Schalkes Torwart-Tausch fällt nicht ins Gewicht

Guter Einstand: Schalke-Torwart Fabian Giefer.
Guter Einstand: Schalke-Torwart Fabian Giefer.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Auch mit Fabian Giefer, dem Vertreter des verletzten Ralf Fährmann, war Schalke beim 1:0-Erfolg im Heimspiel gegen Hannover 96 gut aufgestellt.

Gelsenkirchen.. Es gab sie tatsächlich, die Gesänge nach dem Abpfiff, die den Wunsch nach etwas Großem zum Ausdruck brachten. Aber man musste schon sehr genau hinhören und wirklich überzeugt klang es auch dann nicht, als die Schalker Fans in der Nordkurve den Spielern mit auf ihren Heimweg gaben: „Zieht den Bayern die Lederhosen aus.“ Am Dienstag spielt Schalke in München, und es mag ein wenig beruhigen, dass die ersten drei Rückrunden-Punkte mit dem 1:0-Sieg gegen Hannover 96 schon einmal im Sack sind.

Fabian Giefer stand das erste Mal im Schalke-Trikot als Sieger auf dem Arena-Rasen, und die Freude darüber war ihm noch lange nach dem Abpfiff anzumerken: „Sensationell. Das macht schon Laune.“ Der neue Torwart hatte das gezeigt, was man von ihm erwarten durfte. Gegen Hannovers besten Offensivspieler Joselu verhinderte er in der 49. Minute den möglichen Ausgleich – „das war eine sehr wichtige Parade“, lobte Trainer Roberto Di Matteo. Einmal stockte den Fans der Atem, als Giefer den Ball gegen Joselu beinahe vertändelt hätte (57.). Und zwei-, dreimal hatten die Schalker und auch Giefer Glück, dass Hannover entweder nicht zwingend zum Abschluss kam (Bittencourt, 9.), dass Kapitän Benedikt Höwedes vorbildlich rettete (41.), oder dass der Ball ganz einfach nicht ins Tor trudelte (Schulz., 58.). Giefer war für diese brenzligen Szenen nicht in Verantwortung zu nehmen, und so war seine Premiere insgesamt als geglückt zu bezeichnen. Er selbst sagte: „Es war wichtig, dass wir die Null gehalten haben und dass jeder seinen Teil dazu beigetragen hat. Da würde ich mich auch einordnen mit meiner Leistung.“

Verletzter Schalke-Torwart Fährmann war vor und nach dem Spiel in Kabine

Zufrieden konnten auch die Vorgesetzten mit dem Vertreter des verletzten Ralf Fährmann sein. „Er hat Sicherheit ausgestrahlt“, urteilte Di Matteo, und auch Manager Horst Heldt war angetan von der Ruhe, mit der der neue Mann zwischen den Pfosten seinen Job erledigte: „Er hat das sehr gut gemacht.“ Man habe gemerkt, „dass wir nicht nur einen guten Torhüter haben.“ Fährmann war übrigens vor und nach dem Spiel in der Kabine, aber das ist bei einer Fußballmannschaft nicht ungewöhnlich. „Wir sind ein Team“, sagte Giefer.

Kommentar Dass die Mannschaft zum Rückrunden-Start noch nicht sogleich richtig in Schwung gekommen war, fiel mehr auf als der Torwart-Tausch. Die beste Phase hatte Schalke in der Viertelstunde vor der Pause, nachdem Marco Höger in der 32. Minute mit einem Flachschuss der Treffer zum 1:0 gelungen war. Danach wäre sogar das 2:0 möglich gewesen (Kirchhoffs Kopfball parierte Zieler mit einem tollen Reflex), doch insgesamt war Schalke nicht so dominant, wie man das zuvor sicher erhoffen durfte. Di Matteo sah eine nervöse Anfangsphase und vermisste in der zweiten Halbzeit das bei einigen Konterchancen durchaus mögliche zweite Tor, „um das Spiel ein bisschen ruhiger zu Ende zu bringen.“ Weil es aber zum erhofften Sieg gereicht hatte, war Schalke unterm Strich zufrieden. Giefer: „Wir haben über weite Strecken das gezeigt, was wir umsetzen wollten: Klar und sicher stehen und nach vorne Torchancen kreieren.“

FC Bayern setzte den Rückrunden-Auftakt in den Sand

Doch um den Bayern am Dienstag (20 Uhr, live in unserem Ticker) die Lederhosen zumindest etwas stramm zu ziehen, muss sicher eine Schüppe mehr draufgelegt werden. Auch wenn die Münchner ihren Rückrunden-Auftakt beim 1:4 in Wolfsburg in den Sand gesetzt haben, was die Aufgabe für Schalke aber kaum einfacher machen wird, wie Horst Heldt vermutet: „Ich habe selten Niederlagen vom FC Bayern gesehen, und was ich noch nie erlebt habe, sind zwei Niederlagen hintereinander vom FC Bayern.“ Er hat nicht gesagt, dass es dann ja mal Zeit wäre...