Schalkes Sorgen wachsen - Warten auf Nastasic geht weiter

Schalke-Trainer Roberto Di Matteo kennt den 21-jährigen  Innenverteidiger Matija Nastasic aus der Premier League.
Schalke-Trainer Roberto Di Matteo kennt den 21-jährigen Innenverteidiger Matija Nastasic aus der Premier League.
Foto: Sven Hoppe / dpa
Die Hoffnung, den Wunschspieler zügig präsentieren zu können, hat sich am Sonntagabend zerschlagen. Im Tor steht ein Mann ohne Wettkampfpraxis.

Doha.. Das Warten des FC Schalke 04 auf Wunschspieler Matija Nastasic geht weiter, die Verhandlungen mit Manchester City sind am Sonntag nicht zum Abschluss gekommen. Am Samstagabend war Schalkes Manager Horst Heldt noch bestens gelaunt, da hatte er erklärt: „An diesem Wochenende wird es eine Entscheidung geben. Ich bin optimistisch, dass wir das hinkriegen.” Heldt plante sogar schon die Anreise des 21-jährigen Serben ins Trainingslager, sprach über das Visum für Katar. Um 18.38 Uhr Ortszeit vermeldete ein Vereinssprecher am Sonntag, dass es keinen neuen Stand gibt und an diesem Tag auch kein Vollzug mehr vermeldet werden könne. Kurz danach schlich Horst Heldt durch die Hotellobby zum Abendessen. Katarstimmung.

Schalke-Trainer Di Matteo kennt Nastasic aus der Premier League

Matija Nastasic ist der Wunschspieler von Schalkes Cheftrainer Roberto Di Matteo, den 21-Jährigen Innenverteidiger kennt er aus der Premier League. Schon im Dezember hatte der FC Schalke 04 sein Interesse an Nastasic öffentlich bekundet, doch auch der AC Mailand wollte den Spieler, der bei Manchester City einen Vertrag bis 2017 hat. Gestern soll auch West Ham United noch in den Transferpoker eingestiegen sein. Schalke favorisiert ein Ausleihgeschäft bis zum Saisonende mit Kaufoption. Im Gespräch ist eine Leihgebühr von knapp zwei Millionen Euro. In dem halben Jahr auf Schalke soll Nastasic angeblich knapp 2,4 Millionen Euro verdienen. Die Ablöse im Sommer soll dann bei 13 Millionen Euro liegen.

Die Sorgen von Roberto Di Matteo werden in Katar aber nicht nur wegen Matija Nastasic von Tag zu Tag größer. Christian Fuchs zog sich bei der 0:2-Niederlage im ersten Testspiel des Trainingslagers gegen Ajax Amsterdam nach einem Wischer von Anwar El Ghazi eine Verletzung am Auge zu. Die Untersuchung in der Augenklinik ergab eine Schürfung der Hornhaut und eine Prellung der Augenhöhle. Das Sehvermögen des Österreichers ist beeinträchtigt, er muss einige Tage pausieren. Nachwuchsspieler Maurice Multhaup ist am Sonntag aus Katar abgereist. Der 18-Jährige verletzte sich ebenfalls im Test gegen den Tabellenzweiten der Erendivisie. Die Diagnose: Einblutung im Oberschenkel. Stürmer Klaas-Jan Huntelaar: „Das ist eine Quote von einem Verletzten pro Tag. Vielleicht sollten wir Trainingslager nur noch zwei, drei Tage machen.” Am Samstag hatte bereits Ralf Fährmann Katar wegen einer Kreuzbandzerrung verlassen. Schalkes Stammtorwart wird in Deutschland behandelt.

Schalke-Torwart Giefer steht im Blickpunkt

Durch Fährmanns Ausfall steht Fabian Giefer in Katar im Blickpunkt. Der 24-Jährige ist jetzt die Nummer eins auf Schalke. Gegen Ajax Amsterdam spielte Giefer 90 Minuten und war trotz der beiden Gegentore, an denen er schuldlos war, richtig glücklich: „Es hat mich wirklich gefreut, dass ich spielen konnte. Es ist ja schon lange her.” Das letzte Pflichtspiel bestritt Giefer im Mai 2014 im Trikot von Fortuna Düsseldorf. Nach seinem Wechsel im Sommer nach Schalke verletzte er sich im August in einem Testspiel und fiel mit einem Muskelbündelriss im Adduktorenbereich bis Mitte November aus. Nach der Partie am Samstag erklärte Giefer: „Ich habe mich sehr gut gefühlt und bin in keiner Bewegung eingeschränkt. Die Verletzung ist komplett ausgeheilt.”

Die Rückrunde der Bundesliga beginnt in knapp drei Wochen. Am 31. Januar ist Hannover 96 in Schalke zu Gast. Zwei Testspiele sind vorher noch geplant. Völlig ausreichend, meint Fabian Giefer. „Natürlich ist es immer eine gute Sache, wenn man im Wettkampf Erfahrung und Spielpraxis sammeln kann”, sagt er. „Aber ich mache das schon seit ein paar Jährchen. Es ist nicht so, dass ich was verlernt habe.”

Auf die Frage, was er seinem verletzten Kollegen Ralf Fährmann mit auf den Weg gegeben hat, antwortet Giefer: „Ich habe ihm mitgegeben, dass er wieder gesund werden soll. Natürlich wünscht man keinem eine Verletzung.”