Sechs Spiele Sperre für Klaas-Jan Huntelaar - Schalke legt Einspruch ein

Klaas-Jan Huntelaar vom FC Schalke 04 sah im Bundesliga-Spiel gegen Hannover 96 für ein Foul die Rote Karte.
Klaas-Jan Huntelaar vom FC Schalke 04 sah im Bundesliga-Spiel gegen Hannover 96 für ein Foul die Rote Karte.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
Schwerer Schlag für Schalke 04: Stürmer Klaas-Jan Huntelaar wurde vom DFB für seine Rote Karte im Spiel gegen Hannover 96 für sechs Spiele gesperrt. Die Knappen wollen Einspruch einlegen.

Gelsenkirchen.. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes hat Klaas-Jan Huntelaar für sechs Meisterschaftsspiele gesperrt. Das teilte der FC Schalke 04 per Twitter am Montag mit. Gleichzeitig kündigte der Revierverein an, dass er das Strafmaß nicht akzeptieren und Einspruch gehen das Urteil einlegen werde.

Der Kontrollausschuss des DFB hat das Foul des Niederländers als Tätlichkeit eingestuft. Neben der Mindeststrafe für ein solches Vergehen soll der Stürmer mit einer Geldstrafe in Höhe von 15 000 Euro für Schiedsrichterbeleidigung belegt. Ein unpassendes Strafmaß in den Augen der Knappen. Eine Tätlichkeit passe gar nicht zu Huntelaar, so Manager Horst Heldt. "Sicherlich war die Rote Karte berechtigt, aber eine Sperre von sechs Spielen ist aus unserer Sicht eine deutlich zu hohe Strafe. Daher haben wir Einspruch eingelegt.“

Huntelaar hatte am Samstag im Spiel gegen Hannover 96 (1:0) in der 85. Spielminute die Rote Karte gesehen. Der Niederländer hatte seinen Gegenspieler Manuel Schmiedebach von hinten so böse gefoult, dass es während des Spiels keine zwei Meinungen zu dem Strafmaß von Schiedsrichter Sascha Stegemann gab. Lediglich Trainer Di Matteo bemerkte nach dem Spiel, dass es in solchen Situationen „manchmal“ auch mit Gelb getan sei: „Huntelaar ist kein böser Spieler, er wollte dem Gegner nicht weh tun.“

Manager Heldt rechnete mit zwei bis drei Spielen Sperre

Horst Heldt sagte gleichwohl, dass man einen Gegenangriff auch "geschickter" unterbinden kann, als einem Spieler von hinten in die Beine zu springen. Da Huntelaar aber „kein Wiederholungstäter“ sei, erwartete Heldt zu dem Zeitpunkt noch ein „normales Strafmaß“, das aus zwei oder drei Spielen Sperre bestehen dürfte.

Auf der Internetseite des FC Schalke erkannte Huntelaar den Platzverweis an, bestritt aber eine Tätlichkeit. "Nach Betrachten der Bilder muss ich sagen, dass der Schiedsrichter es richtig gesehen hat. Ich habe mich in dieser Situation verkalkuliert", sagte er. Auch die Geste nach der Roten Karten wollte er nicht als Beleidigung gewertet wissen.

"Meine Reaktion war in keinem Fall auf den Schiedsrichter bezogen. Ich habe mir mit dem Finger an die Stirn getippt, weil ich meinte, ich müsste doch verrückt sein, wenn ich durch so ein Foul eine Rote Karte riskieren würde", wurde der niederländische Nationalspieler zitiert. Es sei definitiv nicht seine Absicht gewesen, dem Schiedsrichter gegenüber eine abfällige Geste zu machen. "Falls dies der Eindruck sein sollte, dann tut es mir leid und ich möchte mich dafür bei ihm entschuldigen."

18. Spieltag Wenn es den Schalkern nicht gelingen sollte, in der Berufsverhandlung das Sportgericht des DFB milde zu stimmen, wird Huntelaar bei sechs Spielen Sperre auch gegen Borussia Mönchengladbach und vor allem im Revierderby gegen Borussia Dortmund fehlen.

Di Matteo, der nach wie vor acht Verletzte ersetzen muss, ist nun gezwungen, sein Team beim FC Bayern München erneut umzustellen. Möglich, dass Kevin-Prince Boateng, der zunächst auf der Bank saß, neben Eric Maxim Choupo-Moting in vorderste Front rückt. Zudem verspürte Höger in der Schlussphase ein Ziehen im Oberschenkel und wurde vorsichtshalber ausgewechselt. "Ich hoffe, dass es nicht allzu schlimm ist und ich möglichst schnell wieder dabei sein kann."

Dass die Bayern durch das 1:4 in Wolfsburg einen Knacks bekommen haben und es deshalb in München leichter wird, glaubt indes niemand auf Schalke. "Die Bayern kassieren selten Niederlagen, schon gar nicht zwei hintereinander. Aber wir versuchen es genauso zu machen wie Wolfsburg", sagte Heldt. (ik mit dpa)