Schalke-Sieg

Schiri-Geschenk übertüncht anhaltende Schalker Probleme

Die entscheidende Szene: Huntelaars Kopfball traf Janathan Silva im Gesicht, aber der Schiri entschied auf Elfmeter.
Die entscheidende Szene: Huntelaars Kopfball traf Janathan Silva im Gesicht, aber der Schiri entschied auf Elfmeter.
Foto: imago

Ein Sieg, der hilft, aber keine Hoffnung weckt: Beim dank Schiedsrichter-Hilfe zustande gekommenen Schalker 4:3-Sieg in der Champions League über Sporting Lissabon war von einer Wende unter Trainer Di Matteo (noch) nichts zu sehen. Ein Kommentar.

Essen.. Ein Elfmeter, der keiner war: Kommt im Fußball fast so häufig vor wie Schneefall in den Alpen. Wozu also die Aufregung? Fragen Sie mal bei Spielern und Fans von Sporting Lissabon nach, die sich auf Schalke in der Nachspielzeit um einen schon sicher geglaubten Punktgewinn betrogen sahen! Selbst S04-Manager Horst Heldt räumte ein: „Wenn ich hier als Betroffener stehen würde, hätte ich die Fassung verloren.“

So gesehen hatten die fassungslosen Portugiesen nach der „ungeheuren Ungerechtigkeit“ (Trainer Marco Silva) ihre Nerven noch vergleichsweise gut im Griff. Jedenfalls verstiegen sie sich nicht zu jenen in Internet-Foren reflexartig geäußerten Verschwörungstheorien, nach denen der russische Schiedsrichter von Schalke-Sponsor Gazprom und Putin höchstpersönlich ferngesteuert gewesen sei.

Ärger bei Portugal, Erleichterung bei Schalke

Ernst zu nehmen ist dagegen die neu aufgeflammte Diskussion über die Effizienz der Torrichter. So hatte sich Uefa-Chef Michel Platini die Umsetzung seiner Idee jedenfalls nicht vorgestellt: Ein Schiedsrichter wird bei einer tornahen Situation von seinem – deutlich besser postierten – Kollegen zur Korrektur seiner richtigen Entscheidung gedrängt.

Dem Ärger der Portugiesen darüber stand die pure Erleichterung der Schalker gegenüber. Nahmen doch das geschenkte Tor und die damit verbundenen enorm wichtigen drei Punkte dem Eindruck die Schärfe, dass zwar der neue Trainer anders als sein blasser Vorgänger auftritt – die Mannschaft aber (noch) im gewohnten Trott spielt.

Von Bayern-Dusel ist keine Rede mehr

Nebenbei: Es gab mal eine Zeit, da Verschwörungstheoretiker auch hinter dem sprichwörtlichen Bayern-Dusel (ja, den soll es mal gegeben haben) geheime Absprachen witterten. Inzwischen schwebt der deutsche Rekordmeister so hoch über den Dingen, dass den Münchnern schon seit langem nicht einmal mehr unterstellt wird, den Papst – der ihnen gestern eine Audienz gab – in der Tasche zu haben…

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