Kommentar

Schalkes Trainer Keller beweist Stehvermögen

Schalke-Trainer Jens Keller freute sich über den dritten Sieg in Folge.
Schalke-Trainer Jens Keller freute sich über den dritten Sieg in Folge.
Foto: Patrick Stollarz / afp

Nach schwierigem, von Kritik begleitetem Dienstbeginn hat Trainer Jens Keller die Mannschaft des FC Schalke 04 stabilisiert. Bisher hat er nur die Zusage, bis zum Saisonende bleiben zu dürfen. Ein Kommentar.

Gelsenkirchen.. Borussia Dortmund ist ein Verein, der in den vergangenen Jahren seriös geführt wurde und mit zwei Deutschen Meistertiteln in Serie alle Erwartungen weit übertraf. Auch wenn die Bayern in dieser Saison gefühlt schon seit November Meister sind, müsste die Mannschaft des BVB so gefestigt sein, dass sie Rückschläge wie den vom Samstag verkraften können wird.

Für Borussia Dortmund wäre der Derbysieg vor allem von emotionaler Bedeutung gewesen, für Schalke 04 ist er weit mehr: eine Befreiung, ein Aufschwung, ein Hoffnungssignal. Denn jetzt spricht wieder vieles dafür, dass die Schalker diese Saison, in die sie beachtlich gestartet und in der sie erschreckend abgestürzt waren, doch noch positiv abschließen.

Heimniederlage gegen Fürth auf dem tiefsten Punkt der Talsohle

Man fragt sich natürlich, was in dieser Mannschaft alles schief lief, als sie sich wochenlang schwer tat und auf dem tiefsten Punkt der Talsohle eine Heimniederlage gegen den Tabellenletzten Fürth leistete. Denn was sie tatsächlich zu leisten vermag, bewies sie schon in Wolfsburg und erst recht gegen Dortmund. Begeisternde Offensive und traumhafte Kombinationen paarten sich mit konzentrierter Abwehrarbeit und leidenschaftlichem Einsatz.

Kommentar Unbestritten, dass an einer solchen erkennbaren Entwicklung der Trainer einen großen Anteil haben muss. Jens Keller blieb sich gegen alle Widerstände treu: Trotz der Vorbehalte, die es in Teilen der Öffentlichkeit gegen ihn gab, arbeitete er beharrlich weiter.

Der Interimstrainer hat den entgleisten blau-weißen Zug zurück auf die Schiene gestellt. Sollte er die Mannschaft nun auch noch in die Qualifikation zur Champions League führen, dürfte es schwer werden, eine Begründung für die Verpflichtung eines neuen Trainers zu finden.