choupo-Moting und Leon Goretzka. Schalke drehte das Spiel, gewann noch mit 3:2 - und daran hatte das Joker-Trio einen entscheidenden Anteil.

Schalke gewinnt auch dank 25-Minuten-Gala von Boateng

Vor allem Boateng überraschte. Di Matteo hatte den ehemaligen Führungsspieler aussortiert - im Derby beim BVB am 28. Februar hatte er zuletzt von Beginn an gespielt. Diesmal vertraute der Trainer Boateng ab der 65. Minute die Mitreißer-Rolle bei einer Aufholjagd an - riskant! Doch Boateng erfüllte seinen Job: Zunächst schoss er knapp vorbei, dann legte er Klaas-Jan Huntelaar das 2:2 auf (78.) und in der 89. Minute erzielte er mit wertvoller Hilfe des Stuttgarters Florian Klein den Siegtreffer. "Das ist Kevin", schwärmte Vereinsboss Clemens Tönnies. "Den darf man nicht abschreiben. Wenn er will, ist er grandios." Trotz dieser guten 25-Minuten-Vorstellung ist eine Trennung am Saisonende wahrscheinlich. Im Team wirkt Boateng etwas isoliert. Nach dem 3:2 feierten die meisten Schalke Passgeber Dennis Aogo. Boateng rannte lieber in Richtung Haupttribüne und warf seiner Verlobten Handküsse zu. Doch nicht nur Boateng überzeugte. Auch Julian Draxler (ab der 57.) und Max Meyer (ab 72.) spielten gut. Stuttgarts Trainer Huub Stevens sagte anerkennend: "Wenn man sieht, welche Spieler bei Schalke eingewechselt werden können, dann weißt du, dass du unter Druck geraten wirst."

Spielbericht Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes lobte hingegen Trainer Di Matteo. "Der Trainer hat gute Einwechslungen getätigt, denn die haben Schwung ins Spiel gebracht und waren maßgeblich daran beteiligt, dass wir das Spiel noch drehen konnten." Di Matteo selbst sparte nicht mit Eigenlob: "Das zweite Gegentor hat Unruhe in unser Spiel gebracht. Wir haben uns langsam aufgefangen, ein bisschen umgestellt, ein paar Einwechslungen gemacht. Die hatten sicherlich einen großen Einfluss auf das Resultat. Nach dem Ausgleich hatten wir vor dem Siegtreffer schon ein paar Chancen, um in Führung zu gehen."

Ende gut, alles gut? Nicht für Vereinsboss Tönnies: "Wir erreichen die Euro League, wenn wir so auftreten wie heute. Aber wir dürfen nicht nachlassen." Am kommenden Sonntag tritt Schalke bei den 0:0-Spezialisten des 1. FC Köln an (17.30 Uhr, live in unserem Ticker) an. Torjäger Klaas-Jan Huntelaar fehlt wegen der fünften Gelben Karte. Da ist wieder ein glückliches Händchen von Roberto Di Matteo gefragt.